HOME

Rassistische Bezeichnung: Kellnerin nannte asiatische Kundin auf der Rechnung "Ching Chong"

Der Boykott-Aufruf von Ziggy Chau, die eine Rechnung mit der despektierlichen Bezeichnung einer asiatischen Kundin bei Facebook gepostet hatte, schlug immense Wellen. Der Geschäftsführer des New Yorker Restaurants musste Konsequenzen ziehen.

Rechnung des Cornerstone Cafés mit der abwertenden Kundenbezeichnung

Diese Rechnung bekam die Mutter einer Freundin, Facebook-Nutzerin Ziggy Chau stand für sie auf: Sie forderte einen Boykott des New Yorker Cornerstone Cafés, bis es sich für die abwertende, rassistische Bezeichnung entschuldigt hätte. Das ist inzwischen geschehen, doch das Restaurant sah sich genötigt, seine Facebook-Seite vom Netz zu nehmen.

Dass mitten in der weltoffenen Metropole so etwas passieren kann, brachte die Facebook-Nutzerin Ziggy Chau auf die Palme: Die Mutter einer Freundin hatte im New Yorker Cornerstone Café einer Rechnung erhalten, die statt ihres Namens die abwertende Bezeichnung "Ching Chong" trug. Weil die Mutter sich nicht persönlich beschweren mochte, nahm Chau das für sie in die Hand. Sie stellte die Rechnung online und beschreibt sie als Beleg für die aktuelle Stimmung in der Stadt: "Ich hasse es, politisch zu werden, aber angesichts dessen, was hier in den USA passiert, und unser aktueller Präsident scheint das möglich zu machen, ist es völlig in Ordnung, sich offen rassistisch zu zeigen." Chau ruft auf, das Restaurant zu boykottieren, bis es sich öffentlich entschuldigt habe. Sie bittet ihre asiatischen Freunde, das Posting zu teilen und damit für alle Asiaten aufzustehen. 


Die Macht der sozialen Medien

Seither, das erste Posting wurde am 16. August veröffentlicht, ist eine Menge passiert. Chaus Aufruf wurde 580 Mal geteilt und hat es über die Landesgrenzen hinaus geschafft: Neben amerikanischen Medien berichteten auch diverse asiatische über den Vorfall. "Soziale Medien sind mächtig", schrieb Chau in einem Update vom 18. August, "Hoffentlich war dies eine ernste Warnung für Rassisten, sich wieder in ihren Löchern zu verkriechen, weil es in der Welt um Liebe und Akzeptanz geht. Rassismus wird nicht toleriert."

Am 17. August hatte sich Rocco, der Geschäftsführer des Cornerstone Cafés, auf der Facebook-Seite des Ladens entschuldigt, er wolle der Sache auf den Grund gehen, das sei nicht akzeptabel. Bei einem ersten Anruf im Restaurant hatte Rocco noch ganz anders reagiert, berichtet Chau: "Ich habe dem Manager Rocco die Situation erklärt, der mich daraufhin fragte: Wie heißt die Kundin denn? Ich sagte, das tue nicht zur Sache, Ching Chong sei eine abwertende Bezeichnung für Asiaten. Er entschuldigte sich und sagte, die Kellnerin habe den Namen vielleicht missverstanden."


Öffentlicher Druck bewirkt, wozu ein Anruf nicht ausreichte

Am 17., einen Tag nach Chaus Facebook-Posting, scheint Rocco die Tragweite klargeworden zu sein: "Der heutige Tag macht mich sprachlos. Die Situation lässt mir keine andere Wahl, als die Angestellte für diese nicht zu rechtfertigende Tat zu kündigen." Doch ihr Verhalten spiegele nicht die Einstellung des Cafés wider. "Ich danke euch, dass ihr mich darauf aufmerksam gemacht habt."

Trotzdem musste die Facebook-Seite des Restaurants wegen des Shitstorms offline genommen werden, sie ist noch immer nicht erreichbar. Inzwischen bat selbst Chau online um Mäßigung: "An alle, lasst uns nun wieder höflich sein. Das Restaurant hat viele Angestellte, deren Existenzen an ihren Jobs dort hängen, und sie sollten nicht leiden, weil EINE DUMME Angestellte dachte, es wäre in Ordnung, eine rassistische Bemerkung zu machen." 

Die leeren Regale in einer Hamburger Filiale von Edeka


bal
Themen in diesem Artikel