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Thailand: Polizei nimmt Klickbetrüger hoch: 470 iPhones und 350.000 SIM-Karten sichergestellt

Der thailändischen Polizei ist ein Schlag gegen organisierten Internet-Betrug gelungen. Dabei stellten sie rund 470 iPhones und 350.000 SIM-Karten sicher. Die Geräte wurden genutzt, um für chinesische Unternehmen gekaufte Klicks und Likes zu liefern.

Thailand gelingt Schlag gegen Klickfarm

Thailand gelingt Schlag gegen Klickfarm

Klicks, Likes und Shares sind im Netz längst zu einer Währung geworden. Was Usern gefällt, zeigen sie gerne - für Firmen steckt bares Geld in den Aktionen der Social-Media-Nutzer. Wo Geld verdient werden kann, sind meist auch Betrüger nicht weit. So sorgen unzählige sogenannter Klickfarmen in Asien dafür, dass Firmen mit gekauften Likes versorgt werden - denn das lassen sich die Unternehmen einiges kosten.

In Thailand ist der Polizei nun in der Provinz Sakaeo ein Schlag gegen diese organisierten Online-Betrüger gelungen. Wie die "Bangkok Post" berichtet, haben die Beamten drei chinesische Männer verhaftet, die eine solche Klickfarm betrieben. dabei wurden 474 iPhones und 350.000 SIM-Karten sichergestellt. Die Smartphonemodelle 5C, 5S znd 4S waren auf Regale montiert, von wo aus sie bedient wurden. 

Klickfarmen sorgen für Likes, Shares und Seitenabrufe

Die Männer gaben an, dass sie für ein chinesische Unternehmen gearbeitet haben. Ihre Aufgabe bei dem Deal: Likes, Shares und Seitenaufrufe für den in China beliebten Messenger Wechat generieren. Dass die Klickfarm für Chinesen arbeitet, hat praktische Gründe, denn die Mobilfunktkosten sind in Thailand günstig, berichtete einer der verhafteten Männer. Für die gekauften Klicks bekamen die drei Männer 150.000 Baht, umgerechnet knapp 4000 Euro. Die Behörden suchen jetzt nach weiteren Klickfarmen, die zu einem Betrügerring gehören sollen. Noch rätseln die Ermittler, wie es möglich war, die technischen Geräte und Smartphones ins Land zu schmuggeln.

120 Dollar Jahresgehalt für Klickfarm-Mitarbeiter

Die Arbeit der Klickfarmen hatte der britische "Guardian" vor einigen Jahren in einer Reportage geschildert: Die von den Reportern besuchte Firma ließ die Mitarbeiter im Drei-Schicht-System arbeiten. Pro Jahr bekamen die Mitarbeiter umgerechnet 120 Dollar für ihren Job. In der Report vom "Guardian" ging es vor allem um Twitter-Follower, Facebook und Youtube.  

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