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Threema und Telegram: Ansturm auf sichere Whatsapp-Alternativen

Facebook hat Whatsapp gekauft, und damit auch die Daten von 450 Millionen Nutzern. Viele User wollen der App nun den Rücken kehren. Die Nutznießer sind Anwendungen wie Telegram und Threema.

Von Christoph Fröhlich

Die eine Datenkrake (Facebook) hat die andere Datenkrake (Whatsapp) geschluckt - und Datenschützer sind entsetzt. Thilo Weichert, Schleswig-Holsteins Datenschutzbeauftragter, rät zum Boykott der beiden Anwendungen: "Ich warne davor, die beiden Dienste zu nutzen, und empfehle, deutsche oder sonstige europäische Angebote zu verwenden", sagte Weichert dem "Handelsblatt". Wem die eigenen Privatsphäre wichtig sei, der solle auf vertrauenswürdige Dienste zurückgreifen, empfiehlt der Experte.

Threema und Telegram dominieren App-Charts

Viele Nutzer haben das bereits getan: Der große Gewinner ist der kostenlose Telegram-Messenger. Er verzeichnete bereits wenige Stunden nach Bekanntgabe des Whatsapp-Deals 100.000 neue Nutzer. "Nachdem die Übernahme bekannt wurde, sind die Anmeldungen um 300 Prozent angestiegen" sagte ein Telegram-Sprecher im Gespräch mit der Softwareseite "Softonic". Mittlerweile ist die App auf Platz eins der kostenlosen Anwendungen in den iTunes-Charts geklettert, allein am gestrigen Tag haben sich weltweit 500.000 neue Nutzer angemeldet.

Auch die Schweizer Entwickler der App Threema haben Grund zur Freude: Genaue Download-Zahlen hat das Unternehmen noch nicht ermittelt, auf den eigenen Servern gab es gestern etwa 236.000 neue Aktivierungen, sagte ein Firmensprecher stern.de. Und das, obwohl die App mit 1,79 Euro (iTunes) und 1,60 (Google Play) nicht kostenlos ist. Wie Telegram legt Threema großen Wert auf Datenschutz und setzt auf eine bewährte Kryptografie-Lösung zur Verschlüsselung. Und der User-Ansturm reißt nicht ab: Heute rechnen die Macher noch einmal mit genauso vielen Registrierungen.

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