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Google-Betriebssystem Android 11 ist da: So wird Ihr Smartphone nun mehr wie das iPhone

Android 11 ist auf ausgewählten Geräten wie dem Pixel 4a bereits verfügbar
Android 11 ist auf ausgewählten Geräten wie dem Pixel 4a bereits verfügbar
© Malte Mansholt / stern.de
Es ist soweit: Mit Android 11 steht das neueste Google-Mobilsystem zum Download bereit. Dabei überraschen nicht nur die Anlehnungen an das iPhone - sondern auch die große Anzahl an unterstützten Geräten.

Unkompliziert, übersichtlich und intuitiv - so preist Google sein neues Mobilsystem Android 11 an, das nun zum Download zur Verfügung steht. Tatsächlich finden sich viele neue Features, die deutlich die Nutzung vereinfachen - und von denen man einige auch schon vom iPhone kennt. Auch bei der Privatsphäre legt Google kräftig nach. Doch trotzt großer Bemühungen bleiben zwei der größten Android-Probleme auch in Nummer 11 bestehen.

Besser kommunizieren

Die spannendste Neuerung ist die verbesserte Kommunikation mit Freunden. Damit persönliche Nachrichten nicht in der Flut der Benachrichtigungen anderer Apps untergehen, bekommen sie mit Android 11 gleich zweifach eine Sonderrolle. Zum einen werden Chat-Nachrichten nun in der Liste der Benachrichtigungen immer ganz oben angezeigt, erst darunter dürfen andere Apps ihre Hinweise unterbringen. Dabei kann man auch selbst die Priorität festlegen und etwa den Whatsapp-Chat immer über den Instagram-Nachrichten anzeigen lassen. Auch einzelne Gespräche lassen sich anpinnen, andere kann man stummschalten. Gut: Das neue System erlaubt es auch, Benachrichtigungen einzelner Freunde auch dann durchzulassen, wenn man eigentlich den "Nicht stören"-Modus aktiviert hat.

Die zweite große Neuerung bei Chats kennen Nutzer von Facebook-Chats bereits: Mit kleinen Bubbles lassen sich nun auch Chats anderer Apps am Bildschirmrand anzeigen, ohne dass man die App dazu geöffnet haben muss. Die Bläschen lassen sich dann als Shortcut nutzen, um schnell das Gespräch mit den wichtigsten Personen im eigenen Leben wieder aufnehmen zu können. Öffnet man den Chat, schwebt das Gespräch quasi über der aktiven App, bis es wieder an den Rand zurückgeschoben wird.

Die nützliche Anpinn-Funktion macht das Chatten nebenbei einfacher
Die nützliche Anpinn-Funktion macht das Chatten nebenbei einfacher
© Google / PR

Smarter Powerbutton

Eine weitere spannende Neuerung ist der nun deutlich cleverer genutzte Einschaltknopf. Statt nur noch das Gerät neu zu starten, hat Google dem Knopf nun gleich drei Menüs zugeordnet. Hält man ihn länger gedrückt, öffnet sich ein neu eingeführtes Fenster. Ganz oben bietet es die klassischen Optionen zum Ausschalten, dem Neustart und dem Notruf. Darunter hat Google aber zwei neue Funktionen untergebracht.

Wie beim iPhone zeigt in der Mitte Google Pay die zum Bezahlen zur Verfügung stehenden Karten an, mit einem Wischen wählt man die richtige aus. Darunter ist ein neues Menü für die Smarthome-Steuerung. Hat man smarte Lampen oder andere vernetzte Geräte im Haus, lassen die sich nun darüber noch schneller ansteuern. 

Auch die Medien- und Musiksteuerung ist nun intuitiver: Statt jede App einzelne Steuerungselemente in der Benachrichtigungszentrale erstellen zu lassen, gibt es dafür nun einen eigenen Bereich in den Schnelleinstellungen. Damit die nicht überladen werden, zeigt Android dort immer nur die gerade aktive App an und erlaubt, per Wischen zwischen den Medienapps zu wechseln.

