Fernsehen
Doku über die Tochter von Michael Schumacher: Wie bei Bibi und Gina

Szene aus "Pferdestärke – Die Welt der Gina Schumacher"
Auf ihrer Ranch in Texas: Gina Schumacher, 29, mit einem ihrer Pferde. Im Hintergrund ihr Mann Iain Bethke. Eine Szene aus der Doku über sie
© ZDF
Im ZDF ist jetzt die Doku „Pferdestärke – Die Welt der Gina Schumacher“ zu sehen. Die scheint auf den ersten Blick eher etwas für Pferdemädchen zu sein – lohnt sich aber doch.

Natürlich geht es auch um ihren Vater. Schon der erste Satz, den man von ihr hört, erinnert an ihn. „Ich kann zwar keine Rennen fahren. Aber ich würde gern auch sehr erfolgreich sein in dem, was ich mach’“, sagt Gina Schumacher. Dazu sieht man Bilder ihrer Ranch in Texas. 

Gina Schumacher ist Westernreiterin, Reining heißt ihr Sport. Den muss man sich ein bisschen so vorstellen wie Dressurreiten trifft Wilden Westen. Der Sport kommt aus den USA, es geht darum, Übungen vorzuführen, die beim Rinderhüten wichtig sind: enge Drehungen, plötzliches Abbremsen, so was. Gina Schumacher ist sehr gut darin, Welt- und Europameisterin, darum hat das ZDF nun eine Doku über sie gedreht: „Pferdestärke – Die Welt der Gina Schumacher“. 

Die wird auch über den Namen Schumacher verkauft, schon in der Ankündigung wird auf Ginas „weltberühmten Vater Michael“ verwiesen – den siebenfachen Formel-1-Weltmeister, der 2013 als Ruheständler auf der Skipiste in Méribel verunglückte und seither von seiner Familie abgeschirmt wird.

Szene aus: "Pferdestärke – Die Welt der Gina Schumacher"
Hoch zu Ross: Gina Schumacher reitet 2025 bei den World Reining Championships, zu denen die Doku sie begleitet
© ZDF

Wer die Doku aus voyeuristischen Gründen einschaltet, in der Hoffnung, etwas Neues über Michael Schumacher und seinen Gesundheitszustand zu erfahren, kann gleich wieder ausmachen. Doch auch Corinna Schumacher kommt zu Wort, Michaels Frau und Ginas Mutter. Und die Schumacher-Frauen sind schlau genug, zu wissen, dass man eine Doku über Reining, einen in Deutschland eher unbekannten Sport, nicht ohne ein, zwei Michael-Häppchen verkaufen kann. 

Gina sieht ihrem Vater ja sehr ähnlich, nur dass er nie künstliche Wimpern trug. Aber das berühmte Schumi-Kinn ist erkennbar in ihrem Gesicht. An einer Stelle erzählt sie: „Nach Papas Unfall habe ich mich wirklich reingehängt, weil ich irgendetwas machen musste. Die Pferde waren schon immer wichtig, seitdem könnte ich ohne Pferde nicht. Sie haben mir geholfen, das alles durchzustehen.“

Und Corinna Schumacher, die selbst Westernreiterin ist und sich als Pferdezüchterin etabliert hat, erzählt: „Michael sagte mal zu mir, da war Gina zehn: ‚Gina wird viel besser als du.‘“ Weil die Tochter egoistischer sei. Also mehr wie er, der auf der Rennstrecke ja auch keine Verwandten kannte. Gleichzeitig sei Gina sehr glücklich mit ihren Pferden, „die lacht immer“, wenn sie ihr und den Tieren zusehe, sagt Corinna Schumacher. Und wenn das so sei, „dann hat man doch alles richtig gemacht im Leben“.

Gina Schumacher und das „Mutter-Tochter-Ding“

Und so streift die Kamera über die weitläufige Ranch der Schumachers, „inmitten von Nirgendwo“, wie die Tochter es beschreibt. Man sieht, wie Gina dort ihre Pferde duscht und ihnen Zöpfe flicht, was alles ein wenig daherkommt wie bei Bibi und Gina, die Reiterhoffolgen.

Am Rand kommt auch Ginas Mann Iain Bethke vor, mit dem sie eine kleine Tochter hat und der hier und da einen Satz sagen darf. Man sieht Rolf Schumacher, ihren Opa, der im Publikum sitzt, als sie beim „World Reining Championship“ antritt und der sie hinterher in den Arm nimmt; die Enkelin hat natürlich gewonnen. Vor allem aber geht es um Gina und Corinna. Das Westernreiten sei so ein „Mutter-Tochter-Ding“, sagt Sabine Kehm, die Liebe zu Pferden verbinde die beiden seit Ginas Kindheit. 

Gina Schumachers Vater Michael auf dem Siegerpodest in der Formel 1
Das große Vorbild, was den Ehrgeiz angeht: Ginas Vater Michael Schumacher, hier als Sieger des Großen Preises von China 2006 in Shanghai
© Paul Gilham / Getty Images

Kehm war einst Michael Schumachers Pressesprecherin und Managerin, heute ist sie das für die ganze Familie. Sie beschreibt Gina als „sehr akribisch“, sie gucke sich alles an, „so wie Michael das in seiner Formel-1-Karriere gemacht hat“. Auch hier fehlt kein Vergleich mit dem Mann, der einst Weltspitze war. „Gina reitet auf dem Top-Level, Corinna ist auf dem Top-Level der Unternehmerinnen in dem Sport“, sagt Kehm. Man könne nur den Hut vor den beiden ziehen. 

Natürlich kann man auch kurz darüber nachdenken, dass Mutter und Tochter sich ihr Reiterleben aus einer sehr bequemen Position heraus aufgebaut haben. Ohne Geldsorgen, mit viel Zeit. Und sich fragen, warum man die Doku schauen soll, wenn man sich nicht fürs Westernreiten interessiert. Aber dann ist es doch schön, die Schumacher-Frauen zu sehen. Nach allem, was sie durchgemacht haben, wünscht man ihnen ja alles Glück der Erde. Und das liegt nun mal auf dem Rücken der Pferde. 

„Pferdestärke – Die Welt der Gina Schumacher“ ist in der ZDF-Mediathek und am 17. Mai um 17.15 Uhr im ZDF zu sehen.

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