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Nach Ski-Unfall: Schumi-Trauerseiten werben um Klicks auf Facebook

Michael Schumachers Zustand ist kritisch, er liegt im Koma. Doch noch bevor es offizielle Statements zu seinen Verletzungen gab, entstanden Trauerseiten auf Facebook.

Von Dominik Brück

Geschmackloser geht es nicht: Während der siebenfache Formel-1-Weltmeister Michael Schumacher nach einem Skiunfall um sein Leben kämpft, werben zahlreiche Seiten auf Facebook mit dem Tod des 44-Jährigen um Klicks. "R.I.P Michael Schumacher" (Rest in Peace, dt. Ruhe in Frieden) nennen sich die vermeintlichen Trauerseiten, die seit Sonntag in großer Zahl zu finden sind. Bilder von Schumacher mit Trauerflor gehören genauso zur Aufmachung der Seiten, wie Rückblicke auf das Leben des Formel-1-Stars. Rücksicht auf Freunde und Familie von Michael Schumacher nehmen die Macher der Seiten nicht. Dass Schumacher lebt, scheint die Seitenbetreiber kaum zu kümmern. Stattdessen wird mit Slogans wie "1 Like=1 Respect" um Aufmerksamkeit der Facebook-Nutzer geworben. Den eindeutigen Tiefpunkt stellt dabei eine Seite dar, die in der Nacht zum Montag postet, Schumacher sei an seinen Verletzungen gestorben - eine makabre Lüge.

"Schämt euch"

Während die meisten Seiten unter 500 Likes liegen, hat eine Seite am Montag bereits rund 20.000 "Gefällt mir"-Angaben erhalten. Doch weitaus größer ist die Wut vieler Facebook-Nutzer über die Seitenmacher: "Schämt euch", "Das ist nur respektlos" oder "Wie geschmacklos", heißt es in vielen Kommentaren. Auch Gegenseiten mit dem Titel "Michael Schumacher lebt" sind inzwischen auf Facebook zu finden. Die Beteiligung an diesen Seiten ist bisher jedoch sehr gering. Lediglich 33 "Gefällt mir"-Angaben kommen am Montag auf die am häufigsten gelikte "Schumacher lebt"-Seite.

Stattdessen kündigen viele Nutzer in ihren Kommentaren an, die "R.I.P"-Seiten bei Facebook melden zu wollen, damit diese aus dem sozialen Netzwerk entfernt werden. Das Unternehmen scheint auf diese Forderungen jedoch nicht zu reagieren. Als Antwort auf die Meldung einer "R.I.P"-Seite gibt Facebook an, dass diese nicht gegen die Gemeinschaftsstandards verstoßen würde und daher nicht gelöscht werde.

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