Nach Rodler-Tod Unfall-Videos werden zur Virusfalle


Perfider Köder: Mit vermeintlichen Videos vom tragischen Unfall des georgischen Rodlers Nodar Kumaritaschwili versuchen Kriminelle Computerviren zu verbreiten. Experten warnen: kein Einzelfall.

Web-Kriminelle wollen das weltweite Interesse am tödlichen Unfall bei den Olympischen Spielen ausnutzen. Deshalb sollten Surfer nicht vorschnell klicken, wenn ihnen ein Video des verunglückten Rodlers aus Georgien angeboten wird. Sonst handeln sie sich womöglich Schadcode ein. Davor warnen sowohl AVG, ein Anbieter von IT-Sicherheits-Lösungen, als auch der IT-Branchenverband Bitkom. Dieser Versuch, nach Großereignissen die Neugierde von Anwendern auszunutzen, ist alles andere als ein Einzelfall: "Die Leute sind es dann ja gewohnt, Bilder oder Videos als erstes im Netz zu finden und suchen danach", sagte Bitkom-Sicherheitsexperte Lutz Neugebauer.

Dem entsprechend umtriebig sind die Kriminellen. Ist gerade kein klick-trächtiges Ereignis zur Hand, erfinden sie einfach eines. So geistern zum Beispiel immer wieder Meldungen über vermeintliche Trennungen oder Todesfälle von Promis durchs Netz. Wer sie anklickt, lädt sich entweder wie jetzt im Fall des verunglückten Rodlers ein Schadprogramm herunter, meist einen Trojaner. Oder er wird auf eine präparierte Webseite gelotst und fängt sich den digitalen Schädling auf diesem Weg ein.

Wer online vermeintlich brandheiße Informationen erhält, sollte daher nach Neugebauers Worten immer misstrauisch sein. "Dabei ist es ganz egal, von wem die Infos kommen." Denn nicht nur ein Eintrag in einer Suchmaschine oder Mails aus unbekannter Quelle können Gefahr bedeuten: Auch in der Nachricht des Community-Freundes, über dessen Konto ein Gauner die Kontrolle erlangt hat, kann ein Link auf eine präparierte Seite stehen.

DPA DPA

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