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Gefährlicher Trend: Selfies töten mehr Menschen als Hai-Angriffe

Überall sind Selfies. Da muss man schon ganz schön reinhauen, um aufzufallen. Und der Wettlauf um das spektakulärste Bild hat Folgen: Er kostete dieses Jahr mehr Menschen das Leben als die gefürchteten Hai-Attacken.

Ein Surfer schießt auf dem offenen Meer ein Selfie

Vor Hai-Attacken fürchtet sich wohl jeder Surfer. Dass Selfies viel gefährlicher sein könne, wissen aber wohl nur die wenigsten

Selfies gibt es heute wie Sand am Meer. Mit Essen, beim Feiern, im Bett oder dem Swimmingpool, immer wird draufgehalten und das Ganze dann in die sozialen Netzwerke geblasen. Wer aus der Masse herausstechen will, muss schon Spektakuläres bieten. So mancher schnappt sich jeden dahergelaufenen Celebrity, andere fahren gefühlt nur für die Selbstdarstellungs-Bilder in Urlaub. Wer ganz verrückt ist, lichtet sich beim Kraxeln auf Hochhäusern ab. Eigentlich kein Wunder also, dass dieses Jahr mehr Menschen durch Selfies ums Leben kamen als bei Haiangriffen.

Natürlich sterben nun nicht reihenweise Selfieknipser, im ganzen Jahr waren es bisher gerade einmal zwölf Todesopfer. Das sind aber immerhin vier mehr als die gerade einmal acht Hai-Opfer. Und die brachten es früher sogar noch auf die Titelseite von Tageszeitungen. Das Risiko, von den Raubfischen getötet zu werden, wurde schon immer maßlos übertrieben dargestellt. Das Selfieknipsen dagegen scheint weitaus gefährlicher zu sein, als man gemeinhin annimmt.

Unachtsame Selfie-Knipser

Die meisten Selfie-Tode entstanden schlicht durch Unachtsamkeit. Wie das Internetmagazin "Mashable" auflistet, ist Fallen der häufigste Selfie-verursachte Todesgrund, vier der zwölf Selfie-Opfer kamen so ums Leben. Zuletzt war etwa ein 66-jähriger Japaner beim Versuch, ein Selfie vor dem Taj Mahal zu schießen, eine Treppe heruntergefallen - und an den Folgen des Sturzes gestorben. Die zweithäufigste Ursache ist laut dem Artikel, von einem Zug erfasst zu werden. Bei einigen schaltet das Hirn bei Selfies wohl komplett aus. Etwa bei dem 19-Jährigen US-Amerikaner, der sich Anfang des Monats beim Selfie-Knipsen versehentlich erschoss.

In Zukunft dürfte die Zahl der Opfer wohl eher noch steigen. Die Aufmerksamkeit in sozialen Netzwerken scheint immer mehr Menschen auch das eigene Leben wert zu sein. Sei es bei wahnsinnigen Kletter-Manövern an Hochhäusern oder beim Selfie-Knipsen bei einem Bullenrennen. In Colorado musste vor einigen Tagen ein Nationalpark schließen - weil sich zu viele Besucher mit Bären abgelichtet hatten. Vielleicht ist es also nur eine Frage der Zeit, bis der erste Selfie-Tote tatsächlich bei einer Hai-Attacke draufgeht - weil er sich unbedingt mit dem Meeresräuber ablichten wollte.