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IFA 2018: Telekom holt 5G nach Deutschland - und ein eigenes Alexa

Der LTE-Ausbau läuft immer noch, doch die Telekom will schon mehr. Der Riese in Magenta will als erster Anbieter in Deutschland den neuen 5G-Standard einführen - und der  verspricht bisher ungeahnte Leistung.

Auf der IFA zeigte die Telekom eine ganze Reihe von Neuerungen

Auf der IFA zeigte die Telekom eine ganze Reihe von Neuerungen

stern-online

Vor wenigen Jahren war LTE noch ein Nischenthema, mittlerweile bietet jeder Discounter-Tarif die schnelle Datenverbindung. Und die ersten Hersteller experimentieren seit gut zwei Jahren mit dem Nachfolger. Nun will die Telekom den 5G-Standard nach Deutschland holen - mit Geschwindigkeiten von bis zu 3 Gigabit die Sekunde ist er schneller als jede Festnetzleitung.

Das hat natürlich erstmal sehr offensichtliche Vorteile. Downloads gehen noch viel schneller, die Latenz - also die Verzögerung  bei Übertragungen - verringert sich. Dadurch werden ganz neue Nutzungsszenarien wie vernünftiges Livestreaming von Sportevents ohne die aktuell noch dramatischen Verzögerungen denkbar. Durch die extrem hohe Bandbreite ist es durchaus möglich, ganze Haushalte über einen Funkrouter mit Internet zu versorgen. Auch in der Industrie wird der 5G-Standard viele Möglichkeiten bieten, immer mehr kleine Einzelgeräte sollen in den nächsten Jahren ins Netz gehen.

Zukunftsmusik

Noch ist das aber Zukunftsmusik. Die bei der Präsentation genutzten Empfangsgeräte haben die Größe eines üppigen Kühlschranks - sind also alles andere als taschentauglich. Erste 5G-Smartphones wurden zwar bereits angekündigt, im Handel sind sie noch nicht. Bis auch nur die Spitzenmodelle standardmäßig 5G unterstützen, dürfte es noch bis mindestens 2020 dauern.

Davor wird das Netz ohnehin nicht fertig werden. Wie bei LTE müssen auch beim 5G-Standard Sendemasten und Verteiler umgebaut und angepasst werden. Das dürfte Jahre kosten - und viele Milliarden. Davor müssen aber erst einmal die Frequenzen versteigert werden, die Telekom hat also zunächst nur einmal eine Bereitschaft für die neue Technik angekündigt. Die erste Versteigerungsrunde ist für den Februar 2019 angepeilt. Da dürften auf die Anbieter noch einmal Milliardenbeträge zukommen. Wie viel die Telekom zu bieten bereit ist, wollte man auf Nachfrage aber verständlicherweise nicht verraten. Nach der vollmundigen Ansage ist ein Rückzieher aber wohl nicht mehr drin.

LTE-Ausbau und Mesh

Das LTE-Netz soll bis dahin aber nicht leiden. Die Telekom will weiter das Netz ausbauen, in den nächsten drei Jahren will man von den aktuellen 95 Prozent Netzabdeckung auf über 99 Prozent bis 2020 kommen. Durch technische Optimierungen dürften auch hier noch weitere Geschwindigkeits-Steigerungen drin sein.

Doch auch beim Festnetz gibt es Neuigkeiten. Mit seinen neuen Routern springt der Konzern auf das Trendthema Mesh auf. Diese Art der Netzwerke erlaubt es, die Reichweite des eigenen Wlans zu erhöhen. Der Vorteil gegenüber klassischen Repeatern: Die Geräte werden automatisch an den Empfangspunkt mit der besten Verbindung weitergereicht. Ein Segen für große Wohnungen oder Häuser. Bisher bieten etwa neue Fritz-Boxen oder der Google-Router Google Wifi (hier bei uns im Test) diese Technik. Jetzt kommt sie auch mit dem neuen Speedport Smart 3 und den passenden Mesh-Repeatern Speed Home Wifi.

Telekom macht auf Alexa

Und dann ist da natürlich noch der Telekom-Lautsprecher. Wie bei Amazon Echo oder Google Home bietet der Internetriese mit Hallo Magenta nun seinen eigenen, sprachgesteuerten Lautsprecher an. Der kann direkt auf Zuruf telefonieren, steuert das (Telekom-) Smarthome und bedient über den Entertain-Empfänger den Fernseher. Clever: Statt sich voll auf den eigenen Assistenten zu verlassen, hat die Telekom auch Amazons Alexa eingebaut. Und hat so Zugriff auf die zahlreichen, schon vorhandenen Zusatzdienste.

Entertain wird ebenfalls ausgebaut. Nach Netflix und Sky ist nun auch Amazon Prime in die Box integriert. Wer nicht Telekom-Kunde ist, kann Entertain nun auch als eigenen Dienst buchen und bekommt so Zugriff auf die exklusiven Inhalte wie "The Handmaid's Tale" oder ""Deutsch-Les-Landses". Die vor einigen Tagen durchgesickerten Informationen waren also korrekt. Los geht es im Oktober.

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Kann ich mich auf Geschwindigkeitsanzeige FritzBox verlassen?
Hallo zusammen, erstmal herzlichen Dank für die Leute, die sich Zeit nehmen Fragen zu beantworten oder ihre Erfahrungen mit anderen teilen. Das ist oft hlifreich, wenn man sich nicht so auskennt. Ich hoffe, dass mir jemand weiterhelfen kann. Die Telekom hat hier nach langer und ersehnter Zeit schnelle Leitungen verlegt. Mitarbeiter waren auch zu Besuch da und auch nett:-) Sie wollten ja auch, dass ich von 1und1 wieder zurück wechsel. Das ist für mich in Ordnung und gehört zum Wettbewerb. Da jedoch die Mitarbeiter mir sagten, dass die Telekom für paar Jahre das Vorrecht hätte, könnte ich schnelles Internet nur über Telekom beziehen. Sprich entweder Telekom und schnelles Internet oder langsames Internet. Da habe ich im Internet recherchiert und rausgefunden, dass das so nicht mehr stimmt. Das war der Grund, warum ich dann bei 1und1 DSL100 abgeschlossen habe, da man mir am Telefon gesagt, dass es ohne Probleme möglich wäre. Nun ist es jedoch so, dass wir gar nicht so merken, dass unser Internet schneller ist. Gerade in der oberen Etage kann man nicht ohne Router surfen oder Sky über Internet Fernsehen. Nun meine Frage: Bei der Fritzbox wird es jedoch angezeigt. Kann ich mich drauf verlassen? Oder wie macht ihr eure Messungen? Ich weiss, dass es Software gibt, aber der feste Rechner ist bereits alt und hat einen alten Internet Explorer drauf. Wenn ich mit einem Laptop im Wlan mich reinhänge, wird sicher die Geschwindigkeit sowieso niedriger und nicht verwertbar sein, oder? Vielen Dank für die Antworten.