HOME

Skiunfall in den Alpen: Schumacher in der Nacht offenbar erneut operiert

Der Zustand von Michael Schumacher ist ernst. In der Nacht soll es eine zweite Operation gegeben haben. Seine Frau und seine Kinder sind bei ihm. Freunde und Kollegen halten den Atem an.

Michael Schumacher kämpft um sein Leben: Der 44-jährige siebenfache Formel-1-Weltmeister hat bei einem Skiunfall in den französischen Alpen ein schweres Schädel-Hirn-Trauma erlitten und war nach einer Notoperation weiter in "kritischem Zustand", wie das Universitätskrankenhaus in Grenoble am Sonntagabend mitteilte. Er sei schon bei der Einlieferung ins Krankenhaus im Koma gewesen.

Schumacher wurde der Erklärung zufolge um 12.40 Uhr in das Centre Hospitalier Universitaire (CHU) gebracht. Seine Frau und seine beiden Kinder seien an seiner Seite, teilte die Klinik weiter mit. Neue Angaben über seinen Zustand kündigte das Krankenhaus für Montagvormittag (11 Uhr) an.

Nach übereinstimmenden Berichten der "Bild" und von französischen Medien hat es in der Nacht eine zweite Operation gegebe. Demnach sollen die Ärzte im Krankenhaus von Grenoble Löcher in den Schädel des 44-Jährigen gebohrt haben, um den inneren Druck zu verringern. Eine offizielle Bestätigung gab es dafür bislang nicht.

Schumis Leibarzt eilt an Krankenbett

Schumacher war am späten Vormittag im Skigebiet von Méribel gestürzt, als er mit seinem 14-jährigen Sohn abseits der Piste unterwegs war. Obwohl er einen Helm trug, erlitt er ein schweres Schädel-Hirn-Trauma, als er mit dem Kopf auf einen Stein schlug. Offenbar verschlechterte sich sein Zustand rapide. Beim Eintreffen des Rettungsdienstes war der Verunglückte noch bei Bewusstsein.

Nach dem Sturz wurde Schumacher zunächst in ein Krankenhaus in Albertville-Moûtiers gebracht. Von dort wurde er eine Stunde später mit einem Hubschrauber in die Universitätsklinik in Grenoble verlegt.

Zur Behandlung Schumachers eilte auch der Pariser Hirnchirurg Gérard Saillant nach Grenoble. Er wurde am frühen Abend mit einem Polizeiwagen zur Klinik gebracht. Der anerkannte Spezialist hatte Schumacher schon nach einem früheren Formel-1-Unfall behandelt und ist ein Vertrauter des Deutschen.

Riesengroße Anteilnahme in der Sportwelt

Die Anteilnahme am Schicksal des siebenfachen Formel-1-Weltmeisters ist riesengroß. Im Verlaufe des Abends kamen vor der Klinik Formel-1-Fans mit Ferrari-Emblemen zusammen. Der frühere französische Formel-1-Pilot Olivier Panis erschien vor dem Krankenhaus und sagte, er sei "beunruhigt" über den Gesundheitszustand seines Freundes. Der brasilianische Rennfahrer Felipe Massa wünschte Schumacher via Instagram eine "schnelle Genesung". "Ich bete für Dich, mein Bruder!", fügte Massa hinzu. "Komm Michael, gib uns eines deiner Rennen mit purem Quali-Speed, so wie du es immer gemacht hast. Du kannst es schaffen", twitterte der ehemalige Formel-1-Pilot Martin Brundle. "Uhh, habe gerade von dem schrecklichen Unfall von Michael Schumacher gehört", schrieb Top-Tennisspielerin Sabine Lisicki. "Werd bitte schnell wieder gesund", meinte Fußball-Nationalspieler Lukas Podolski in dem sozialen Netzwerk: "Nur das Beste, mein Freund." Der deutsche Basketballstar Dirk Nowitzki twitterte: "Meine Gedanken sind bei Schumi."

Mit seinen sieben Weltmeistertiteln in der Formel 1 und 91 Rennsiegen ist Schumacher einer der erfolgreichsten Rennfahrer aller Zeiten. Er beendete nach einem Comeback im Jahr 2010 vor einem Jahr seine Formel-1-Karriere endgültig. Schumacher lebt mit Frau und Kindern in der Schweiz, am Freitag ist sein 45. Geburtstag.

kng/DPA/AFP / DPA

Wissenscommunity