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Tinder-Studie Männer glauben, mit unattraktiven Frauen alles machen zu dürfen


Wehe den Frauen, die auf Tinder nur ihre Schokoladenseite zeigen. Denn finden Männer sie in der Realität weniger attraktiv als in der virtuellen Welt, sehen sie für sich damit offenbar einen Freibrief ausgestellt. 

Seit vier Jahren revolutioniert nun Tinder die Dating-Welt. Einst als One-Night-Stand-Börse verschrien und verpönt, weiß mittlerweile gefühlt jeder Zweite von einem Pärchen zu berichten, das bei Tinder zusammen gefunden hat. Und dennoch: Bei einigen Nutzern scheint die Dating-App, die unvorteilhaftesten Charaktereigenschaften nach außen zu kehren. Gruselgeschichten gibt es zuhauf: krankhafte Stalker, ungebetene Intimfotos oder Herren, die bei einer Abfuhr, die drei Euro für den Kaffee zurückverlangen.

Und der ein oder andere Repräsentant des männlichen Geschlechtes neigt dazu, sein weibliches Gegenüber als Freiwild zu betrachten. Viele männliche Tinder-Nutzer sind offenbar der Überzeugung, dass sie das Recht haben, mit vermeintlich unattraktiven Frauen alles machen zu dürfen, was ihnen beliebt. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der Manchester Metropolitan University. Die Wissenschaftler fanden heraus, dass dies insbesondere dann der Fall ist, wenn die Männer ihr Date in der Realität weniger attraktiv finden als sie das virtuelle Ich der Frau eingeschätzt hatten. Dies werde als ein "Vertrauensbruch" wahrgenommen, heißt es in der Studie. 

Lizenz zum Grapschen?

Viele der Befragten hätten die Erfahrung gemacht, dass die visuelle Darstellung bei Tinder nicht genau dem entsprach, was sie dann bei einem persönlichen Treffen zu sehen bekommen haben, so die Autorin der Studie und Dozentin der Soziologie an der Manchester Metropolitan University Dr. Jenny van Hooff.

"Einige unserer Studienteilnehmer betrachten diesen Vertrauensbruch als Lizenz dafür, die Frau so zu behandeln, wie es ihnen passt", zitiert die britische Zeitung "The Independent" van Hooff. In Folge würde sie schneller auf intime Handlungen drängen - sozusagen als Wiedergutmachung von Seiten der Frau.

Bei der Studie wurde das Datingverhalten von männlichen Tinder-Nutzern aus Manchester und Cheshire untersucht. Dabei konzentrierte sich die Untersuchung auf heterosexuelle Beziehungen. 

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ivi

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