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Kritik an Vogelruf-Apps: Wenn im Wald die Smartphones zwitschern

Naturschützer schlagen Alarm: Immer mehr Fotografen zücken im Wald ihre Smartphones und locken Vögel mit Vogelruf-Apps aus ihren Nestern. Das ist schädlich für die Tiere, meinen Kritiker. Sie erwägen nun rechtliche Schritte.

Von Christoph Fröhlich

Die Zeit des Wartens ist vorbei. Mussten frühere Vogelfotografen mühselig im Gebüsch ausharren, um einen Blick auf das Objekt ihrer Begierde zu erhaschen, wird heute einfach das Smartphone gezückt und die passende Vogelruf-App gestartet. Der künstliche Vogelruf lockt die Nesthocker aus ihrem sicheren Versteck direkt vor die Kameralinse des Fotografen. Das ist jedoch verboten, meint das britische Attenborough Nature Centre, ein Naturreservat in der Nähe von Nottingham.

"Eine moderne Entenpfeife"

"Wir hatten Probleme mit Leuten, die Vögel mit künstlichen Vogelgeräuschen aus dem Gebüsch locken, um sie besser sehen zu können. Das ist das moderne Gegenstück zur Entenpfeife", so Erin McDaid von Notts Wildlife Trust gegenüber der britischen Tageszeitung Telegraph. "In manchen Fällen waren es sogar mehrere auf einmal. Das treibt die Vögel in die Defensive. Und während sie ihr Territorium verteidigen, sitzen sie nicht auf ihren Eiern und vernachlässigen ihre Nestpflege."

Die unnatürliche Ablenkung zeigt bereits Folgen: Der Seidensänger und der Feldschwirl gelten im Attenborough-Naturreservat als teilweise bedroht. Dabei kritisiert McDaid Smartphones nicht grundsätzlich: "Sie sind ein großartiges Hilfsmittel zur Artenbestimmung. Doch auf diesem Weg verursachen sie Probleme."

Kampf gegen unsichtbare Rivalen

Auch Markus Nipkow, Ornithologe und Vogelschutzexperte von Nabu Deutschland, kennt das Phänomen der Vogel-Lockrufe: "Vogelinteressenten haben sich schon immer einiges einfallen lassen, um die Tiere zu Gesicht zu kriegen. Einige Tierfotografen nutzten beispielsweise Kassettenrekorder, mit denen sie die Vogelstimmen aufnehmen und zu einem beliebigen Zeitpunkt wieder abspielen konnten. Dabei wurde jedoch meistens auf den Schutz der Tiere geachtet."

Auch Wissenschaftler arbeiten mit Klangattrappen, um Vögel mit falschen Rufen anzulocken. Ein Einsatz dieser Gerätschaften muss jedoch zuvor genehmigt werden. Denn die Köder-Rufe bedeuten zusätzlichen Stress für die Vögel und veranlassen sie, ihre Verstecke zu verlassen. "Dabei verbrauchen die Vögel Energie und Zeit, um gegen ein rivalisierendes Männchen zu kämpfen, das überhaupt nicht existiert.", so Nipkow.

Zwitschern auf Knopfdruck

Vor allem die Leichtigkeit der modernen Methoden besorgt den Vogelexperten: "Die Geräte werden immer verbreiteter und die Bedienung wird immer bequemer, es ist quasi ein 'Anlocken leicht gemacht'. Wenn Leute nur aus Spaß die Vögel mit solchen Methoden ködern, kann ich das nicht gutheißen. Da sollte man an die Naturliebhaber appellieren und aufklären. Eine Störung dieser Art ist nach Bundesnaturschutzgesetz auch in Deutschland verboten."

Bisher blieb es in den Naturreservaten nur bei Ermahnungen. Die High-Tech-Vogelbeobachter sollen vor allem verstehen, dass die Sicherheit der Vögel an erster Stelle steht. Sollten die Tierfotografen ihre Praxis dennoch weiter fortführen, halten britische Naturschützer auch rechtliche Schritte für nicht ausgeschlossen. Das Gesetz wäre auf ihrer Seite.

Lesen Sie auch bei unserem Partner pcwelt.de: "Die Akte der verbotenen Smartphone-Apps"

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kann man sich gegen eine maßnahme vom jobcenter wehren?
hallo. ich bin quasi arbeitsunfähig seit meinem 18ten lebensjahr. ich wiege 200 kg und habe eine betreuung weil ich sonst gar nichts schaffen würde. sie bringt mich zu terminen und begleitet mich zu arzt besuchen. das einzige was ich noch alleine kann ist einkaufen und das auch nur weil es nunmal lebensnotwendig ist ,jedoch bin ich danach total erschöpft und fertig.ich kann keine 200 meter mehr laufen.und mal ganz abgesehen von meiner körperlich verfassung leide ich seit meiner kindheit an starken depressionen,borderline,panikattacken,einer traumatischen belastungsstörung und angstzuständen. ich bin demnach körperlich sowie auch psychisch ziemlich fertig. gestern war ich beim amtsarzt zur begutachtung sowie auch einmal vor 2 jahren. und die ärztin sagt mir ernsthaft,das es zumindest köperlich nicht ausreichen würde das ich weiterhin krank geschrieben werden kann und sagte,das eine maßnahme sicherlich gut sein kann.und das obwohl ich bereits sagte,das ich körperlich unfähig bin irgendwas alleine zu schaffen und ,meine betreuerin mich überallhin begleiten muss.(ich habe kein auto)ich bin vollkommen entsesetzt und habe nun angst das sie mich in eine maßnahme stecvken welche ich einfach nicht schaffe und sie mir dann das minum an geld nehmen welches ich bekomme und ich dann verhungernd und auf der starße leben muss,eben weil es ein ding der unmöglichkeit für mich darstellt.kann man sich da irgendwie wehren?sie sagt sie findet ich sei zu jung um berentet zu werden (28).ich habe gerade wirklich angst.kann man einen menschen zwingen etwas für ihn unmögliches zu tun?ich hab das gefühl die wollen irgendeine quote erfüllen und solange man die arme bewegen kann,ist man arbeitsfähig...hilfe :(