Biometrie "Dürfte ich mal Ihren Personalzahn sehen?"

In Belgien könnte der neue biometrische Personalausweis schon bald ein alter Hut sein. Wenn es nach zwei Experten ginge, wird man Reisenden, Verbrechern oder Verschütteten dort künftig kräftig auf den Zahn fühlen.

Ein Mikrochip im Mund könnte die Identifizierung von Katastrophenopfern erleichtern. "Vergesst den Personalausweis, künftig gibt es den Personalzahn", berichtete die flämische Zeitung "Het Laatste Nieuws" über eine Erfindung der belgischen Zahnärzte Patrick Thevissen und Guy Poelmans. Sie hatten als Abschlussarbeit ihrer Ausbildung in Forensischer Zahnmedizin an der Universität Löwen einen ID-Zahn entwickelt: Der Mikrochip samt Antenne und schützendem Gel mit den Maßen ein mal sechs Millimeter wird in einen Zahn eingepflanzt.

Chip wie eine Plombe

"Anonyme Leichen können mit dem Chipzahn in wenigen Sekunden identifiziert werden", sagte Thevissen der Zeitung. Bisher seien dafür häufig Monate nötig. Manche Opfer des Wirbelsturms "Katrina" in New Orleans oder in den vom Tsunami getroffen Ländern seien bis heute nicht identifiziert. Üblicherweise werde dies anhand der Gebissbilder der Leichen getan, doch manche der Getöteten hätten keine Karteikarte bei einem festen Zahnarzt gehabt. Der Chip könne dies ändern: Er werde wie eine Plombe in einen Zahn eingepflanzt und könne Daten speichern, die ausgeschrieben mehrere DIN-A-4-Seiten umfassen. Mit einem Scanner seien die Informationen leicht abrufbar.

DPA DPA

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