WEBREPORTER Beim Zoll fällt der Hammer


Der Zoll sucht neue Wege, gepfändete oder beschlagnahmte Gegenstände loszuwerden - und dabei Geld zu verdienen. Zum Beispiel per Internet-Auktion.

Tausende beschlagnahmte Schnaps-Flaschen (zum Beispiel 24 mal zehn Kartons »Wodka Gorbatschow«), gepfändete Möbel, Autos oder Antiquitäten versteigert der Zoll künftig per Internet. Die zentrale hessische Vollstreckungsstelle des Zolls in Bad Hersfeld bietet die Ausbeute aus Hessen, Rheinland- Pfalz und dem Saarland seit Februar probeweise zwei Mal im Monat in Internet-Auktionen an. Das Angebot umfasse alle möglichen Gegenstände und Produkte, die der Zoll einzieht oder bei nicht zahlungsfähigen Schuldnern pfändet, sagte der stellvertretende Leiter der Vollstreckungsstelle, Reiner Emmerich, am Dienstag in Bad Hersfeld.

Die Internet-Versteigerungen sind auch für Bundesfinanzminister Hans Eichel (SPD) lukrativ. Die Beamten des Zolls pfänden im Auftrag des Bundes Möbel, Autos, Geräte oder Kunstgegenstände von Menschen, die finanzielle Forderungen des Bundes - wie etwa die Rückzahlung von Arbeitslosengeld - nicht begleichen können. Bei den Internet-Auktionen lasse sich für viele Angebote ein weit höherer Erlös erzielen als bei herkömmlichen Auktionen, sagte der Internet-Experte bei der Oberfinanzdirektion Koblenz, Michael Heeg.


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