Online-Musikshops Amazon greift offenbar den iPod an


Laut einem Medienbericht plant das Internetkaufhaus Amazon einen eigenen Musikdownloaddienst, der in Konkurrenz zu Apples iTunes treten wird. Teil des Angebots sei außerdem ein Amazon-eigener MP3-Player.

Amazon will als Konkurrenz zu dem populären MP3-Player iPod von Apple einen eigenen Musikdienst aufziehen. Das Unternehmen sei bereits in fortgeschrittenen Gesprächen mit den vier globalen Musikkonzernen Sony BMG, Warner Music, EMI und Universal Music, berichtete das "Wall Street Journal" (WSJ) in seiner Onlineausgabe. Der neue Musikdienst solle sich durch eine Reihe von Besonderheiten von dem dominierenden iTunes Music Store von Apple Computer abheben.

Dazu zählen nach Darstellung der Zeitung ein unter dem Amazon-Namen angebotener Musikplayer, der für den weltgrößten Internet-Einzelhändler entwickelt und produziert werden könnte. Als wahrscheinlichster Produzent der Musikplayer sei die südkoreanische Samsung Electronics genannt worden.

Ein Abonnenten-Service würde starke Nachlässe für die Player gewähren und sie vorab mit Songs beladen, die Teil des Abo-Plans wären. Das Modell ähnelt dem der stark subventionierten Mobiltelefone.

Die "Financial Times" hatte Anfang der Woche berichtet, sowohl Amazon als auch Google verhandelten getrennt mit großen Labels über eigene Musikdienste.

Möglicher Start schon im Sommer

Der Dienst könnte nach Angaben der Zeitung bereits im Sommer anlaufen. Amazon habe zu dem Service keine Stellung genommen. Das Unternehmen hat nach Angaben des "Wall Street Journal" auch noch keine endgültigen Lizenzvereinbarungen mit den vier großen Musikkonzernen Universal Music Group, Sony BMG, einem Joint Venture von Sony und Bertelsmann, sowie der Warner Music Group und der EMI Group.

Computerwoche.de weist auf einen besonderen Aspekt hin: "Die bisherigen Abonnement-Dienste leiden nicht zuletzt unter der Tatsache, dass sie nicht kompatibel zu Apples iPod-Playern sind. Die wiederum Amazon.com erfolgreich und in großen Stückzahlen verkauft. Damit wäre aber wohl Schluss, würde sich der Konzern bei digitalen Musikverkäufen in Konkurrenz zu Apple begeben." Das ließe sich aber langfristig nicht vermeiden: Amazon habe im vergangenen Jahr 70 Prozent seines Umsatzes mit dem Verkauf von CDs, DVDs und Büchern gemacht. Das Unternehmen müsse die Konsumenten halten, wenn sie zur digitalen Übermittlung der Produkte übergehen, betonte das WSJ.

san mit Material von DPA

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