VG-Wort Pixel

Fensterputzroboter im Test Saubere Fenster ohne Stress?

Saubere Scheiben ohne einen Finger krumm zu machen: Das verspricht der "Winbot"-Fensterputzroboter. Wir haben das Gerät getestet - und sagen, was es kann.
Von Silke Gronwald

Knatter, ratter – etwa mit der Lautstärke eines Staubsaugers brummt der Fensterputz-Roboter "Winbot" über die Scheiben. Sein Job: Er soll die lästige Hausarbeit verrichten – selbstständig, ohne zu meckern und streifenfrei – so zumindest das Versprechen des Herstellers Ecovacs. Die chinesische Firma hat sich auf Serviceroboter für den Haushalt spezialisiert. Böden saugen, Fenster schrubben, Pools reinigen oder Luft filtern, für alle diese Aufgaben bietet das Unternehmen autonom arbeitende Maschinen an. Und ständig kommen neue dazu.

Wie gut putzt der Zwei-Kilo-Klotz?

Kein Wunder: Haushaltsrobotik ist einer DER Wachstumsmärkte. 7,6 Milliarden Euro Umsatz weltweit wittert die Branche zwischen 2013 und 2016 – so das Ergebnis der Studie "World Robotics" von Martin Hägele, Forscher des Stuttgarter Fraunhofer-Instituts für Produktionstechnik und Automatisierung. Die Technik ist in den vergangenen Jahren immer billiger und besser geworden. Erstmals ist auch die Anschaffung für Endverbraucher interessant. Knapp 300 Euro kostet beispielsweise der Fensterputz-Roboter.

Eine Investition, die sich lohnt? Der stern machte den Test und bestellte das Gerät im Internet. Der Roboter kommt per Post und ist mit über zwei Kilogramm schwerer, als man zunächst gedacht hätte. Als erstes muss er knapp zwei Stunden an die Steckdose, um den Akku aufzuladen. Dann kann es losgehen. Die Bedienung ist wirklich easy. Einfach den Schieberegler auf "on" stellen, das Gerät auf der Scheibe platzieren und den Startknopf drücken. Dank seiner Vakuumpumpe saugt sich der Roboter selbstständig fest. Wenn man ihn an äußeren und höher gelegenen Fenstern benutzt, sollte man ihn aber vorsichtshalber mit dem beigelegten Sicherheitskabel zusätzlich absichern. "Ecovacs haftet nicht für Schäden infolge unsachgemäßer Verwendung", warnt die Bedienungsanleitung. Nicht auszudenken, wenn der Zwei-Kilo-Klotz jemandem auf den Kopf fällt.

Roboter scheitert am Vogeldreck

Den optimalen Fahrweg errechnet sich "Winbot" dank eingebautem Computer, vollautomatisch. Die an der Unterseite angebrachten Mikrofasertücher übernehmen die Reinigung. Sie werden nur leicht mit Glasreiniger eingesprüht, das reicht. Lästiges Wasserschleppen entfällt. Vier bis fünf Minuten braucht der Helfer etwa für eine Scheibenseite mit der Größe einer Terrassentür. Ist Winbot fertig, verkündet er dies mit einem penetranten Piepton.

Ein geübter Fensterputzer wäre wesentlich schneller, aber natürlich ist eigenhändiges Schrubben auch anstrengender. Und das Ergebnis? Vor allem in den Ecken bleiben ein paar kleine Schlieren. Aber ganz ehrlich, wenn man per Hand schrubbt, ist das oft auch nicht anders. Lediglich an der Stelle, an der man ihn wieder abnimmt, sollte man mit einem Fensterleder einmal kurz nachpolieren. Hier sind oft ein paar kleine Wasserflecken.

Ein echter Nachteil ist hingegen, dass der Roboter grobe Verschmutzungen wie Vogeldreck nicht schafft. Sie müssen vorher entfernt werden. Und auch das Reinigen der Fensterrahmen und -bretter übernimmt er nicht.

Fazit:

Ideal für Putzmuffel mit großen, schwer zugänglichen Fenstern, die nicht allzu stark verschmutzt sind. Preis: ca. 299 Euro.

Weitere Informationen gibt es auf der Herstellerhomepage

Mehr zum Thema

Newsticker