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AirPods: Fallen Sie wirklich immer aus den Ohren? Apples Siri-Kopfhörer im Test

Über den Look von Apples ersten drahtlosen Kopfhörern, den AirPods, wurde schon viel geschrieben. Doch wie klingen sie - und fallen sie wirklich immer wie befürchtet aus den Ohren? Der stern hat sie getestet.

Apples kabellose AirPods sehen ungewöhnlich aus

Apples kabellose AirPods sehen ungewöhnlich aus

Das iPhone 7 hat viele Vorzüge, doch für Wirbel sorgte bei der Präsentation ein Feature, das gestrichen wurde: Die Klinkenbuchse fehlt. Die Nutzer müssen sich deshalb für eine von drei Varianten entscheiden: Entweder muss man immer einen Adapter rumschleppen (umständlich), einen Lightning-Kopfhörer nutzen (passt dann aber nur ins iPhone) oder zu einem Bluetooth-Modell greifen.

Vor allem letztere dürften sich durchsetzen, denn sie sind mit beinahe jedem Gerät kompatibel. Wer standesgemäß die neuen, kabellosen Apple Airpods nutzen will, kann diese nun nach mehr als einem Monat Verzögerung für 179 Euro erwerben. In der kommenden Woche sollen die ersten Vorbesteller die AirPods erhalten, der stern konnte bereits ein Vorserienmodell testen.

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Ungewöhnliche Form, guter Sitz

Für das Design der AirPods musste das Team um Jony Ive kübelweise Häme einstecken, vielen drängte sich der Vergleich mit den Wechselköpfen elektrischer Zahnbürsten oder kleiner Golfschläger auf. Ob einem die Optik gefällt, ist wie immer Geschmackssache - als größter Designwurf Cupertinos werden die Kopfhörer definitiv nicht in die Geschichte eingehen.

Ein andere Befürchtung bewahrheitete sich hingegen nicht: In unserem Test haben wir die AirPods nicht einmal verloren, weder beim Laufen noch beim Joggen. Weil keine Kabel nach unten ziehen, rutschen sie nicht so leicht aus den Ohren wie die normalen EarPods. Allerdings nur, wenn man ein Norm-Ohr hat. Denn wechselbare Silikonüberzüge, wie sie den meisten Kopfhöhrern beiliegen, gibt es für die AirPods nicht. Hat man besonders große, kleine oder verwinkelte Ohren, ist der Sitz leider nicht so bequem.

Wie gut ist der Klang?

Klanglich sind die AirPods keine Offenbarung. Sie klingen nicht wirklich besser als die Kopfhörer, die jedem iPhone beiliegen - für 179 Euro bekommt man woanders mehr Sound fürs Geld. Bedenkt man aber, wie viele Menschen Tag für Tag ihre Musik mit den klassischen EarPods hören, dürfte die meisten der Sound (auch in Anbetracht der kompakten Größe) zufriedenstellen. Die Lautstärke ist ordentlich und auch die Bässe überzeugen bei richtigem Sitz. Bei Bewegungen, wenn der Kopfhörer leicht im Ohr hin- und herrutscht, werden die Bässe aber spürbar schwächer. Sportler mit hohen Ansprüchen an die Musikwiedergabe sollten die AirPods deshalb vor dem Kauf am besten ausprobieren. Das eingebaute Mikrofon wiederum ist sehr gut, womit sich ein AirPod auch als Bluetooth-Headset eignet.

Die Kopplung von Apples AirPods mit einem iPhone ist kinderleicht und technisch beeindruckend

Die Kopplung von Apples AirPods mit einem iPhone ist kinderleicht und technisch beeindruckend

Die AirPods mit dem iPhone zu verbinden ist denkbar einfach: Man öffnet die Transportschachtel, die ein wenig an ein Zippo-Feuerzeug erinnert, hält sie in die Nähe des iPhones und kann direkt loshören. Simpler geht's nicht. Möglich macht es der W1-Chip, der die eigentliche technische Sensation ist und auch im aktuellen Beats Solo 3 Wireless steckt.

