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Unternehmen: Wilde Zeiten bei Samsung: Trotz Rekordgewinn läuft der Chef weg

Eigentlich läuft das Geschäft bei Samsung so gut wie nie. Die Koreaner erwarten den zweiten Rekordgewinn in Folge. Doch hinter den Kulissen herrscht das Chaos.

Für Electronics sollte heute eigentlich ein Tag zum Jubeln sein: Seit dem letzten Jahr konnte der koreanische Riese seinen operativen Gewinn fast verdreifachen - obwohl vor einem Jahr mit dem Note 7 eines der wichtigsten Produkte dem Konzern wortwörtlich um die Ohren flog. Trotzdem wirft Geschäftsführer Kwon Oh-hyun heute das Handtuch und nennt als Grund eine "beispiellose Krise".

Rein finanziell ist von der wenig zu bemerken. 14,5 Billionen Wong (etwa 10,8 Milliarden Euro) Gewinn konnte man im letzten Quartal einnehmen, errechnete Samsung - eine Steigerung von 179 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die größte Einnahmequelle waren die für Smartphones, Tablets und PCs so wichtigen Speicherchips. Sie fahren alleine zwei Drittel der Gewinne ein. Geleitet wird die Sparte von Kwon Oh-hyun - der nun auf dem Höhepunkt geht.

"Nie gekannte Krise"

"Während wir uns nach Innen wie Außen in einer bisher nie gekannten Krise befinden, ist es nach meinem Glauben Zeit, mit einem frischen Geist und einer jungen Führung neu anzufangen", erklärte Oh-hyun seinen Schritt in einem Brief an die Belegschaft. Überraschend war der Rücktritt wohl nicht. Der Korea-Experte Lee Byung-tae erklärte gegenüber der "Financial Times", dass der Schritt bereits Ende letzten Jahres kommen sollte - es dann wegen eines Führungs-Skandals aber nicht dazu kam.

Denn die , von der Oh-hyun spricht, hat mit dem Geschäft wenig zu tun - sondern ist in erster Linie eine politische. Im letzten Herbst wurde Samsungs De-facto-Chef Lee Jae-yong verhaftet, weil er - und viele weitere Industrie-Bosse - die ehemalige Präsidentin Park Geun-hye bestochen haben sollen. Die musste wegen Millionen-Protesten der Bevölkerung zurücktreten. Jae-yong wurde im August zu fünf Jahren Gefängnis verurteilt. Aktuell befindet er sich in der Berufung des Urteils. Samsung ist seit seiner Verhaftung Februar praktisch kopflos, das Land redet über kaum etwas anderes.

Das Chaos im größten Konzern des Landes beschäftigt nicht nur die Mitarbeiter. Samsung macht alleine etwa 15 bis 20 Prozent der koreanischen Wirtschaft aus. Samsung Electronics ist der mit Abstand größte Unternehmensteil, aber längst nicht der einzige. In baut Samsung auch Hochseeschiffe und Kraftwerke, betreibt Vergnügungsparks und ein Hotel und verkauft Versicherungen. 

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Beide Smartphones stellen viele Details dar. Schon nach weniger Bildern merkt man allerdings wieder: Samsungs Smartphone-Kameras haben einen Hang zu knalligen Farben. Auch diesmal fällt das Note (links) mit einem sichtbaren Gelbstich auf, der die Bilder etwas poppiger erscheinen lässt.

Begehrte Chips

Nun hat man eine weitere Führungspersönlichkeit verloren. Wie es ohne Oh-hyun weitergehen soll, hat Samsung bisher nicht bekannt gegeben. Er wird im Frühjahr 2018 aus dem Unternehmen ausscheiden. Samsung dürfte seine Voraussicht fehlen: Sein Drängen, über mehrere Jahre massiv in die Prozessor-Sparte zu investieren, hat dem Konzern erst zu seiner aktuellen Stärke gebracht. Speicherchips sind auf dem Markt so gefragt wie nie, Samsung war darauf vorbereitet. Und konnte mit seinem Ausbau im letzten Quartal sogar Intel nach Jahrzehnten als größten Chip-Hersteller der Welt ablösen.

Nur mit den anderen Sparten hätte man diesen Erfolg sicher nicht geschafft. Das Mobilfunk-Geschäft läuft immer noch gut. Samsung ist weiterhin der größte Handy-Hersteller der Welt, auch die Spitzengeräte Galaxy S8 und Note 8 verkaufen sich nach Berichten ordentlich.

Weil Samsung beim iPhone X das Display fertigt, spült auch der Konkurrent ordentlich Geld in die Kasse. In der Fernseh-Sparte musste Samsung Berichten zufolge allerdings einen ordentlichen Dämpfer hinnehmen und wurde mittlerweile vom koreanischen Konkurrenten LG überholt. Sollte die Nachfrage nach Chips einbrechen, könnte das spürbar wehtun. Der Konzern muss nun hoffen, dass sich Oh-hyuns Vision einer jungen Garde bald umsetzen lässt.

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