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Bundesnetzagentur greift ein: Die Rufnummernmitnahme wird endlich günstiger

Neuer Mobilfunkanbieter, neue Nummer - das wollen viele Kunden vermeiden. Eine Rufnummernmitnahme ist meist jedoch ziemlich kostspielig. Das soll sich bald ändern, doch einige Konzerne sträuben sich noch.

Frau freut sich über Smartphone

Die Rufnummernmitnahme wird bald günstiger

Getty Images

Alle zwei Jahre ist es dasselbe Spiel: Wer Geld sparen will, muss sich einen neuen Mobilfunkvertrag zu Neukunden-Konditionen suchen. Und wer die alte Rufnummer mitnehmen will, muss für gewöhnlich Geld auf den Tisch legen - und das nicht zu knapp: Einige Anbieter berechnen bis zu 30 Euro.

Diese Entgelte hält die Bundesnetzagentur für zu hoch. "Wir wollen die Hürden für einen Wechsel des Anbieters senken", sagte ein Netzagentur-Sprecher vor wenigen Tagen der Deutschen Presse-Agentur. "Unser Vorgehen zielt auf eine Absenkung der Entgelte im gesamten Markt."

Rufnummernmitnahme bis zu vierfach teurer

Die gesetzlichen Vorgaben sehen eigentlich vor, dass nur die Kosten berechnet werden dürfen, die tatsächlich bei der Rufnummernmitnahme entstehen. Angemessen sind der Bundesnetzagentur zufolge maximal 6,82 Euro. Einige Anbieter berechnen also einen fast vierfachen Aufschlag der eigentlich angemessenen Beträge.

Bereits Mitte Februar hat sich die Behörde an die Mobilfunkbetreiber gewendet, die Deutsche Telekom und Vodafone haben Berichten zufolge bereits eine Senkung der Gebühr bis zum Stichtag am 20. April 2020 zugesagt. Telefónica Deutschland (O2), 1&1 Drillisch sowie mehrere kleinere Anbieter zeigen sich jedoch nicht so kooperativ, weshalb die Behörde nun einige Verfahren eingeleitet hat. Sollten die Konzerne nicht mitziehen, drohen Bußgelder.

O2 und Drillisch warten ab

Drillisch - dazu gehören bekannte Marken wie Winsim, Yourfone, Smartmobil und Discotel - hat bereits angekündigt, mit einer Preissenkung auf eine Novelle des Telekommunikationsgesetzes warten zu wollen. Telefónica hat erklärt, erst einmal abwarten zu wollen, ob sich alle deutschen Mobilfunker an die niedrigeren Portierungskosten halten. Oder mit anderen Worten: Man senkt erst die Preise, wenn es alle anderen auch getan haben - eine kuriose Argumentation.

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