VG-Wort Pixel

Neu erschienen iOS 15 und iPadOS 15: Diese spannenden Neuerungen bringen die Systeme auf Ihr iPhone und iPad

Das iPhone bekommt mit iOS 15 viele Verbesserungen im Detail
Das iPhone bekommt mit iOS 15 viele Verbesserungen im Detail
© PR
Es ist soweit: iOS 15 und iPadOS 15 stehen ab heute Abend zum Download bereit – und bringen jede Menge neue Funktionen auf Apples Mobilgeräte. Wir stellen die besten vor.

Knapp drei Monate nach der ersten Vorstellung im Juni veröffentlicht Apple am 20. September mit iOS 15 und iPadOS 15 seine neuen Betriebssysteme für iPad und iPhone. Und wie gewohnt, hat sich einiges getan. Wir stellen die wichtigsten Neuerungen vor. Und erklären, warum das iPad erheblich mehr profitiert.

Die wichtigsten Änderungen betreffen allerdings beide Systeme – wenn auch in unterschiedlichem Grad. Bekamen jahrelang iPhone und iPad das gleiche System und weitgehend dieselben neuen Funktionen, hat Apple die beiden Systeme vor zwei Jahren getrennt. Einige Funktionen kommen jeweils exklusiv für eines der neuen Systeme. Völlig entkoppelt sind sie deshalb aber nicht: Die meisten neuen Features gibt es für beide.

iOS 15 und iPadOS 15: Das ist neu

Eine der wichtigsten Neuerungen: Mit der Fokus-Funktion baut Apple um, wie Benachrichtigungen beim Nutzer ankommen. Statt nur noch beim Schlafen oder Autofahren die Anzahl an Notifications zu begrenzen, kann man nun selbst Szenarien erstellen und entscheiden, was dann noch durchkommt. Die Mail vom Chef will man im Feierabend-Modus vielleicht nicht mehr sehen, andererseits nervt die private Whatsapp-Gruppe natürlich während der Arbeitszeit. Neben Vorschlägen wie Ruhephasen oder Arbeits-Modus können sich Nutzer in den Einstellungen auch eigene Fokus-Zeiten definieren und etwa einen Sport-Modus basteln.

Fokus-Modi lassen sich automatisch einschalten, etwa nach Uhrzeit, oder man aktiviert sie selbst. Beim Abschalten ist es ähnlich. Fummelt man schon vor dem Ende des Nachtmodus wieder am iPhone herum, fragt es etwa, ob man wach ist und die Notifications wieder abschalten kann.

Der Fokus-Modus hat auch Auswirkungen auf das Notification-Center: Während Fokus-Phasen eingegangene und geblockte Benachrichtigungen tauchen in der Zeit nicht mal mehr einzeln in der Zentrale auf, sondern werden als eine einzelne Gruppenbenachrichtigung gezeigt. Erst wenn man darauf tippt, sind die einzelnen Benachrichtigungen zu sehen. Diese Trennung zwischen gerade gewünschten und nicht gewünschten Nachrichten ist für jeden, der das Smartphone sowohl beruflich als auch privat nutzt, ein Segen.

Safari: Alles neu - wenn man will

Den Browser Safari hat Apple ebenfalls kräftig umgebaut. Auf dem iPhone irritiert die neue Oberfläche anfangs etwas, die Adressleiste ist etwa plötzlich unten statt oben. Hat man sich an die neue Steuerung gewöhnt, funktioniert sie allerdings großartig. Neben der nun vor allem auf großen iPhones besser erreichbaren Adressleiste hat Apple endlich daran gearbeitet, dass Tab-Chaos zu beenden. Tippt man nun auf das Tab-Symbol, erscheint die neue Ansicht, in der nun nicht mehr eine, sondern zwei Reihen von Tabs zu sehen sind. Das sorgt vor allem auf dem iPhone für mehr Übersicht.

Apple CEO Tim Cook stellt das neue iPhone 13 vor

Neu ist auch die Option, Tabs eine Gruppe zuzuweisen. Dazu tippt man auf die Anzeige, in der die gerade geöffnete Zahl von Tabs dargestellt wird. Dort lassen sich Tab-Gruppen erstellen oder zwischen ihnen hin- und herwechseln. Tippt man stattdessen auf einen der geöffneten Tabs und hält ihn gedrückt, bekommt man direkt die Option, ihn einer Tab-Gruppe zuzuordnen. Lange gedrückte Links lassen sich so einer Tab-Gruppe zuweisen.

Auch die neu platzierte Adress-Leiste hilft dabei, die Steuerung zu vereinfachen: Wischt man über die Adressleiste, wechselt man in den vorherigen oder den nächsten Tab. So ähnlich kennt man es auch vom App-Wechsel über den Menübalken am unteren Rand. Wer sich nicht an die unten platzierte Leiste gewöhnen will, kann sie aber auch abschalten: Tippen Sie auf die beiden "Aa" in der Adressleiste und wählen Sie die Position der Tab-Leiste aus. 

