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Brazzers: Hacker knacken Porno-Giganten - und stellen die Nutzerdaten ins Netz

Wenn Daten von Webseiten gestohlen werden, kann das für die Nutzer oft unangenehme Folgen haben. Nun hat es ausgerechnet eine der größten Pornoseiten erwischt. Und die Daten von mehr als 800.000 Nutzern stehen öffentlich im Netz.

Brazzers Porno Hack

Bei Brazzers gibt es harte Pornos. Nach dem Hack sind Hunderttausende Nutzerdaten im Netz zu finden

Dass Internet-Seiten gehackt werden, überrascht kaum noch. Schwierig wird es nur, wenn es Seiten erwischt, bei den die Inhalte etwas sensibler sind. Etwa Shopping- oder Bankingseiten. Aber auch Porno-Portale gehören dazu. Jetzt hat es mit "Brazzers" eines der größten erwischt. Und das könnte für viele Nutzer peinlich werden.

Bei der Seite gibt es so ziemlich alles, was Mainstream-Pornos so hergeben, von der Lehrer-Fantasie bis zum Gruppensex. Klar, so dramatisch wie beim Hack des Fremdgeh-Portals Ashley Madison dürften die Folgen beim reinen Porno-Konsum nicht ausfallen. Viele Nutzer werden wohl  trotzdem gerne vorm Partner verheimlichen, dass sie sich auf Porno-Seiten herumtreiben. Zumal Brazzers anders als viele der beliebten Streaming-Portale kostenpflichtig ist. Wer dort seine Gelüste befriedigen will, ist also gezwungen, sich auch anzumelden.

Hat man sich dort nun nicht mit der Alltags-Mailadresse oder gar unter Klarnamen angemeldet, muss man sich aber wohl keine Sorgen um eifersüchtige Partner machen - und kann erstmal aufatmen. Denn Zahlungsdaten befinden sich nicht in den aufgetauchten Daten. Das könnte sich aber schnell ändern.

Passwörter im Klartext

Geknackt wurden nämlich nicht die Seite selbst, sondern das zugehörige Forum. Zahlungsdaten sind dort nicht eingetragen, wohl aber Passwörter. Und die konnten die Hacker im Klartext abgreifen. Da die Zugangsdaten die gleichen sind wie bei der Hauptseite, ist denkbar, dass Kriminelle die Accounts systematisch durchgehen, um doch noch interessantes Material zu bekommen.

Betroffen sind aber leider nicht nur Nutzer, die ihren Account auch im Forum benutzt haben, berichtet "Vice.com". Die Nachrichtenseite hat Kontakt mit zwei betroffenen Nutzern aufgenommen, beide hatten nie das Forum benutzt. Der Sprecher von Brazzers gab gegenüber "Vice.com" zu, dass Forum und Seite die Account-Daten miteinander teilten. Und das, obwohl beide Seiten unter unterschiedlichen Webadressen zu finden sind.

Sind Sie betroffen?

Dem Sprecher zufolge gab es bereits 2012 einen Angriff auf das Forum, bei dem die Hacker die Daten eines Teils der Nutzer abfischen konnten. Man habe danach Maßnahmen ergriffen, um die Accounts besser zu schützen. Ob die jetzt aufgetauchten Daten aus dem alten Hack stammen, ist nicht bekannt. Aktuell ist das Forum nicht zu erreichen.

Ob auch die eigenen Daten unter den jetzt aufgetauchten sind, verrät diese Webseite. Sie gleicht E-Mail-Adressen mit denen ab, die bei einer ganzen Reihe bekannter Hacks aufgetaucht sind. Der Brazzers-Hack ist auch schon dabei. Ist die eigene Mailadresse betroffen, sollte man schleunigst seine Passwörter ändern. Das sollte man ohnehin regelmäßig tun. Zudem bietet sich für viele Seiten die Nutzung von Wegwerf-Mailadressen an.

mma
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