Vorbild iPhone

Hatten sich Apples iOS und Android zu Beginn noch in vielen Punkten stark unterschieden, nähern sich die Systeme in den letzten Jahren immer weiter aneinander an. Auch dieses Jahr hat Google sich bei einigen Neuerungen klar vom iPhone inspirieren lassen. Gerade in Bezug auf den Datenschutz ist das aber für die Nutzer ein echtes Plus. War Google lange nicht gerade als Datenschützer aufgefallen, gibt sich der Konzern in letzter Zeit alle Mühe, seinen Ruf zu verbessern. Die Folge in Android 11 sind eine ganze Reihe von Optionen, mit denen der Nutzer die oft viel zu große Neugierde von Apps besser im Zaum halten kann.

Nachdem Nutzer jahrelang schon bei der Installation den Apps umfangreiche Rechte gaben, hatte Google vor einiger Zeit begonnen, die Berechtigungen für Apps erst nach dem Start einzeln abzufragen. Mit Android 11 geht man noch einen Schritt weiter: Wie beim iPhone können nun der Zugriff auf persönliche Daten oder auf vertrauliche Hardwarefunktionen wie Mikrofon, Kamera oder den Standort deutlich restriktiver vergeben werden. So kann man die Genehmigung einmalig für die aktuelle Nutzung vergeben oder den Zugriff im Hintergrund grundsätzlich verbieten.

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Beim von vielen Apps verlangten Standort ist Google besonders streng: Die Genehmigung ist nun mit einem zusätzlichen Schritt verbunden, damit weniger Nutzer die Erlaubnis erteilen, ohne sich Gedanken darüber zu machen. Hat man eine App lange nicht benutzt, verliert die auch den Zugriff zu den Daten: Google setzt die Berechtigungen dann automatisch zurück und bittet den Nutzer um eine erneute Erlaubnis.

Andere Inspiration von Apple findet sich in eher kleinen Details: Die verbesserte Screenshot-Funktion erlaubt es nun etwa wie beim iPhone Bildschirmfotos direkt zu bearbeiten, auch die Möglichkeit, mit wenig Aufwand Videos vom Bildschirminhalt aufzunehmen und zu teilen, kennen die Apple-Kunden schon länger.

Alte Probleme 

Zwei seit Jahren bekannte Probleme bleiben allerdings - obwohl Google beide anzugehen versucht. Zum einen ist da der Android-Klassiker: Es ist bei den meisten Smartphones längst nicht sicher, ob und wann sie das Update bekommen werden. Dabei ist der Start eigentlich vielversprechend: Neben den eigenen Modellen der Pixel-Serie werden auch Smartphones der Hersteller Oneplus, Oppo, Xiaomi und Realme das neue System gleich zum Start anbieten, kündigte Google an. Warum nur chinesische Hersteller auf der Liste sind, ist nicht bekannt. Die in Deutschland viel wichtigeren Hersteller wie Samsung fehlen aber.

Trotz der stärkeren Unterstützung beim Start wird es daher vermutlich wieder Jahre dauern, bis die Mehrheit auf Android 11 läuft. Android 10 war etwa im April, mehr als ein halbes Jahr nach dem Start, nur auf 8 Prozent der Smartphones installiert. Das aktuelle iOS 13 war dagegen im selben Zeitraum bereits auf über 75 Prozent aller aktiven iPhones installiert.

Die zweite Baustelle von Android bleiben weiter die Tablets. Zwar unterstützt Android 11 nun explizit ungewöhnliche Bauformen wie Faltsmartphones, eine eigene Tabletversion wie das letztes Jahr eingeführte iPadOS gibt es aber weiterhin nicht. Tablets werden weiterhin quasi wie überdimensionierte Smartphones behandelt, vor allem in Apps ist das schnell zu spüren. Hier verschenkt Google viel Potenzial für die eigentlich oft starken Android-Tablets.

Quelle:Google, Statcounter


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