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Rührende Geste: Unbekannter zahlt Rechnung für Kinder mit Behinderung – der Hintergrund ist traurig

Seine Spende hat viele Menschen berührt: Ein zunächst Unbekannter bezahlt in Straubing die Restaurantrechnung von Kindern mit Behinderung. Nun hat der Wohltäter seine Aktion erklärt. Es geht um einen persönlichen Schicksalsschlag.

Ein Zettel mit dem Text "Vielen Dank, dass Sie sich so toll um diese außergewöhnlichen Kinder kümmern!"

Diesen Zettel hinterließ der zunächst anonyme Spender im Restaurant

Die selbstlose Aktion eines Mannes hat Tausende Internet-User gerührt. "Vielen Dank, dass sie sich um diese außergewöhnlichen Kinder kümmern! D.H." – diese fünf Zeilen, die mit einem Kugelschreiber auf den Zettel eines Kellnerblocks geschrieben wurden, haben ein riesiges Echo ausgelöst. Die Aktion, dass ein zunächst anonymer Mann einer Schulklasse von zehn Kindern mit Behinderung und ihren Betreuerinnen von der Bildungsstätte St. Wolfgang in Straubing völlig selbstlos das Mittagessen bezahlte, hat viele Menschen bewegt und eine großangelegte Suche nach dem Spender ausgelöst. Zahlreiche bayerische Medien sprangen auf die Geschichte auf und berichteten von der Geste des unbekannten Mannes. Mittlerweile konnte der Verfasser der handschriftlichen Botschaft ermittelt werden. Verwandte erkannten seine Handschrift.

Handschrift "überführt" den anonymen Spender aus Straubing

Die Initialen D.H. stehen für Dirk Harmssen, niederbayerischer Unternehmer und Vater von vier Kindern. Er hatte in dem Burger-Restaurant in Straubing gesehen, wie sich zahlreiche Gäste von den Kindern mit Behinderung abwandten. Dies erzählte der Unternehmer der "Bild"-Zeitung. Einige der Gäste hätten wegen dieser Kinder mit geistigen Behinderungen sogar den Platz gewechselt. Harmssen selbst sei hingegen sehr von der liebevollen Art, mit der sich die Betreuerinnen um die Kinder kümmerten, bewegt gewesen. Deshalb war die Entscheidung schnell gefallen. Er fragte den Wirt, ob er die Rechnung von etwa 75 Euro für die Gruppe übernehmen dürfe. Der überraschte Restaurantbesitzer willigte selbstverständlich ein.

Persönlicher Schicksalsschlag bewegt den Familienvater zur Spende

Anschließend verließ der Wohltäter das Restaurant und hinterließ nur die fünf Zeilen auf dem Blatt Papier. Der zunächst unbekannte Spender wurde im Internet für seine Großzügigkeit gefeiert – und letztendlich identifiziert. Der "Passauer Neuen Presse" erklärte der vierfache Familienvater, dass er Anfang des Jahres die "schwerste Zeit seines Lebens" durchlebte. Seine jüngste Tochter verstarb im Alter von vier Monaten. "Sie war schwer krank, litt an Trisomie 18 (eine unheilbare, durch eine Chromosomenstörung verursachte Entwicklungsbeeinträchtigung; Anm. d. Red.)", berichtet Harmssen der Zeitung.

An den Schicksalsschlag habe er sich in dem Moment, als er sich entschied, das Essen für die Kinder zu bezahlen, erinnert. Er betonte außerdem, dass es in der Vergangenheit schon ähnliche Aktionen von ihm gab. Keine von denen sei aber viral gegangen. Dass seine jüngste Aktion so viele Menschen begeistert, freut ihn natürlich. Nun hofft er, dass andere Menschen sich zu ähnlichen Taten berufen fühlen.

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hh
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