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Experte erklärt: Warum manche Apple-Produkte eigentlich zu billig sind

Apple und günstig, diese beiden Worte fallen eigentlich selten zusammen in einem Satz. Ein Experte erklärt, warum Apple einige seiner Geräte aber noch viel zu billig anbietet. Vor allem mit zwei Produkten verfolgt Tim Cook eine ungewöhnliche Strategie.

Apple WWDC Tim Cook

Meister der Preise: Apple-Chef Tim Cook

Apple und billig? Das hört man nicht oft. Der Konzern aus Cupertino hat es perfektioniert, seine Produkte mit einem Haben-Wollen-Faktor zu versehen - und dafür im Gegenzug gesalzene Preise zu verlangen. Mittlerweile kann man mühelos 1000 Euro für ein neues iPhone ausgeben, und bei Macbooks knackt man schonmal die 3000-Euro-Marke. Das hat Apple zum wertvollsten Unternehmen der Welt gemacht.

Der Apple-Experte Neil Cybart ("Above Avalon") hat nun jedoch einen Strategiewechsel festgestellt, mit der Apple vor allem Neukunden ködern will. Auf der einen Seite stößt Apple immer tiefer ins Luxussegment vor, wie etwa die Kooperation mit dem französischen Modeunternehmen Hermès zeigt. Auf der anderen Seite sind einige neue Produkte günstiger zu haben als bei der Konkurrenz - etwa die Apple Watch und die AirPods. Dabei handelt es sich um ikonische Produkte, die man sofort auf der Straße erkennt. Der Kunde wird quasi zur Litfasssäule. Für das Unternehmen, das wie kein anderes auf Lifestyle setzt, ist das enorm wichtig.

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AirPods waren große Überraschung

Um seine These zu untermauern, hat Cybart zunächst die AirPods (hier unser Test) mit der Konkurrenz verglichen. Sein Fazit: "Es ist klar, dass Apple die AirPods unter Wert anbietet." Seine ersten kabellosen Kopfhörer verkauft Apple seit Dezember für 179 Euro, in den USA werden sogar nur 159 Dollar fällig. In Anbetracht der verbauten Technik (zahlreiche Sensoren, der neue W1-Chip, ein schick-designtes Ladecase) beinahe ein Schnäppchen, findet Cybart.

Die Konkurrenz verlangte beim Start für ähnliche Geräte nämlich durchweg mehr Geld: Samsungs Gear IconX kosten 199, Motorolas VerveOnes+ 249 und Bragis Dash sogar 299 US-Dollar. "Mit einem Preis von 159 Dollar hat Apple den gesamten Markt geschockt. Damit war auf einen Schlag die Luft im gesamten Markt der kabellosen Kopfhörer raus", fasst Cybart seine Analyse zusammen. Vor zehn Jahren sei so ein Zug noch "unvorstellbar" gewesen.

Der Konkurrenz blieb nur eines übrig: Die Preise mussten gesenkt werden. Trotzdem konnte Apple innerhalb weniger Monate deutlich Marktanteile gewinnen, die Wartezeiten waren lang. Der niedrige Preis hat sich offenbar ausgezahlt.

Apple Watch unterbietet Konkurrenz

Eine ähnliche Taktik verfolgt Tim Cook mit der Apple Watch. Die erste Generation im Frühjahr 2015 kostete noch 349 Dollar (Deutschland ab 399 Euro) und war damit preislich eher im Mittelfeld angesiedelt. Offizielle Verkaufszahlen gab das Unternehmen nie bekannt, doch schnelle Preissenkungen legten den Schluss nahe, dass Apple nicht zufrieden war.

Im vergangenen September änderte das Unternehmen mit der Vorstellung der zweiten Generation der cleveren Armbanduhr seine Preisstrategie radikal: Eine aufgemotzte Variante der ersten Generation wird als Apple Watch Series 1 zum Kampfpreis von 269 US-Dollar (Deutschland ab 319 Euro) angeboten, in limitierten Sonderaktionen bekam man die Uhr bereits für 199 US-Dollar.