Überarbeitete Standard-Apps

Auch bei seinen anderen mitgelieferten Apps hat Apple kräftig Hand angelegt. Die Karten-App und das Wetter wurden optisch überarbeitet, beide bieten nun mehr Informationen. Leider kommen noch nicht alle sofort nach Deutschland: Viele der Karten-Verbesserungen, wie eine 3d-Ansicht von Städten, sollen zuerst nur für die USA freigeschaltet und dann erst langsam über den Rest des Globus verteilt werden.

Überall verfügbar ist das überarbeitete Facetime. Die Bedienleiste ist nun kleiner geworden, sie nimmt nicht mehr den gesamten Bildschirm ein. Mit neuen Features soll sich Apples Videotelefonie-Pionier zudem an die neuen Anforderungen durch Homeoffice und Co. anpassen. So lassen sich endlich auch Nicht-Apple-Nutzer mit speziellen Links in Facetime-Gespräche einladen, der Hintergrund kann unscharf gestellt werden. Das Mikro soll lernen, Geräusche im Hintergrund leiser wiederzugeben. Schade: Die Shareplay genannte Funktion, mit der man während eines Facetime-Gesprächs gemeinsam Filme oder Serien genießen kann, wurde zwar bei der Präsentation besonders hervorgehoben, nun aber doch auf einen späteren Zeitpunkt verschoben.

(Noch) mehr Privatsphäre

In den letzten Jahren hat Apple den Schutz der Privatsphäre als immer wichtigeres Feature seines Ökosystems etabliert, auch iOS 15 und iPadOS 15 bringen hier einige spannende Neuerungen. Leider nicht für jeden Apple-Nutzer: Die beiden wichtigsten neuen Features – das Verstecken der E-Mail-Adresse und das sogenannte Privat-Relay -, stecken hinter einer Bezahlschranke. Sie stehen nur Abonnenten des kostenpflichtigen Abo-Dienstes iCloud+ zur Verfügung, den viele Nutzer wegen des erweiterten Speichers ohnehin buchen.

Beide Features sichern die Privatsphäre, wenn auch auf sehr unterschiedliche Weise. Der Spam-Schutz erlaubt es, sich bei Newslettern oder Webseiten mit einer E-Mailadresse anzumelden, ohne den Diensten seine tatsächliche Mail-Adresse anzugeben. Stattdessen bietet iCloud+ eine Tarnadresse an und leitet die Mails weiter. Kommt über eine der Adressen zu viel Spam, schaltet man sie einfach ab – und hat seine Ruhe.

Auch beim Privat-Relay werden Daten geschützt: Weil sich über die IP-Adresse Informationen wie der ungefähre Standort herauslesen lassen, verbirgt das Einschalten der Funktion sie vor den besuchten Webseiten. So wird etwa die Rückverfolgung für Werbetreibende schwerer. Der Clou: Weil Apple die Adresse beim Weitergeben verschlüsselt, weiß auch der Konzern selbst nicht, wer gerade welche Seiten abruft. 

Leider gibt es einige kleinere Nachteile. So kann man anders als bei VPN-Diensten keine IP aus einem anderen Land auswählen, um etwa mehr Angebot bei Netflix freizuschalten. Zudem unterstützen manche Router wie Google Wifi das Privat-Relay nicht korrekt, dann aktiviert das Gerät es in diesen Netzen. Und: In einigen Ländern wie China oder Ägypten wird das Feature gar nicht erst angeboten. Es taugt also nicht, um staatliche Zensur zu umgehen.

Mehr Neuerungen auf dem iPad

Auf dem iPad ist das neue System bei den Neuerungen etwas umfangreicher. Das liegt aber in allererster Linie daran, dass Apple Features wie den überarbeiteten Homescreen mit Widgets und der Option, Apps in der sogenannten App Library auszulagern, nachreicht – auf dem iPhone waren sie schon mit iOS 14 eingeführt worden.

Zwei exklusive Neuerungen sollen das iPad als Produktiv-Maschine besser einsetzbar machen. Zum einen ist da das neue Multitasking-Feature. Mit einem am oberen Rand eingeblendeten Minimenü lässt sich das iPad schnell zwischen dem üblichen Vollbildmodus und einem mit mehreren Apps geteilten Bildschirm hin- und herschalten. Zudem lassen sich nun wie beim Desktop mehrere Fenster einer App öffnen, sodass man zwischen ihnen wechseln kann. Die Notiz-App lässt sich nun über sämtliche Apps öffnen, um schnelle Gedanken festzuhalten.

Eine weitere wichtige Neuerung findet im Hintergrund statt: Apps können nun mehr Arbeitsspeicher anfordern. Das dürfte vor allem Nutzer der aktuellen iPad Pro mit Apples M1-Chip freuen. Das bringt zwar bis zu 16 GB Arbeitsspeicher mit, voll nutzen durfte die bisher aber keine App. Jetzt können Photoshop und Co. deutlich mehr abrufen.

iOS 15 und iPadOS 15 erscheinen am 20. September 2021 ab etwa 19 Uhr deutscher Zeit.


Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker