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Gartenbesitzer sollen Tiere melden: Naturschützer registrieren ungewöhnlich viele tote Blaumeisen – gibt es eine neue Vogelkrankheit?

Gibt es eine neue Vogelkrankheit? Naturschützer registrieren derzeit ungewöhnlich viele tote Blaumeisen. Um herauszufinden,was es damit auf sich hat, sollen Gartenbesitzer tote und krank wirkende Vögel melden.

Eine Blaumeise (Cyanistes caeruleus) sitzt in einem Garten auf einem Ast

Eine Blaumeise sitzt auf einem Ast: Derzeit werden ungewöhnlich viele tote Tiere registriert.

Ein mysteriöses Vogelsterben beschäftigt derzeit den Naturschutzbund Deutschland (Nabu). Naturschützer registrieren seit einigen Wochen ungewöhnlich viele tote Blaumeisen. Um herauszufinden, ob sich eine neue Vogelkrankheit in Deutschland ausbreitet, bittet der Verein, tote und krank wirkende Vögel zu melden. Vereinzelt erkrankten auch Kohlmeisen oder andere kleine Singvögel, hieß es. 

"Erste Fälle wurden uns bereits Mitte März aus Rheinhessen in Rheinland-Pfalz gemeldet", sagte Nabu-Vogelschutzexperte Marius Adrion. Inzwischen sei die Zahl auf über 150 gestiegen. "Betroffen ist bisher vor allem der Streifen vom Westerwald in Rheinland-Pfalz über Mittelhessen bis ins westliche Thüringen." 

Tote oder kranke Blaumeisen melden

Erkennen könne man die kranken Tiere unter anderem daran, dass sie "apathisch und aufgeplustert auf dem Boden sitzen und nicht vor Menschen fliehen". Häufig seien Augen, Schnabel und Teile des Federkleids verklebt. Dieses Bild passe zu keiner bekannten Vogelkrankheit. Da die meisten der Tiere in der Nähe von Vogelfütterungen gefunden worden seien, rät der Nabu dazu, kein Futter und Wasser mehr anzubieten, wenn mehr als ein kranker Vogel an einer solchen Stelle beobachtet werde. 

Welpe  sieht aus wie ein Hunde-Katzen-Hybrid.

Wer tote oder kranke Meisen findet, kann dies unter www.NABU.de/meisensterben melden und auch Fotos senden. Gerade erst gestorbene Vögel sollten die Finder unter Einhaltung nötiger Hygienemaßnahmen und ohne den Vogel zu berühren luftdicht verpacken und im Eisfach aufbewahren. Nach Ostern sollten die Tiere an das Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin in Hamburg oder nach vorheriger Rücksprache an das zuständige Kreisveterinäramt geschickt werden.

jek / DPA