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Druck durch Apple Music: Spotify will mehr zahlende Kunden: Ist das Zeitalter der Gratis-Musik wieder zu Ende?

Apple Music hat's vorgemacht, die Musikindustrie macht Druck. Trotzdem ist bei Spotify weiterhin jeder Song kostenlos hörbar. Ist damit bald Schluss?

Von Malte Mansholt

Eine Gruppe sitzt vor einem Spotify-Logo auf einer Bildschirm-Wand

Noch haben nichtzahlende Nutzer bei Spotify unbeschränkten Zugang auf alle Songs. Damit könnte bald Schluss sein.

Als Dienste wie Spotify vor wenigen Jahren an den Start gingen, vermuteten Kritiker das Ende der Musikindustrie. Für viele andere wurde ein Traum wahr. Endlich gab es kostenlos unbegrenzte Musik - und zwar die, die man hören wollte. Da erträgt man auch mal den ein oder anderen Werbeclip. Wer das nicht will, bezahlt monatlich und bekommt dafür zusätzlich  noch einige Komfort-Funktionen. Die Musik bleibt aber die gleiche: Alle können jedes Lied hören. Glaubt man aktuellen Gerüchten, könnte das bald vorbei sein.

Kostenlose Spotify-Nutzer sollen dann deutliche Einschränkungen bemerken, das berichtet der Musik-Blog "Digital Music News" unter Berufung auf gleich mehrere anonyme Quellen. Wie genau die Einschränkungen aussehen sollen, ist demnach noch nicht entschieden. Denkbar sei etwa, dass einzelne Songs exklusiv für Premium-Kunden erhältlich sind oder in der kostenlosen Variante nicht unbeschränkt oft gehört werden dürfen. Eine weitere Möglichkeit sei, nur ein oder zwei Lieder aus einem Album frei anzubieten - und den Rest hinter der Paywall zu verbergen.

2016 ist wohl Schluss

Eine oder mehrere dieser Varianten sollen den Quellen zufolge Anfang 2016 in Kraft treten. Diesen Zeitrahmen würde Spotify noch benötigen, um die Apps und die Benutzungsbedingungen entsprechend anzupassen. Das Ziel ist klar: Spotify will mehr zahlende Nutzer gewinnen. "Sie wollen, dass die nichtzahlenden Nutzer das Gefühl haben, etwas zu verpassen - statt einfach nur Werbung hören zu müssen", zitiert Digital Music News eine mit der Materie vertraute Quelle. Bislang zahlen gerade einmal 25 Prozent der Spotify-Nutzer für den Dienst. Der Druck auf das Unternehmen, daran etwas zu ändern, wächst immer weiter.

Denn Spotify muss demnächst seine Lizenzen mit den Musik-Labels neu verhandeln - und die fanden das Konzept vom kostenlosen Zugang noch nie besonders prickelnd. Jetzt sehen sie wohl ihre Chance: Zum ersten Oktober laufen die Verträge mit den drei größten Musiklabels der USA aus, zwei konnte Spotify noch nicht wieder von einem gemeinsamen Deal überzeugen. Währenddessen konnte Apple mit seinem kostenpflichtigen Dienst Apple Music bereits 11 Millionen Nutzer gewinnen. Zwar befinden die sich alle noch in der kostenlosen Probephase und sind somit nicht besonders aussagekräftig, die Musikindustrie nutzt sie trotzdem als Druckmittel gegen Spotify.

Spotify scheint einzuknicken

Und die Drohkulisse scheint zu funktionieren. Denn während Spotify auf Drohungen von Superstars wie Adele und Taylor Swift nicht einging, scheint diesmal selbst der CEO Daniel Ek keinen weiteren Ausweg zu sehen. "Er hasst die Idee - und ich meine wirklich hassen - , aber er scheint diesmal nachgeben zu müssen", zitiert die Seite eine weitere mit den Verhandlungen vertraute Person. "Es gibt kaum eine Wahl."

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