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Skype Translator: Der Skype-Übersetzer spricht jetzt Deutsch - und Microsoft hört mit

Videotelefonie nach China? Kein Problem, das bekannteste Internet-Telefon Skype übersetzt jetzt Gespräche ins Deutsche und zurück. Die Sache hat aber einen riesigen Haken - Microsoft will Ihre Daten.

Von Malte Mansholt

Das Skype-Logo zusammen mit einem Headset

Der Skype-Simultanübersetzer "Skype Translator" kann nun auch Deutsch

Früher waren Auslandsgespräche eine teure Angelegenheit. Seit einigen Jahren braucht man nur noch Skype, wenn man Gespräche in ferne Länder führen will, sogar mit Video. Jetzt fällt auch noch die Sprachbarriere in ausgewählte Länder: Nach Englisch, Spanisch, Italienisch und Mandarin-Chinesisch beherrscht Skype mit seiner Übersetzungsfunktion "Skype Translator" seit heute auch noch Französisch und Deutsch - und übersetzt Gespräche simultan. Das meldete Skype-Betreiber Microsoft heute in einem Blog-Eintrag. Bei Chats unterstützt Skype schon länger eine Übersetzung in über 40 Sprachen.

Den Gesprächspartnern bleibt dabei sogar die Wahl, ob sie die Übersetzung des Gesprochenen lieber per Textausgabe oder durch eine Computerstimme erhalten möchten. Die Textausgabe macht so ganz nebenbei auch Telefonate für Gehörgeschädigte möglich. Die Übersetzung erfolgt in mehreren Schritten. 

Zunächst wird das Gesprochene aufgezeichnet und in Text umgewandelt. Dann überarbeitet der Dienst den Text, löscht Verzögerungslaute wie "Äh", Stotterer und wiederholte Wörter. Dann übersetzt der Server den bereinigten Text in die gewünschte Sprache - und gibt ihn wie ausgewählt als Text oder Computerstimme wieder aus.

Microsoft hört mit

Um die Übersetzung weiter zu verbessern, zeichnet Microsoft sämtliche Gespräche auf, die Teilnehmer erhalten am Anfang des Gesprächs einen entsprechenden Hinweis. Microsoft verweist aber darauf, dass die Anrufe mit dem Profil verknüpft werden und auch die Kontaktlisten beider Anrufer, ihr Geschlecht, ihr Herkunftsland und die Dauer der Gesprächs mit der Aufnahme verknüpft werden. Der Datenschutzerklärung zufolge, behält sich Microsoft zudem vor, die Daten konzernintern, an Tochterfirmen und auch an dritte Unternehmen weiterzugeben.

Noch funktioniert das Ganze nur in einer speziellen Desktop-App für Windows 8.1, zumindest für den Anrufer. Angerufene können auch eine normale Skype-Version nutzen, bekommen dann aber selbst keine Übersetzungshilfe. Da sich die Übersetzung aber noch in der Testphase befindet, ist es durchaus möglich, dass sie bald auch auf weiteren Windows-Versionen, Smartphones und anderen Geräten läuft.

Update 19. Juni 2015:
In einem Statement weist Microsoft darauf hin, dass die Gesprächs-Daten ohne Identifizierungs-Merkmale gespeichert werden. Sie lassen sich also nicht einzelnen Nutzern zuordnen und dienen nur der Verbesserung der Übersetzung. Zudem sind nur die Anrufe mit Übersetzung betroffen. Normale Skype-Gespräche werden nicht gespeichert.

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