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Browser Microsoft killt den Internet Explorer und lässt ihn doch weiterleben

Der einstige Marktführer Internet Explorer ist längst nicht mehr der Browser der Wahl
Der einstige Marktführer Internet Explorer ist längst nicht mehr der Browser der Wahl
© GAETAN BALLY/ / Picture Alliance
Mit dem Internet Explorer dominierte Microsoft einst das Netz. Jetzt wird der ungeliebte Browser in Rente geschickt.

Es war für viele Menschen der erste Zugang zum Internet: Microsofts Internet Explorer, der 1995 Premiere feierte, dominierte jahrelang das Netz. Und trieb viele Nutzer in die Frustration. Jetzt hat der Konzern des Ende des Browsers angekündigt. Ganz beerdigen will man ihn aber nicht.

Die Ankündigung kam Montag in einem Blogpost: Noch dieses Jahr sollen die ersten Microsoft-Produkte den Internet Explorer 11 nicht mehr unterstützen, den Anfang macht das Office-Chatprogramm Teams am 30. November. Ab dem 17. August 2021, also fast genau in einem Jahr, soll dann mit Office 365 das letzte Microsoft-Programm die Unterstützung des Browser-Relikts einstellen. Der Konzern aus Redmond setzt dann voll auf den mit Windows 10 eingeführten Browser Edge.

Ende einer Ära

Es ist das Ende einer langen Laufbahn. Als Microsoft den Explorer mit Windows 95 erstmals einführte, steckte das Internet noch in den Kinderschuhen. Der Browser definierte mit seiner Dominanz die Funktionsweise vieler Internetseiten, verdrängte bald den einzigen echten Konkurrenten Netscape Navigator vom Markt. Zum Höhepunkt 2003 soll der Explorer einen Marktanteil von 95 Prozent gehabt haben. Doch mit der Konkurrenz zuerst durch den Mozilla Firefox und dann durch Google Chrome verlor Microsoft immer mehr Boden.

Vor allem der Internet Explorer 7 ruinierte den Ruf der Browser-Serie. Der mit XP eingeführte Browser war notorisch langsam, wimmelte geradezu vor Sicherheitslücken. Als Microsoft mit Windows 10 und dem neuen Browser Edge einen Neustart versuchte, war es zu spät: Google Chrome hatte sich längst den Browser-Thron gesichert. Fast 70 Prozent der Desktop-Nutzer setzen heute auf den Google-Browser, nur 4 Prozent auf Microsofts Edge.

Nicht völlig aus der Welt

So ganz will Microsoft seinen Browser-Oldtimer nicht in Rente schicken. Der Internet Explorer 11 wird als Browser weiter benutzbar sein, bekommt auch Sicherheitsupdates. Das ist kein Zufall: Mit einem weltweiten Marktanteil von knapp 3 Prozent hatte er im Juli fast so viele Nutzer wie Edge. Die will Microsoft nun mit einem Legacy-Modus zum neuen Browser locken: Edge kann Webseiten so darstellen, wie es der Internet Explorer tun würde. "Man kann das moderne Web in einem Tab und die für viele Unternehmen wichtige Legacy-App von Explorer 11 im anderen Tab betreiben", erklärt der Konzern.

Bei Edge werden aber ebenfalls Zöpfe abgeschnitten. Seit Anfang des Jahres läuft der Browser auf Basis von Chromium, dem Unterbau des Google-Konkurrenten. Die Edge-Version mit dem alten Unterbau wird ab dem 9. März 2021 nicht mehr unterstützt.

Quelle:Microsoft, Statcounter


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