Der Clou: Nicht nur das iPhone ist mit den AirPods verbunden, sondern alle Geräte, auf denen man sich mit derselben Apple-ID angemeldet hat - etwa der Mac oder die Apple Watch. Wer will, kann die AirPods auch mit Android-Geräten koppeln. Wie sinnvoll das ist, sei dahingestellt. Denn essenzielle Features wie die Siri-Unterstützung (dazu später mehr) werden nicht unterstützt.

Die Box dient übrigens nicht nur zur Aufbewahrung der AirPods, sondern lädt sie auch. Die Kopfhörer halten etwa fünf Stunden durch, die Box liefert vier weitere Ladungen, dann muss auch sie an die Steckdose. Geladen wird sie via Lightning-Kabel, mit dem auch das iPhone Strom tankt.

Siri, mach lauter!

Im Inneren der strahlend weißen AirPods steckt jede Menge cooler Technik. Sie erkennen etwa mittels eines Infrarot-Sensors, wann sie getragen werden, und deaktivieren automatisch die Musik, wenn man einen der AirPods aus den Ohren nimmt.

Gesteuert werden die AirPods via Siri

Gesteuert werden die AirPods via Siri

Auch die Bedienung ist unkonventionell: Auf Knöpfe, Touchpanel oder eine Lautstärkewippe verzichtet Apple. Gesteuert werden die Kopfhörer ausschließlich mit Hilfe von Siri über Sprachkommandos, selbst wenn man nur die Lautstärke oder den Song ändern will. Oder man benutzt weiter die Lautstärkewippe am iPhone.

Um Siri zu starten, muss man doppelt gegen den AirPod tippen. Das funktioniert meist sehr zuverlässig, könnte aber gerade in öffentlichen Räumen (U-Bahn, Einkaufszentrum, Museum) unangenehm sein. Bequemer wäre es gewesen, den Song etwa auch wechseln zu können, indem man länger auf einen AirPod drückt. Vielleicht kann Apple hier noch mehr Gesten per Software-Update nachlegen.

Fazit: Teuer, aber cool

Soll man die AirPods kaufen oder nicht? Das kann man so pauschal nicht sagen: Wer auf der Suche nach Spitzensound ist, sollte lieber die Finger davon lassen und bei der Konkurrenz zuschlagen. Wer hingegen mit den EarPods bislang zufrieden war, das Design mag und nun auf ein simpel zu bedienendes Bluetooth-Modell umsteigen möchte, dürfte Gefallen an Apples Ohrstöckchen finden.

Allerdings gibt es auch schon jede Menge günstigere Konkurrenten. Die lassen sich zwar nicht so leicht koppeln und bieten keinen Siri-Support, klingen dafür aber teilweise auch besser - und dank einer Strippe muss man keine Angst haben, die Kopfhörer zu verlieren. Empfehlenswert sind etwa die Teufel Move BT (120 Euro) und JBL Reflect Mini BT (85 Euro). Für den kleinen Geldbeutel eignen sich die Anker Soundbuds (15 Euro).

Technik: Das sind die besten Kopfhörer
Beats Solo 3 Wireless

Beats Solo 3: Läuft und läuft und läuft

Ob im Einkaufszentrum, im Zug oder beim Flanieren im Park - überall tragen Menschen wuchtige, ohrumspannende Kopfhörer. Mit trendigen Farben und wummernden Bässen hat es vor allem die Marke Beats zu Weltruhm geschafft. Dutzende Promis und Profisportler zeigen sich mit den Bass-Brummern.


Das aktuelle Modell ist der Beats Solo 3 Wireless, der eine entscheidende Neuerung hat: Im Inneren steckt Apples selbstentwickelter W1-Chip. Der ist besonders energiesparend und ermöglicht doppelt so lange Akkulaufzeiten. Je nach Lautstärke sind bis zu 40(!) Stunden Musikwiedergabe möglich, beim Vorgänger war nach 20 Stunden Schluss. Zum anderen ist die Kopplung mit einem iPhone so einfach wie nie zuvor. Einfach anschalten und loshören, simpler geht es nicht. Wermutstropfen: Besitzer eines Android-Smartphones müssen die Kopfhörer wie bisher über das Bluetooth-Menü koppeln.


Die Beats Solo 3 Wireless gibt es in acht Farben. Sie kosten knapp 300 Euro.

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