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Tech-Konferenz SXSW: Snowden und die Feuerwehrmänner

Macht Verschlüsselung so einfach wie möglich und speichert weniger Daten! Dazu hat Whistleblower Edward Snowden die Tech-Branche im Kampf gegen die NSA-Überwachung aufgerufen.

Von Timo Brücken

Bei der Digital-Konferenz SXSW hat NSA-Whistleblower Edward Snowden einen Appell an die Tech-Branche gerichtet. Per Videoschalte zum Veranstaltungsort in Austin, Texas sagte der ehemalige Geheimdienstmitarbeiter seinen Zuhörern: "Ihr seid diejenigen, die die Dinge in Ordnung bringen und unserer Rechte durchsetzen können." Die Geheimdienste würden mit ihren Überwachungsbemühungen "die Zukunft des Internets in Brand setzen", erklärte Snowden an die Technologiexperten im Publikum gerichtet: "Und ihr seid die Feuerwehrmänner."

Programmierer und Softwaredesigner müssten dafür sorgen, dass ihre Produkte verschlüsselt kommunizieren, um NSA, GCHQ und Co. ihre Arbeit so schwer wie möglich zu machen, forderte der ehemalige Geheimdienstmitarbeiter. Allerdings müsse diese Verschlüsselung "simpel, effektiv und für den User unsichtbar sein“. Jeder müsse mit ihr umgehen können. "Egal ob es ein Journalist ist, ein Aktivist, oder deine Großmutter."

Mit Blick auf große Internetkonzerne wie Google oder Facebook, sagte der Whistleblower, Daten zu sammeln sei nicht grundsätzlich falsch. Die Unternehmen sollten jedoch nur so viele Informationen über ihre User speichern, "wie sie für ihr Geschäftsmodell auch wirklich brauchen", und das auch nur für begrenzte Zeit. Zum Beispiel seien vier Jahre alte Daten für Werbezwecke wirtschaftlich vollkommen unbrauchbar. "Diese Dinge brauchen ein Verfallsdatum."

Zu den Konsequenzen seiner Enthüllungen für ihn als Person versicherte Snowden: "Ich würde es immer wieder tun."

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