Auch das Premium-Modell, die Apple Watch Series 2, liegt mit 349 US-Dollar im üblichen Rahmen der Smartwatches. Zum Vergleich: Samsungs Gear S3 kostet 349, die Fossil Q Founder 275, die Michael Kors Access 350 Dollar. Die Android-Uhr Tag Heuer Connected Modular 45 ist mit 1650 Euro sogar mehr als viermal so teuer. Mit dem Keramik-Modell Apple Watch Edition hat aber auch Cupertino eine Luxusversion im Angebot. 

Am Ende geht es um das iPhone

"Im Wesentlichen definiert Apple Luxus neu", so der Experte. Schon lange nutzen Premium-Unternehmen vergleichsweise günstige Produkte, um Menschen mit der Marke in Berührung zu bringen. Apple bietet nun aber Produkte unter Marktpreis an, die trotzdem eine "Luxus-Erfahrung" bieten. Apple kann sich das auf jeden Fall leisten. Mit Barreserven jenseits von 200 Milliarden Dollar kommt es nicht auf jeden Cent Umsatz an, sodass man auch mit weniger Einnahmen leben kann, wenn dafür der Marktanteil steigt. "Es wird für andere Unternehmen schwer sein, auf Dauer in diesem Spiel mitzumischen."

Doch warum fährt Apple so eine aggressive Preisstrategie? Dafür gibt es laut Cybart mehrere Gründe. Seiner Meinung nach fungieren die Einstiegs- und Lifestyle-Produkte als Türöffner in das Apple-Ökosystem, dessen Zentrum das iPhone ist. Bei der Apple Watch ist man auf das Smartphone zwingend angewiesen, und auch die AirPods können erst im Zusammenspiel mit dem iPhone alle Stärken ausspielen. Und das Geld verdient Apple nach wie vor mit seiner Smartphone- und Services-Sparte, während die Einnahmen durch Zubehör im Vergleich überschaubar sind. Ein netter Nebeneffekt: Durch die höheren Stückzahlen kann Apple die Fertigungskosten drücken.

Apple habe aus seiner Vergangenheit gelernt, als das Unternehmen kurz vor der Pleite stand. Damals konzentrierte sich der Konzern auf teure, exklusive Geräte statt auf Marktanteile. "Die Preisgestaltung der AirPods und Apple Watch zeigen, dass Apple nicht nur das Premium-Segment des Wearables-Marktes dominieren will, sondern den gesamten Markt", schreibt Cybart. 

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Kann ich mich auf Geschwindigkeitsanzeige FritzBox verlassen?
Hallo zusammen, erstmal herzlichen Dank für die Leute, die sich Zeit nehmen Fragen zu beantworten oder ihre Erfahrungen mit anderen teilen. Das ist oft hlifreich, wenn man sich nicht so auskennt. Ich hoffe, dass mir jemand weiterhelfen kann. Die Telekom hat hier nach langer und ersehnter Zeit schnelle Leitungen verlegt. Mitarbeiter waren auch zu Besuch da und auch nett:-) Sie wollten ja auch, dass ich von 1und1 wieder zurück wechsel. Das ist für mich in Ordnung und gehört zum Wettbewerb. Da jedoch die Mitarbeiter mir sagten, dass die Telekom für paar Jahre das Vorrecht hätte, könnte ich schnelles Internet nur über Telekom beziehen. Sprich entweder Telekom und schnelles Internet oder langsames Internet. Da habe ich im Internet recherchiert und rausgefunden, dass das so nicht mehr stimmt. Das war der Grund, warum ich dann bei 1und1 DSL100 abgeschlossen habe, da man mir am Telefon gesagt, dass es ohne Probleme möglich wäre. Nun ist es jedoch so, dass wir gar nicht so merken, dass unser Internet schneller ist. Gerade in der oberen Etage kann man nicht ohne Router surfen oder Sky über Internet Fernsehen. Nun meine Frage: Bei der Fritzbox wird es jedoch angezeigt. Kann ich mich drauf verlassen? Oder wie macht ihr eure Messungen? Ich weiss, dass es Software gibt, aber der feste Rechner ist bereits alt und hat einen alten Internet Explorer drauf. Wenn ich mit einem Laptop im Wlan mich reinhänge, wird sicher die Geschwindigkeit sowieso niedriger und nicht verwertbar sein, oder? Vielen Dank für die Antworten.