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Kolumne - Neulich im Netz: Robert T-Online: Friede seiner Asche 1.0

Eigentlich sollte das ja eine Kolumne über die Systems werden. Aber die IT-Messe in München, einst angeblich fast so wichtig wie die CeBIT, kennt ja keiner mehr. Anders Robert T-Online, der Schreihals von der T-Firma. Friede seiner Asche 1.0.

Eigentlich sollte das ja eine Kolumne über die Systems werden. Aber die IT-Messe in München, einst angeblich fast so wichtig wie die CeBIT, kennt ja keiner mehr. Anders Robert T-Online, der Schreihals von der T-Firma. Friede seiner Asche 1.0.

Die atomblonde Werbefigur kennt zwar bald auch keiner mehr, aber eben erst bald. Denn erst dieser Tage zogen seine Chefs den Stecker der schrillen Werbefigur. Jetzt kann er auf dem eFriedhof mit seinem mutmaßlichen Papa Max Headroom um die Wette stottern und an der Krawatte zupfen. Immerhin haben wir den aalglatten Anzugträger über drei Jahre lang ausgehalten, denn das digitale Leben von Robert T-Online (bitte wer hat ihm diesen Vornamen gegeben?) begann mit der Kampagne zum T-Online-Börsengang - das war im März 2000. Nun ist er weg vom Windows und mit ihm seine Gespielin Enie van de Meiklokjes, was selbst eingefleischten Robert-Fans manche Träne trocknet.

Bäumer führt die Riege an

Anscheinend glaubte man bei der eFraktion des Rosa Riesen, mit dem rot-gelben Duo keinen mehr hinter die Maus locken zu können – weshalb nun im Zeichen des großen T kräftig segmentiert wird. Ästhetisch gesehen, führt Marie Bäumer den Reigen an. Die "Romy Schneider-Nachfolgerin" (Movie Bazaar) lässt vielleicht sogar T-Börsenman Ron Sommer (Wieder so ein Vorname) vergessen. Doch weil jetzt segmentiert wird, ist die Bäumer nicht allein unterwegs. Auch aus der 1B-Riege der Nischenstars wird munter gespottet.

Für jeden etwas, irgendetwas

Cosma Shiva Hagen soll wohl die jungen Menschen in diesem Lande ansprechen, Tatort-Kommissar Klaus J. Behrendt andere und Michael Steinbrecher die Schwiegermütter unter den Wolfgang Petri-Fans. Gerade bei Letzterem warten wir gespannt auf die ersten Spots, denn der bekennende Fan der einzig wahren Borussia ist dafür bekannt, pro Sendung nur wenige Punkte zu verschwenden. Wenn die Werber ihn also erst mal Luft holen lassen, könnte das teuer werden. Aber vielleicht bekommt der Begriff Flatrate hier ja eine völlig neue Bedeutung.

Und schon haben wir ihn vergessen, den guten alten Robert T-Online. Eigentlich war er ja ein netter Kerl.

Guido Augustin
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