HOME

Neuer Standard: eSIM: Der SIM-Karten-Nachfolger startet bald in Deutschland

Die SIM-Karte hat bald ausgesorgt. Der Nachfolger eSIM kommt ganz ohne Karte aus. Im Frühjahr startet kartenlose SIM auch in Deutschland - in einer Smartwatch.

Esim Sim-Karte iPhone

Die eSIM soll die klassische SIM-Karte ersetzen. Apple wollte beim aktuellen iPhone 6s wohl eigentlich schon auf den neuen Standard setzen, verbaute dann aber doch einen SIM-Schacht

Die eSIM startet in Deutschland. Zwei Netzbetreiber bringen im Frühjahr erstmals ein Gerät mit fest eingebauter SIM-Karte auf den Markt. Vodafone und Telefónica Deutschland mit der Marke O2 werden eine Smartwatch von Samsung mit einer sogenannten eSIM (embedded SIM) vertreiben, wie die Unternehmen am Donnerstag mitteilten. Statt einer auswechselbaren Chipkarte kommt in der Uhr ein fest verbautes Modul zum Einsatz. Es ist von außen programmierbar und nicht austauschbar.

Künftig sollen Kunden ihren Netzbetreiber nicht mehr mit dem Wechsel der klassischen SIM, sondern direkt auf dem Gerät auswählen können. Integrierte Sim-Karten gelten in der Branche für die Zukunft als unabdingbar. Sie helfen, kleinere Geräte wie Smartwatches, Fitness-Tracker oder Daten-Brillen, in der kein Platz für deine herkömmliche SIM-Karte ist, mit dem Internet zu verbinden. Smartphones, die auf die neue Technik setzen gibt es aktuell noch keine. Die ersten dürften im Laufe des Jahres vorgestellt werden, vielleicht schon auf der nächste Woche stattfindenden Fachmesse Mobile World Congress.

Apple als Vorreiter

Die Technik gibt es schon seit einigen Jahren. Die umprogrammierbaren SIM-Karten wurden unter anderem in vernetzte Autos eingebaut, zum Beispiel um Roaming-Gebühren bei Fahrten zwischen verschiedenen Ländern zu vermeiden. Doch gegen den Einsatz in Smartphones sperrten sich nach Informationen aus der Branche die Netzbetreiber, die eine leichtere Abwanderung von Kunden befürchteten.

Der iPhone-Hersteller Apple hätte eine eSIM gern schon in aktuellen iPhone-Generationen eingebaut. Der Konzern hatte mit der Apple SIM im iPad bereits eine programmierbare SIM-Karte ausgeliefert. Ob das im Herbst kommende iPhone 7 bereits auf eine SIM-Karte verzichtet, ist nicht bekannt.


Im vergangenen Jahr hatte auch die Deutsche Telekom erklärt, künftig verstärkt auf eSIM zu setzen. Der Netzbetreiber geht davon aus, dass in etwa zehn Jahren die austauschbare SIM von der fest eingebauten komplett ersetzt werden könnte. Telekom-Managerin Claudia Nemat begrüßte am Donnerstag das Bekenntnis der Branche zu einem weltweiten Standard für die eSIM.

mma / DPA