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Zweifel an Internetankündigung: Wo Lügen zum guten Ton gehört

Die Internet-Ankündigung von Tim K.s Amoklauf war eine Fälschung. Im Netz gibt es viele Hinweise, wie der von der Polizei zunächst als echt präsentierte Chat-Eintrag hergestellt worden sein könnte. Der mögliche Urheber entstammt wohl einer Web-Subkultur, die sich ganz der Geschmacklosigkeit verschrieben hat.

Von Ralf Sander

Die Wahrheit im Web, ein seltenes Gut. Schwierig zu finden, schwierig zu erkennen. Das ist keine neue Erkenntnis, doch sie ist gerade jetzt besonders verstörend. Polizei und Staatsanwaltschaft sind einer gefälschten Ankündigung des Amoklaufs von Tim K. aufgesessen. Und dabei in eine Falle getappt, die ihnen einige Internet-Spaßvögel gestellt haben - und die von ihrem Erfolg vermutlich selbst sehr verblüfft sind.

Chronologie eines Reinfalls

Das ist passiert: Am Donnerstagmittag hatten die Ermittlungsbehörden auf einer Pressekonferenz mitgeteilt, "in einem Chatraum" die Ankündigung eines Amoklaufs in Winnenden gefunden zu haben . Der Beitrag sei um 02.45 Uhr eingestellt worden. Darin habe es geheißen: "Scheiße Bernd, es reicht mir, ich habe dieses Lotterleben satt, immer dasselbe - alle lachen mich aus, niemand erkennt mein Potenzial. Ich meine es ernst Bernd - ich habe Waffen hier, und ich werde morgen früh an meine frühere Schule gehen und mal so richtig gepflegt grillen. Vielleicht komme ich ja auch davon."

Als Ort der Veröffentlichung wurde die Internetadresse "krautchan.net" angegeben. Dort gibt es allerdings keine Chaträume, sondern nur ein so genanntes Imageboard, wo Bilder veröffentlicht und über diese diskutiert werden können. Nach der Nennung der Adresse durch die Polizei sperrten die Krautchan-Betreiber das Angebot, mit der Begründung, dass zu viele Zugriffe den Server in die Knie zwängen. Und sie verspotteten Polizei und Medien. Alle seien auf eine Fälschung hereingefallen. "Hier wurde kein Amoklauf angekündigt, es gibt hier nur Leute, die mit Photoshop umgehen können.", steht auf der Seite. Die Staatsanwaltschaft wies diese Behauptung zurück und bekräftigte die Echtheit des Postings. Nachdem der Vater des 17-jährigen Chatpartners die Polizei über den Austausch der Nachrichten informiert habe, habe man die entsprechenden Einträge auf dem beschlagnahmten Computer von Tim K. gefunden, teilte eine Sprecherin am Nachmittag mit.

Die Macher von krautchan reagierten prompt - und veröffentlichten einen Screenshot, der die Basis für die Fälschung gewesen sei soll. Darauf sind Bildhintergrund, Grafik, Absender und Zeitangabe identisch mit dem von der Polizei veröffentlichten Screenshot der angeblichen Tatankündigung. Auch stimmen Identifikationsnummer, die die Forumsoftware jedem Beitrag zuweist, überein. Die Ankündigung selbst fehlt, stattdessen sind Fragmente einer Unterhaltung zu lesen.

Die Website www.action-team.us veröffentlichte später eine Analyse, die den Eindruck weiter erhärtete, es handele sich wirklich um eine Fälschung. Unter anderem sind dort Screenshots zu finden, die offenbar eine Diskussion auf Krautchan.net dokumentieren, in der es darum geht, ob man die Polizei darauf hinweisen müsse, dass es sich um eine Fälschung handelt. Zum Abschluss zeigt der Autor außerdem noch an verschiedenen Beispielen, wie einfach sich ein solcher Fake herstellen lässt. Dabei benutzt er nicht Photoshop, um einen Screenshot zu fälschen, sondern einen HTML-Editor, mit der er eine gespeicherte Version des Krautchan-Postings verändert. Auch der "Unkreativ"-Blogger schreibt, dass die Fälschung mit einem Webdeveloper-Programm erstellt worden sei. Er zeigt auch, wie das funktioniert haben könnte.

Am Donnerstagabend gab die Polizei zu, doch keine Chatprotokolle auf Tim K.s beschlagnahmten Computer gefunden zu haben. Der Pressesprecher der Polizeidirektion Waiblingen sagte der Deutschen Presse-Agentur: "Eventuell war das ein Übermittlungsfehler." Der baden-württembergische Innenminister Heribert Rech schimpfte auf "sueddeutsche.de": "Irgendein Verrückter hat wohl eine schlimme Falschmeldung in die Welt gesetzt". Mit Hilfe eines Rechtshilfeersuchens an die USA wollen die Ermittler nun prüfen, ob der Eintrag von dem 17-Jährigen Amokschützen Tim K. stammt oder nicht, sagte ein Polizeisprecher im Südwestrundfunk. Der betreffende Server stehe in den USA. Am späten Vormittag teilte die Polizei wiederum mit: Es sei nicht auszuschließen, dass die Nachricht auf einem anderen Computer erstellt wurde. "Ob der Täter ein Laptop hatte, wissen wir noch nicht."

