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Musik: Rettet Apple die Musikindustrie?

Der Computerpionier präsentiert den ersten Online-Musikdienst, der Kazaa & Co. Konkurrenz machen könnte.

Die längste Zeit waren Plattenbosse auf Apple-Chef Steve Jobs nicht gut zu sprechen: Sein Werbeslogan "Rip. Mix. Burn." schien ihnen wie eine Einladung zur Selbstbedienung - kopieren, klauen, brennen. Besonders, als Apple die Sache mit dem MP3-Player iPod noch einfacher machte: Weit über 1000 Songs speichert die mobile Jukebox auf ihrer Festplatte, und der eingebaute Kopierschutz ist lächerlich leicht zu knacken. 700.000 iPods hat Apple bis heute verkauft, kein anderer Digital-Walkman ist populärer.

Heimliche Verhandlungen

Doch während die Musikfirmen öffentlich jammerten, liefen hinter den Kulissen heimliche Verhandlungen mit Apple - anderthalb Jahre lang, bis Jobs am Montag einen Online-Musikservice präsentieren konnte, der mehr bietet als alle anderen legalen Dienste bisher: Es gibt keine monatliche Abogebühr, wie bei MusicNet oder Pressplay, sondern nur Songs zum Kaufen und Herunterladen für 99 US-Cents pro Titel. Komplette Alben kosten in den meisten Fällen knapp zehn Dollar. Die Songs sind nicht an den Rechner gebunden, sondern können auf CD gebrannt oder auf einen iPod kopiert werden - und sie haben auch kein eingebautes Verfalldatum. Andere Dienste, die Musikfreunden solche Ketten anlegen, seien "keine Alternative" zu illegalen Tauschbörsen wie Kazaa und Morpheus, schimpfte Jobs bei seiner Präsentation im Messecenter in San Francisco: "Die behandeln Sie wie Kriminelle!"

Ehrliche Benutzer?

Auf ehrliche Benutzer mag allerdings auch Apple nicht vertrauen: Der neue Musikdienst benutzt nicht das verbreitete, ungeschützte MP3-Format, sondern den Audio-Standard AAC. Wer den Service nutzen will, muss eine neue Version der Abspielsoftware iTunes aus dem Internet laden, die AAC unterstützt und die Verbindung zu "AppleMusic.com" herstellt. Mit 200.000 Titeln geht der virtuelle Musikladen an den Start - das ist nicht viel, doch Jobs versprach: "Jeden Tag kommen neue dazu." 30 Sekunden pro Titel kann jeder kostenlos probehören, Videos sind ebenfalls gratis und Teil der Strategie, dass Musikfans kommen und kaufen, wenn man sie nur auf den Geschmack bringt. "Sie brauchen keinen Pfennig auszugeben", erklärte Jobs, "aber wir glauben, dass Sie sich ganz neu in Musik verlieben und freiwillig ein paar Pfennig ausgeben werden."

Weg aus dem Umstatz-Tief?

Nichts wünschen sich die Plattenbosse mehr als das: 2002 fiel der weltweite Umsatz der Musikbranche im dritten Jahr in Folge - diesmal um sieben Prozent auf 32 Milliarden Dollar (29 Milliarden Euro). Versuche, die Piraten aus der Welt zu klagen, halfen wenig: Der Tod von Napster führte zur Geburt etlicher Nachfolge-Tauschbörsen, die schwerer zu packen sind. Am vorigen Freitag erst wies ein kalifornischer Bundesrichter eine Klage der Plattenfirmen gegen die Betreiber von Grokster und Morpheus ab - die Software allein verletze noch nicht das Urheberrecht.

Zusammen mit Apple sind die fünf großen Plattenfirmen, die zusammen 80 Prozent des Musikmarktes dominieren, nun offenbar auf die Strategie verfallen, ein besseres Angebot zu schaffen, als es die illegalen Tauschbörsen können. Eine Qualitätsgarantie und schnelle Downloads sollen die Nutzer überzeugen, dass es sich lohnt, für Online-Musik Geld auszugeben. Bei Kazaa, dem populärsten Piratenservice, "finden Sie nie den Song, den Sie suchen", lästerte Jobs. "Sie finden 50 oder 60 Versionen." Dann dürfe man raten, welche die richtige und qualitativ beste sei, "und am Ende dauert das Herunterladen eine Ewigkeit und bricht womöglich zwischendrin ab." Auf diese Art könne man eine Stunde verschwenden, um Musik im Gegenwert von vier Dollar zu finden. "Da arbeiten Sie für weniger als Mindestlohn, und obendrein stehlen Sie auch noch!"

