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Alarm im App Store Apple hat ein Problem mit Hunderten Fake-Apps aus China

Apple iPhone App Store Fake
Apples App Store für iPhone und iPad hat ein Fake-Problem
© picture-alliance
Eigentlich galt Apples App Store jahrelang als sichere Bastion gegen Schadsoftware. Jetzt wurden falsche Apps entdeckt, die offiziellen Shopping-Apps bekannter Marken zum Verwechseln ähnlich sehen - aber die arglosen Kunden abzocken.

Das iPhone ist sicherer als Android - diese schlichte Wahrheit galt jahrelang als gesetzt. Während Google Manipulationen am Betriebssystem erlaubt und auch dubiose Apps in seinen Play Store lässt, regierte Apple seinen App Store mit fester Hand. Um so schockierender, dass nun nicht nur eine, sondern gleich Hunderte gefälschte Apps im App Store entdeckt wurden. Und die hatten ganz sicher nicht das Wohl der Nutzer im Auge.

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Wie die "New York Times" berichtet, wurden die Fakes zufällig entdeckt. Das Unternehmen Branding Brands unterstützt eigentlich andere Firmen dabei, deren Apps aufzubauen und weiterzuentwickeln. Deshalb beobachtet man auch den Markt für Shopping-Apps, erklärte Firmenchef Chris Mason der Zeitung. Und in den letzten Wochen wurde der App Store regelrecht mit Fakes geflutet. "Wir sehen eine Unmenge falscher Apps", sagte Mason der "Times".

Hunderte falsche Apps

Bei den meisten handelt es sich um Klone bekannter Marken- oder Online-Shops, etwa Footlocker, Puma oder Dior. So bot die Firma "Footlocke Sports Co. ltd." ganze 16 Apps im App Store an. Zusätzlich zu den drei Apps die Footlocker tatsächlich anbietet. Besonders betroffen sind allerdings Unternehmen, die bisher noch gar keine Apps betreiben. Hier fallen die Kunden natürlich umso leichter auf die Fakes herein. Aus dem deutschen Store sind solche Fake-Apps aber bisher nicht bekannt.

Doch was tun die bösen Fake-Apps eigentlich? Viele scheinen es tatsächlich vor allem auf Kunden-Daten abgesehen zu haben, etwa Zugangsdaten zu Facebook. Andere greifen nach Angaben der "Times" tatsächlich das System des iPhones an und erpressen die Nutzer. Dazwischen sind dann noch die klassischen Abzock-Apps, in denen man zwar Luxuswaren bestellen kann, die aber wohl nie erhalten dürfte. Die Kreditkarten-Daten bekommen die Abzocker noch obendrauf.

Wie kommen die Fakes in den App Store?

Wie die vor allem aus China stammenden Apps an den vermeintlich strengen Kontrollen des App Store vorbeirutschen konnten, ist noch nicht ganz klar. Eigentlich prüft Apple die Funktionsweise von Apps sehr gewissenhaft, zumindest die wirklich schädlichen Programme sollten eigentlich aufgeflogen sein. Bei den Fälschungen sieht die Sache etwas anders aus. Ob Entwickler tatsächlich über bestimmte Markenrechte verfügen, scheint Apple zumindest nicht als Routineprüfung zu klären. Zudem scheinen einige Apps ihre Abzock-Features erst später eingefügt zu haben.

Die betroffenen Apps sind nach Anfrage der "Times" größtenteils wieder aus dem App Store geflogen. "Wir haben die betroffenen Apps aus dem App Store entfernt und werden weiter wachsam sein", sagte ein Apple-Sprecher der Zeitung.

Einige Fakes scheinen unter anderem Namen aber bereits wieder aufgetaucht zu sein. "Sie sind immer einen Schritt voraus", sagte Mason dazu. Er sieht auch die betroffenen Unternehmen selbst in der Verantwortung. "Es ist wichtig für Marken zu beobachten, wie ihr Name genutzt wird."

Wird der App Store unsicherer?

Bisher hatte Apple seinen App Store weit besser unter Kontrolle als Konkurrent Google, schätzt Jon Clay vom Sicherheits-Unternehmen Trend Micro. Seiner Ansicht nach scheint sich das aber langsam zu ändern, schreibt die "Times". Als etwa im Sommer der Hype um Pokémon Go losging, tauchten auch jede Menge falsche Versionen der Spiels im App Store auf. Vor allem in Ländern, in denen es noch nicht offiziell erhältlich war. "Kriminielle werden immer versuchen, die neuesten Trends auszunutzen", warnt Clay. So schlimm wie bei Android dürfte das Sicherheitsproblem aber nicht werden. Das Hauptproblem von Googles Betriebssystem ist nach wie vor nicht der Play Store, sondern die verkorkste Update-Politik.


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