HOME

Kampf gegen Facebooks "Gefällt mir"-Button: Datenschützer Weichert lässt nicht locker

Der schleswig-holsteinische Datenschützer Thilo Weichert treibt seinen Kampf gegen Facebooks "Gefällt mir"-Button voran. Am Mittwoch sollen Mahnbriefe an öffentliche Stellen und Unternehmen herausgehen, die einen "Gefällt mir"-Knopf oder eine Facebook-Fanseite nutzen.

Schleswig-Holsteins Datenschützer Thilo Weichert erhöht den Druck in seinem Kampf gegen Facebooks "Gefällt mir"-Button. Noch am Mittwoch sollten Briefe an öffentliche Stellen wie die Staatskanzlei herausgehen, die einen "Gefällt mir"-Knopf oder Fanseiten beim weltgrößten Online-Netzwerk nutzen, teilte das Unabhängige Landeszentrum für Datenschutz (ULD) auf Anfrage mit.

Weichert kritisiert, bei den Buttons oder Fanseiten würden auch solche Daten übermittelt, die nicht in der Einwilligungserklärung von Facebook stünden. Insofern werde gegen den Datenschutz verstoßen. Auch Unternehmen sollen in diesen Tagen erneut ermahnt werden, Buttons und Fanseiten zu löschen oder zu deaktivieren. Noch in dieser Woche werde Weichert ein Gespräch in der Staatskanzlei über das Problem führen.

Weichert hatte im August alle Stellen in Schleswig-Holstein aufgefordert, ihre Fanpages bei Facebook und sogenannte Social-Plugins wie den "Gefällt mir"-Button bis Ende September zu entfernen. Im letzter Konsequenz drohen Bußgelder von bis zu 50 000 Euro. Die Industrie- und Handelskammer (IHK) Schleswig-Holstein kündigte bereits an, Facebook weiter nutzen zu wollen und will notfalls einen Musterprozess führen. "Unser Ziel ist die Verwirklichung des Datenschutzes, uns geht es nicht um Wettbewerbsverzerrungen oder das Drangsalieren kleiner Betreiber", betonte Weichert.

jwi/DPA / DPA