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EU-Streit: Einigung auf niedrigere Roaming-Kosten

Handynutzer in der Europäischen Union sollen bereits in diesem Sommer von der Senkung der Preise für Handygespräche im Ausland profitieren. Das EU-Parlament und die Regierungen der 27 Mitgliedsstaaten haben sich nach wochenlangem Streit auf niedrigere Roaming-Gebühren geeinigt.

Die Handy-Auslandsgebühren in Europa sollen noch in den Sommerferien drastisch sinken. Nach monatelangem Streit einigten sich Vertreter der deutschen EU-Ratspräsidentschaft, des Europaparlaments und der EU-Kommission am Dienstag in Brüssel auf einen Kompromiss. Demnach sollen die "Roaming"-Gebühren auf höchstens 49 Cent je Minute für abgehende Anrufe und auf 24 Cent für angenommene Anrufe abgesenkt werden, hieß es aus den Delegationen.

Nach einem weiteren Jahr sollen die Gebühren auf 46 Cent, im dritten Jahr auf 43 Cent sinken. Die Gebühren für angenommene Anrufe sollen auf 22 und dann 19 Cent sinken. Besonders die EU-Kommission dringt seit langem auf eine Gebührensenkung, da die Gebühren in Europa teilweise bis zu 3 Euro je Minute betragen.

Das Europäische Parlament und die EU-Regierungen müssen dem Kompromiss zustimmen. Das Parlamentsplenum soll am 24. Mai abstimmen, die zuständigen Fachminister auf ihrem Ministerratstreffen im Juni. Die neue Verordnung solle Anfang oder Mitte Juli in Kraft treten, hieß es. Der neue Tarif solle automatisch für alle Verbraucher gelten, mit Ausnahme derjenigen, die sich bereits für einen Tarif mit besonderen Roaming-Konditionen entschieden hätten. Die Verbraucher sollen in einem Brief über den Schutztarif informiert werden und dann zwei Monate Zeit erhalten, sich dagegen zu entscheiden. Ansonsten tritt er automatisch in Kraft.

Kein Kommentar der Mobilfunker

Die deutschen Mobilfunkanbieter äußern sich vorerst nicht zu den wirtschaftlichen Folgen der sich abzeichnenden Gebührensenkung bei Auslandstelefonaten in der EU. Diese müssen erste errechnet werden, sagte ein T-Mobile-Sprecher am Dienstag. Auch von Vodafone hieß es, man müsse erst den kompletten Bericht abwarten und analysieren.

"Regulierung ist einem so wettbewerbsintensiven Markt nie gut. Daher bedauern wir die Entscheidung", sagte T-Mobile-Sprecher Stefan Zuber. Man sei aber mit den derzeitigen Tarifen bereits "nicht weit von den neuen Preisen entfernt".

DPA / DPA