Studenten werden kein Mitleid haben

Ob Studenten - ein erheblicher Teil der Kazaa- und Morpheus-Nutzer - das ähnlich sehen? IDC-Analyst Roger Kay hat da seine Zweifel: "Der Apple-Service ist besser als die anderen, aber mit den Gratisdiensten kann er immer noch nicht mithalten. College-Studenten werden sagen: Vergiss es, zu teuer! Die haben wenig Mitleid mit Großverdienern wie Mick Jagger." Kays Kollege P.J. McNealy vom Marktforscher Gartner G2 dagegen gibt dem Apple-Service gute Chancen auf Erfolg: "Von den Bezahldiensten ist es sicher der attraktivste. Leute, die lieber stehlen, wird es immer geben, aber das ist eine Minderheit."

Apple Nutzer in der Minderheit

Das gilt allerdings auch für Apple-Nutzer: Der weltweite Marktanteil des PC-Pioniers liegt bei nur noch 2,3 Prozent. Selbst wenn der Service abhebt, wird das die Plattenbranche kaum merklich beflügeln - fürs erste. Denn Apple will den Windows-Nutzern entgegenkommern: Bis Ende des Jahres soll der Musikdienst auch für PCs angeboten werden. Das passt zur Strategie, die Apple bereits mit dem iPod eingeschlagen hat: Auch von dem MP3-Player gibt es neuerdings eine Windows-Variante. Und demnächst wird es nicht mal mehr einen Unterschied zwischen Apple- und Windows-iPods geben. Gleichzeitig mit dem Musikservice präsentierte Jobs am Montag die neueste Generation von iPods: dünner, leichter, leistungsfähiger - und Wanderer zwischen den Computerwelten. Dank doppelter Schnittstelle (Firewire und USB) dockt der Taschenspieler nun sowohl an Macs als auch Windows-PCs an. Die neuen iPods können die Songs des Musikdienstes im AAC-Format sofort abspielen, ältere iPods brauchen ein Software-Update, das Apple kostenlos zum Download anbietet.

Nuzter ausserhalb der USA haben ein Problem

In die Röhre schauen allerdings weiterhin alle Apple- und Musikfreunde außerhalb der USA - denn nur Nutzer mit einer amerikanischen Kreditkarte können bei "AppleMusic" einkaufen. (Ausschlaggebend ist die Rechnungsadresse.) An internationalen Versionen werde gearbeitet, sagte Jobs, doch das kann dauern: Da die Musikrechte je nach Land bei ganz unterschiedlichen Verlegern, Komponisten und Musikern liegen, stehen Apple zähe Verhandlungen bevor. Deutsche Mac-Nutzer haben weiter kaum eine Möglichkeit, legal Musik im Netz zu finden. Popfile.de etwa - ein Service, der ebenfalls den Kauf einzelner Songs und Brennen auf CD erlaubt - funktioniert ausschließlich mit Windows-PCs. Bleibt also, wie gewohnt, nur Eigeninitiative: "Rip. Mix. Burn."

Karsten Lemm
kann man sich gegen eine maßnahme vom jobcenter wehren?
hallo. ich bin quasi arbeitsunfähig seit meinem 18ten lebensjahr. ich wiege 200 kg und habe eine betreuung weil ich sonst gar nichts schaffen würde. sie bringt mich zu terminen und begleitet mich zu arzt besuchen. das einzige was ich noch alleine kann ist einkaufen und das auch nur weil es nunmal lebensnotwendig ist ,jedoch bin ich danach total erschöpft und fertig.ich kann keine 200 meter mehr laufen.und mal ganz abgesehen von meiner körperlich verfassung leide ich seit meiner kindheit an starken depressionen,borderline,panikattacken,einer traumatischen belastungsstörung und angstzuständen. ich bin demnach körperlich sowie auch psychisch ziemlich fertig. gestern war ich beim amtsarzt zur begutachtung sowie auch einmal vor 2 jahren. und die ärztin sagt mir ernsthaft,das es zumindest köperlich nicht ausreichen würde das ich weiterhin krank geschrieben werden kann und sagte,das eine maßnahme sicherlich gut sein kann.und das obwohl ich bereits sagte,das ich körperlich unfähig bin irgendwas alleine zu schaffen und ,meine betreuerin mich überallhin begleiten muss.(ich habe kein auto)ich bin vollkommen entsesetzt und habe nun angst das sie mich in eine maßnahme stecvken welche ich einfach nicht schaffe und sie mir dann das minum an geld nehmen welches ich bekomme und ich dann verhungernd und auf der starße leben muss,eben weil es ein ding der unmöglichkeit für mich darstellt.kann man sich da irgendwie wehren?sie sagt sie findet ich sei zu jung um berentet zu werden (28).ich habe gerade wirklich angst.kann man einen menschen zwingen etwas für ihn unmögliches zu tun?ich hab das gefühl die wollen irgendeine quote erfüllen und solange man die arme bewegen kann,ist man arbeitsfähig...hilfe :(