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Telekommunikation: Festnetze sollen attraktiver werden

Durch neue und schnellere Internetzugänge will die Telekom ihr Festnetz attraktiver machen. Die breitbandigen Internetzugänge sollen dadurch auch für mehr Kunden verfügbar werden.

Durch neue Produkte und schnellere Internetzugänge will die Telekom ihr Festnetz attraktiver machen. T-Com-Vorstand Josef Brauner kündigte in Bonn an, das vom Handy her beliebte SMS-Kurzmitteilungssystem solle im Festnetz weiter ausgebaut und künftig auch um Multimedia-Messages (MMS) erweitert werden. Die breitbandigen Internetzugänge per T-DSL sollen noch schneller und auch für mehr Kunden verfügbar werden.

Die Bedeutung des Internets für das Kerngeschäft der Telekom, das Festnetz, zeigt sich darin, dass heute schon mehr als zwei Drittel des Verkehrs in den Netzen auf reinen Daten- beziehungsweise Onlinetransport entfallen, wie Brauner deutlich machte. Um dieser anhaltenden Entwicklung gerecht zu werden, habe die Telekom in den vergangenen Jahren „enorme Finanzmittel in die Hand genommen„. Dabei habe sie Investitionen getätigt, die viele Konkurrenten noch vor sich hätten.

ISDN-Anschlüsse nehmen zu

Insgesamt zeigte sich Brauner zufrieden mit dem Geschäft im Jahr 2002, wollte aber mit Hinweis auf die für April geplante Bilanzpressekonferenz aber noch keine konkreten Zahlen nennen. Besonders das Weihnachtsgeschäft gebe nicht den geringsten Grund zur Klage. Es habe sich auch nichts daran geändert, dass T-Com die wesentliche Ertragssäule des Konzerns sei. Die Zahl der ISDN-Anschlüsse wuchs nach Brauners Angaben im vergangenen Jahr um über eine Million Privatkunden oder 13,3 Prozent auf rund 9,1 Millionen Kunden. Für laufende Jahr werde ein etwas langsameres Wachstum erwartet.

T-DSL legte um über 900.000 Kunden auf rund 3,1 Millionen Anschlüsse zu. Bis Ende 2003 peilt die Telekom die Marke von vier Millionen T-DSL-Anschlüssen an. Das soll auch durch schnellere Varianten mit 1.500 Kilobit und demnächst auch 2.300 Kilobit pro Sekunde (gegenüber 768 Kilobit pro Sekunde beim ursprünglichen T-DSL-Angebot) ermöglicht werden. Gute Nachrichten für Telekom-Kunden, die auf Glasfasernetze in Ostdeutschland angewiesen sind: Mit einer Investition von mehr als 730 Millionen Euro in den nächsten vier Jahren will T-Com T-DSL auch in diesen Netzen ermöglichen, zunächst für fast 600.000 Anschlüsse.

Universelles Online-Bezahlsystem

Ausgebaut werden soll im laufenden Jahr auch das Angebot von SMS im Festnetz. Zum reinen Nachrichtenversand sollen vom Handy schon bekannte Möglichkeiten wie Info- und Benachrichtigungsdienste hinzukommen. Vorbereitet wird MMS im Festnetz. Zur Computermesse Cebit will die Telekom einen Prototyp zeigen. Der Testbetrieb ist für Ende des Jahres vorgesehen.

Impulse für das eigene Geschäft erwartet Brauner auch von T-Pay. Das umfassende Online-Zahlungssystem laufe bereits im Probebetrieb und solle dieses Jahr offiziell eingeführt werden. Zurzeit nutzten bereits 20 Händler T-Pay, weitere Gespräche mit neuen Partnern liefen. Das System, das Bezahlen im Internet sowohl über Telefonrechnung als auch per Lastschrift oder Kreditkarte ermöglicht, könne dem elektronischen Handel zusätzliche Impulse verleihen.