Orte der Anarchie

In jedem Fall gerät durch diese Panne der Ermittlungsbehörden eine Subkultur des Internet in den Blick der Öffentlichkeit, die den meisten Surfern - und auch vielen Polizisten und Staatsanwälten - bisher verborgen geblieben ist: die Imageboards. Obwohl sie im Prinzip nichts anderes sind, als ein Ort, um Bilder zu veröffentlichen, hat sich in einigen ein extremer und vor allem geschmackloser Humor etabliert. Berüchtigtes Beispiel für diese Szene ist das US-Board "4chan", dessen deutsche Entsprechung krautchan.net ist. Ein Unterschied zu herkömmlichen Internetforen besteht darin, dass die Beiträge oft nur über eine kurze Zeit gespeichert bleiben und dass ein Großteil der Benutzer nur anonym aktiv ist, da keine Login oder Registrierung notwendig oder überhaupt möglich ist. Im US-Forum heißen aus diesem Grund fast alle Nutzer "Anonymous", bei krautchan.net erfüllt diesen Zweck der Name "Bernd". Dieser Name taucht auch in der wahrscheinlich gefälschten Tatankündigung von K. auf.

Der Platz des Irrsinns bei 4chan und krautchan heißt "/b/" und ist das Unterforum ohne thematische Festlegung. Es gibt außerdem Diskussionsbereiche zu verschiedenen Themen der Popkultur, zum Beispiel asiatische Comics und Zeichentrickfilme sowie Videogames, Musik und Filme im Allgemeinen. Doch in "/b/" darf alles veröffentlicht werden, Regeln scheint es keine zu geben. Umrahmt von jeder Menge gezeichneter und echter Pornobilder wird hier abseitigster Humor gepflegt, der für Außenstehende aufgrund der verwendeten Szenesprache häufig gar nicht verständlich ist. Und es wird provoziert, gelogen, gesponnen, gepöbelt. "Die Geschichten und Informationen, die hier veröffentlicht werden, sind künstlerische Werke der Fiktion und Lüge. Nur ein Narr würde irgendetwas des hier Veröffentlichten für Fakten halten", steht als Motto über dem "/b/"-Forum. Es ist ein Biotop für Forentrolle, die auch mal in anderen Communitys Unfug treiben. 4chan-Banden unternehmen gelegentlich sogar so genannte "Raids" - Überfälle - und fallen in Foren ein und legen mit einem Schwall von Unsinn den Betrieb lahm. So geschehen zum Beispiel im Juli 2007 mit der virtuellen Welt Habbo Hotel.

Schadenfreude (im Szenejargon "lulz" genannt) steht ebenfalls hoch im Kurs in dieser Szene. So lässt sich nicht nur die Fälschung der Amokankündigung erklären, die die Ermittlungsbehörden höchstwahrscheinlich an der Nase herumgeführt hat. Gleich nach der Tat tauchten verschiedene weitere gefälschte Profile auf, die angeblich von K. stammen sollten. Trittbrettfahrer kündigten zudem Bluttaten in Frankreich und den Niederlanden an. Und es wird über das Phänomen des Schulmassakers diskutiert, durchaus in einem wohlwollenden Ton. Die Toten von Winnenden werden wie bei einem Sportergebnis denen des Amoklaufs an der Virginia Tech University gegenübergestellt, wo Cho Seung-hui 32 Menschen und sich selbst tötete. Auch Dylan Klebold und Eric Harris - die beiden Mörder des Columbine-Massakers, das sich 2009 zum zehnten Mal jährt - genießen immer noch einen gewissen Kultstatus. Als hätten Amokläufer das Chaos, wie es in diesem Forum zelebriert wird, in die reale Welt getragen und deshalb Anerkennung verdient. Ob das nun wirklich jemand in diesen Foren glaubt oder ob es sich - wie bei allem in diesem Forum - nur um Fiktion und Lüge handelt, ist egal. Zynisch ist es allemal.

Kann ich mich auf Geschwindigkeitsanzeige FritzBox verlassen?
Hallo zusammen, erstmal herzlichen Dank für die Leute, die sich Zeit nehmen Fragen zu beantworten oder ihre Erfahrungen mit anderen teilen. Das ist oft hlifreich, wenn man sich nicht so auskennt. Ich hoffe, dass mir jemand weiterhelfen kann. Die Telekom hat hier nach langer und ersehnter Zeit schnelle Leitungen verlegt. Mitarbeiter waren auch zu Besuch da und auch nett:-) Sie wollten ja auch, dass ich von 1und1 wieder zurück wechsel. Das ist für mich in Ordnung und gehört zum Wettbewerb. Da jedoch die Mitarbeiter mir sagten, dass die Telekom für paar Jahre das Vorrecht hätte, könnte ich schnelles Internet nur über Telekom beziehen. Sprich entweder Telekom und schnelles Internet oder langsames Internet. Da habe ich im Internet recherchiert und rausgefunden, dass das so nicht mehr stimmt. Das war der Grund, warum ich dann bei 1und1 DSL100 abgeschlossen habe, da man mir am Telefon gesagt, dass es ohne Probleme möglich wäre. Nun ist es jedoch so, dass wir gar nicht so merken, dass unser Internet schneller ist. Gerade in der oberen Etage kann man nicht ohne Router surfen oder Sky über Internet Fernsehen. Nun meine Frage: Bei der Fritzbox wird es jedoch angezeigt. Kann ich mich drauf verlassen? Oder wie macht ihr eure Messungen? Ich weiss, dass es Software gibt, aber der feste Rechner ist bereits alt und hat einen alten Internet Explorer drauf. Wenn ich mit einem Laptop im Wlan mich reinhänge, wird sicher die Geschwindigkeit sowieso niedriger und nicht verwertbar sein, oder? Vielen Dank für die Antworten.