Musik-Downloads Amazon greift Apple an


Der Musikdownload-Shop von Amazon will die Vorherrschaft von Apples iTunes brechen. Die Waffen: Kein Kopierschutz, günstige Preise und ein Repertoire von zwei Millionen Songs. Ein kluges Konzept, das den Marktführer mittelfristig ärgern könnte.

Der US-Internet-Einzelhändler Amazon.com startet mit dem Online-Verkauf von Musik ohne Kopierschutz und greift damit Marktführer Apple an. Zunächst bietet "Amazon MP3" in einer Testversion mehr als zwei Millionen Lieder von über 180.000 Künstlern an. Der Preis pro Song liegt dabei zwischen 89 und 99 US-Cent. Und da liegt auch der entscheidende Vorteil gegenüber Marktführer Apple mit seinem Angebot iTunes.

Preiswerte Songs, überall zu abspielbar

Denn die Songs bei Amazon sollen nur zwischen 89 und 99 US-Cent, komplette Alben zwischen 5,99 und 9,99 Dollar kosten. Der Kunde darf sich freuen, unterbietet das Versandhaus die Angebote von Apple doch um bis zu 30 Cent pro Titel. Zudem kann die Musik dank des MP3-Formats auf fast allen Geräten abgespielt werden. Kopiergeschützte Songs aus Apples iTunes Store sind dagegen nur auf den iPods sowie auf dem iPhone abspielbar.

Zu den angebotenen Künstlern gehören die Beastie Boys, Coldplay, Ella Fitzgerald, Nirvana, Paul McCartney, Pink Floyd, Radiohead und die Rolling Stones. Die Eröffnung des Online-Musikladens war mit Spannung erwartet worden, seitdem Amazon.com Verträge mit EMI und der Universal Music Group schloss. Der US-Konzern tritt damit in direkte Konkurrenz zu Apple, dessen iTunes-Online-Laden 70 Prozent des Marktes kontrolliert.

Apples Allmacht brechen

Zwar verdient Apple hauptsächlich sein Geld durch den Verkauf von iPods, aber auch iTunes wirft mittlerweile viel Gewinn ab. Drei Milliarden Songs hat Apple bereits via iTunes verkauft. Der Umsatz dürfte laut Branchenschätzungen zwischen 2,5 und drei Milliarden Dollar liegen. Damit ist Apple mit einem Anteil von rund zehn Prozent bereits der drittgrößte US-Musikhändler, hinter der Elektronikkette Bestbuy und dem Handelsriesen Walmart.

So viel Allmacht nervt die Konkurrenz, denn in den USA kommt ein Drittel aller neuen Songs digital auf den Markt - einige Hits sind nur noch per Download zu kriegen. Kein Wunder also, dass Universal Music und EMI ein starker Partner wie Amazon.com gerade recht kommt. Ob das Geschäftsmodell ein Erfolg wird, hängt sicherlich auch davon ab, wie Apple zurückschlagen wird.

Thomas Soltau

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