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"PhantasieMechanik": Verrückte Maschinen

Erfüllen Maschinen im Alltag meist einen praktischen Zweck, so erzählen die Automaten der Ausstellung "PhantasieMechanik" Geschichten oder kommentieren den Lauf des Lebens.

Wundersame Mechanik und skurrile Automaten bringen Bewegung in das Wolfsburger Science Center Phaeno. In der Ausstellung "PhantasieMechanik - Maschinen erzählen Geschichten" werden mehr als 70 bewegliche Installationen renommierter Maschinenkünstler aus England, den USA und Russland bis zum 29. Juni gezeigt. "Die verrückten Einfälle der Künstler bringen einen zum Schmunzeln und Lachen", sagte Phaeno-Direktor Wolfgang Guthardt. Erfüllen Maschinen im Alltag meist einen praktischen Zweck, so erzählen die ausgestellten Automaten absurde und humorvolle Geschichten oder kommentieren schlicht den Lauf des Lebens.

Die Vielfalt der Exponate reicht von kleinen, beweglichen Holzfiguren bis zu 2,5 Meter hohen Werke, deren Detailreichtum immer neue Entdeckungen ermöglicht. Ein Kunstwerk mit dem Titel "Allegorie of Love" des Briten Paul Spooner zeigt etwa einen Mann der mit einem Hammer stets neben den Nagel schlägt. Per Knopfdruck können die Besucher das Schauspiel selbst in Gang setzen. Geradezu poetische Bewegungen lässt Norman Tuck (USA) mit naturwissenschaftlichen Phänomenen verschmelzen. In der Installation "Double Helix" drehen sich zum Beispiel zwei filigrane Kupferdrähte solange, bis sie sich berühren, um sich dann automatisch wieder zu entwinden. Mit bis zu 2,50 Meter hohen Figuren aus zum großen Teil Fundstücken thematisiert der russische Bildhauer Eduard Bersudsky die politische Vergangenheit seiner Heimat: In "Time of Rats" steht ein großer Maulwurf für ein blindes Russland, das von listigen Ratten kontrolliert wird.

Reiner Selbstzweck

Den Aspekt des reinen Selbstzwecks von Maschinen treibt der Amerikaner Arthur Ganson auf die Spitze: "Machine with Grease" ist eine Pumpe, die sichtbar dickflüssiges Öl über ihre beweglichen Teile laufen lässt und am Ende das Öl wieder aufsammelt. Der große Apparat dient nur dazu, sich selbst zu schmieren. Die Verbindung zwischen künstlerischer Ästhetik und der offen gelegten Technik stellt bei vielen Objekten den besonderen Reiz dar.

Mehr als die Hälfte der Kunstwerke stammt aus der englischen Sammlung Cabaret Mechanical Theatre, die seit 30 Jahren besteht. Die Grenzen zwischen reinen Tüfteleien und Kunstwerken sind oftmals fließend, Technik und Kunst verschmelzen. Auch das Phaeno von Architektin Zaha Hadid gilt weltweit als architektonisches Kunstwerk für das ganz neue Baustoffe entwickelt worden sind.

DPA / DPA
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