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Kopfverletzung nach Skiunfall: Michael Schumacher wohl in Lebensgefahr

Ex-Formel-1-Weltmeister Michael Schumacher ist beim Skifahren gestürzt und hat ein schweres Schädel-Hirn-Trauma erlitten. Sein Management bestätigt, dass er sich in einem kritischen Zustand befindet.

Formel-1-Rekordweltmeister Michael Schumacher ist knapp fünf Jahre nach seinem schweren Motorradunfall beim Skifahren in Frankreich verunglückt. Er verletzte sich lebensgefährlich am Kopf, wie Medien aus Grenoble berichteten. Schumachers Management bestätigte am Sonntagabend, dass der Kerpener "ein Kopftrauma mit Koma, das umgehend eine neurochirurgische Behandlung erforderte" zugezogen hat.

Nach stundenlangem Bangen um den Gesundheitszustand von Michael Schumacher nahm die Sorge um den verunglückten Schumi dramatische Züge an. Dem TV-Sender BFMTV zufolge erlitt er fünf Tage vor seinem 45. Geburtstag bei seinem Sturz auf Skiern eine Hirnblutung. Zuvor hatte die französische Regionalzeitung "Le Dauphiné Libéré" berichtet, der Gesundheitszustand Schumachers habe sich verschlechtert, die Prognose sei inzwischen ernsthaft.

Vom Krankenhaus selbst gab es indes keine Informationen über den Zustand des zweifachen Familienvaters.

Um 11.07 Uhr am Sonntagmorgen verunglückte der Formel-1-Rekordweltmeister, als er zwischen zwei markierten Pisten im Skigebiet in Méribel unterwegs war. Schumacher, der einen Helm trug, soll mit dem Kopf auf einen Felsen aufgeschlagen sein.

Vor dem Krankenhaus in Grenoble wurden umgehend Absperrungen aufgebaut. Schumacher war dort nach Angaben von Grenier gegen 13.00 Uhr eingeliefert worden. Schumacher wurde im Traumazentrum der CHU-Klinik am Nachmittag eingehend untersucht. Später traf unter großem Polizeiaufgebot Professor Gérard Saillant ein - der Gründer eines Gehirn-Instituts hat Schumacher schon nach seinem schwersten Formel-1-Unfall im Jahr 1999 operiert. Damals war Schumi im Ferrari in Silverstone verunglückt und hatte sich einen Schien- und Wadenbeinbruch zugezogen.

Polizei soll ermitteln

Unmittelbar nach dem Unfall soll Schumacher nach Angaben von Christophe Gernigon-Lecomte, Chef der Skistation Méribel, an Ort und Stelle bereits notfallmäßig versorgt worden sein. Binnen zwei, drei Minuten seien zwei Bergretter dort gewesen, erklärte er. Mit dem Rettungshubschrauber wurde Schumacher zuerst ins Krankenhaus von Moûtiers geflogen, von dort aus nach Grenoble gebracht.

Laut französischen Medien soll Schumacher beim Skifahren unter anderem mit seinem Sohn unterwegs gewesen sein. Seine Managerin Sabine Kehm bestätigte lediglich, dass der ehemalige Rennfahrer nicht allein gewesen sei, eine weitere Person sei aber nicht in den Unfall verwickelt gewesen. Medienberichten zufolge soll die Polizei wegen des Unfalls ermitteln.

Gute Wünsche via Twitter

Auch unter ehemaligen Kollegen und Freunden war die Sorge groß. Felipe Massa, einst Schumachers treuer Gehilfe bei Ferrari, schickte via Twitter Genesungswünsche geschickt. "Ich bete für dich, mein Bruder!", schrieb der Brasilianer: "Ich hoffe, Du erholst dich schnell!! Gott segne dich, Michael." Massa postete daneben ein Bild, das ihn verschwitzt nach einem Rennen in den Armen von Schumacher zeigt, den er immer als seinen Professor bezeichnet.

"All the best for you, my friend!", schrieb Fußball-Nationalspieler Lukas Podolski, mit dem Schumacher gut befreundet ist, nach den "schlechten Nachrichten".

Leidenschaften mit Risiko

Seit einem Jahr fährt Schumacher nicht mehr in der Formel 1. Der Kerpener, der in der Schweiz am Genfer See mit seiner Familie lebt, ist aber sportlich nach wie vor aktiv - und nicht selten sind seine Leidenschaften mit einem gewissen Risiko verbunden. Auch Fallschirmspringen und Motorradfahren zählen zu den großen Passionen des 91-maligen Grand-Prix-Gewinners.

Und auf zwei Rädern war Schumacher im Februar 2009 im spanischen Cartagena schwer verunglückt - damals wurde erst im Nachhinein deutlich, wie heftig der Unfall mit einem Rennmotorrad war. Schumacher hatte eine Fraktur im Bereich der Schädelbasis und eine in der Halswirbelsäule erlitten. Er verletzte sich zudem einen Halswirbel und eine Rippe.

Im selben Jahr hatte Schumacher ein Comeback in der Formel 1 absagen müssen. Es ging aus gesundheitlichen Gründen nicht. "Die Unfallfolgen waren die schwersten, die Michael in seiner Karriere zu tragen hatte", sagte damals sein behandelnder Arzt Johannes Peil, Chef der Sportklinik in Bad Nauheim, als Schumacher das Aus für die Rückkehr-Pläne zu Ferrari mitteilte.

Schwerster Unfall 1999

2010 kam Schumacher dann allerdings wieder zurück in die Königsklasse des Motorsports. Drei Jahre fuhr der siebenmalige Weltmeister für den deutschen Werksrennstall Mercedes. Für den deutschen Autobauer ist Schumacher weiterhin als Botschafter tätig.

Seinen schwersten Unfall in der Formel 1 hatte Schumacher 1999 erlebt. Damals war er im Ferrari in Silverstone verunglückt und hatte sich einen Schien- und Wadenbeinbruch zugezogen. Über die Erfahrungen damals hatte er mal berichtet: "Ich liege da und merke, wie ich mich wieder so ein bisschen fange und beruhige und fühle meinen Herzschlag. Und fühle plötzlich, wie mein Herzschlag immer weniger wird und plötzlich komplett aufhört. Lichter gehen aus."

dho/tkr/Jens Marx/Gerd Roth/DPA / DPA

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