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Testnetze: Mobilfunk der nächsten Generation

T-Mobile und Vodafone forschen gemeinsam für die Zukunft. Testnetze in Dresden und Berlin sollen künftig höhere Datenkapazität im Mobilfunk gewährleisten.

Fernsehen, Video und rasantes Internet wünschen sich viele Nutzer für ihr Handy. Wer nicht gerade mit dem schnellen Mobilfunkstandard UMTS unterwegs ist, guckt in die Röhre. Die beiden größten deutschen Handynetzbetreiber T-Mobile und Vodafone forschen deshalb gemeinsam an der Zukunft des Mobilfunks nach UMTS. Weltweit erstmalig wird im Rahmen des Projektes ein Technologie-Mobilfunknetz aufgebaut. Der Bedarf nach jederzeit und überall verfügbaren mobilen Internetzugängen werde weiter zunehmen, erklärten die Unternehmen am Donnerstag in Bonn und Düsseldorf. Zukünftige Mobilfunknetze müssten deshalb immer höhere Kapazitäten für die Datenübermittlung erreichen. Um innovative Ansätze in der Praxis auf ihre Tauglichkeit zu überprüfen, richten die Projektpartner - neben Telekom und Vodafone mehr als ein Dutzend Institute und Industriefirmen - Testnetze ein.

Technologie für den neuen Mobilfunk

In der Dresdner Innenstadt sollen zehn Standorte für Basisstationen mit 30 Mobilfunknetz-Zellen aufgebaut werden, in Berlin ein kleineres Netz mit nur vier Zellen. Erste Feldversuche sind schon im nächsten Jahr geplant. Ziel des vom Bundesforschungsministerium finanziell unterstützten Projekts ist den Unternehmensangaben zufolge eine signifikante Verbesserung der Leistungsfähigkeit des Gesamtsystems. Dafür werden optimierte Mehrantennenkonzepte und funkzell-übergreifende Kooperationstechniken untersucht. Das seien die Schlüsseltechnologien für die nächste Mobilfunkgeneration. Mit den beiden Technologie-Testnetzen bisher theoretisch hergeleitete Ergebnisse unter praktischen Bedingungen überprüft werden.

Einfluss auf globale Standardisierung

Das Forschungsprojekt wird gemeinsam von T-Mobile und Vodafone geleitet und von Professor Gerhard Fettweis vom Vodafone Stiftungslehrstuhl Mobile Nachrichtensysteme der Technischen Universität Dresden in Zusammenarbeit mit dem Fraunhofer Institut für Nachrichtentechnik, Heinrich-Hertz-Institut, koordiniert. Zum Konsortium gehören den Angaben zufolge 13 weitere Industriepartner, unter ihnen viele namhafte Hersteller von Halbleiterchips, Mobilfunksystemen und deren Komponenten, Hard- und Softwarelösungen für die Mobilfunkbranche, sowie die Bundesnetzagentur (BNetzA). Durch die zu erwartenden Ergebnisse werden die Projektpartner einen entscheidenden Einfluss auf globale Standardisierungsaktivitäten haben.

AP/ts / AP