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Behauptungen über Microsoft-Gründer: Warum Bill Gates aktuell die Zielscheibe von Verschwörungstheorien schlechthin ist

Er habe ein Patent auf das Coronavirus und wolle uns schon bald mit Mikrochips zur besseren Kontrolle impfen: Über Microsoft-Gründer Bill Gates kursieren allerhand Verschwörungstheorien im Netz. Eine Überprüfung der Behauptungen.

Bill Gates: Feindbild für Verschwörungstheoretiker

Microsoft-Gründer Bill Gates 

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Mal gibt es ein konkretes Datum, mal gehen sie von einem schleichenden, weil unauffälligeren Prozess aus: Wann genau die Eliten aus Politik, Wirtschaft und Co. die Masken fallen lassen werden, da wollen sich die Verschwörungstheoretiker verschiedener Lager nicht festlegen. In einem Punkt aber sind sie sich ziemlich einig: Die uns bekannte Weltordnung (und noch vieles mehr) wird in diesem Moment unter dem Deckmantel einer angeblichen Corona-Pandemie umgewälzt.

Deutschland auf dem Weg zur Merkel-Diktatur, eine weltweite Impfpflicht zur Mikrochip-Implementierung, die gezielte Reduzierung der Weltbevölkerung: Verschwörungstheorien um Covid-19 gehen in die unterschiedlichste Richtungen. Manche Anhänger glauben nur eine These, andere rühren gleich mehrere zusammen. Früher oder später landen aktuell jedoch die meisten von ihnen bei einem Mann: Bill Gates. Über den Microsoft-Gründer kursieren allerhand Behauptungen im Netz, was den Multimilliardär zur größten Zielscheibe von Verschwörungstheoretikern und Impfgegnern macht. Eine Auswahl. 

Vier Verschwörungstheorien über Bill Gates im Check

Behauptung 1: Gates will im Kampf gegen den Erreger den Menschen Mikrochips einpflanzen lassen – und so die totale Kontrolle erlangen.

Bewertung: Falsche Zusammenhänge.

Fakten: Gates schrieb bereits im März, dass irgendwann "digitale Zertifikate" Auskunft darüber geben könnten, wer eine Infektion mit dem Coronavirus bereits durchgestanden hat oder – sobald das möglich ist – dagegen geimpft ist. Diese Aussage wurde mit vollkommen anderen Projekten verrührt, die von der Gates-Stiftung unterstützt werden – etwa Forschungen zur digitalen Identifizierung, zu einer Technik, die Impfungen im Infrarotlicht auf der Haut anzeigt, sowie zu Verhütungsmethoden via Mikrochips. Mit dem Coronavirus haben sie nichts zu tun.

Behauptung 2: Gates finanziert die Weltgesundheitsorganisation (WHO).

Bewertung: Das ist übertrieben. Doch gehört die Gates-Stiftung tatsächlich zu den größten Geldgebern der WHO.

Fakten: Im Budgetzeitraum 2018/2019 flossen Spenden der Gates-Stiftung in Höhe von 367,7 Millionen Dollar in WHO-Projekte. Damit war sie als zweitwichtigster Zahler nach den USA (553 Mio.) gelistet, die jüngst ihre finanzielle Unterstützung an die UN-Behörde einfroren. Die Gates-Stiftung beteiligte sich damit zu 9,8 Prozent an den zweckgebundenen Spenden, die wiederum 77 Prozent des gesamten WHO-Budgets ausmachen (hier finden Sie einen ausführlichen Artikel zum Thema, wie sich die WHO finanziert). Kritiker bemängeln, Gates dürfe die Ziele seiner Spenden bestimmen und könne so der WHO eine Richtung vorgeben.

Behauptung 3: Die Gates-Stiftung soll die Entwicklung des neuen Coronavirus finanziert haben – inklusive Patent.

Bewertung: Entbehrt jeder Grundlage.

Fakten: Der vermeintliche Beweis: das Patent eines von der Stiftung unterstützten Instituts von 2015 mit dem Titel "Coronavirus". Dabei geht es aber nicht um Sars-CoV-2, sondern um die Impfstoffentwicklung gegen ein Geflügelvirus aus der Gruppe der Coronaviren. In der Immunologie ist es üblich, dass Forscher das Erbgut von Erregern verändern, um sie weniger gefährlich zu machen. Diese eignen sich dann zur Herstellung von Impfstoffen. Zudem halten Wissenschaftler eine Entwicklung des neuen Coronavirus im Labor für nicht plausibel.

Behauptung 4: Gates hat seine eigenen Kinder nicht impfen lassen.

Bewertung: Abstruse Quelle.

Fakten: Gates vermeintlicher früherer Arzt soll das in den 1990ern auf einem Symposium in Seattle erzählt haben. Es werden weder der Name des Symposiums noch der des Arztes genannt. Wer diese unbelegte These zuerst in die Welt brachte, ist nicht mehr nachvollziehbar.

Gates: "Kann dich zu seltsamen Ansichten führen"

Gates kämpft seit Jahren mit seiner Bill & Melinda Gates Stiftung für eine bessere Gesundheitsversorung weltweit. Auf die nun vor allem in der Corona-Krise über ihn verbreiteten Gerüchten und Falschmeldungen sagte der Microsoft-Gründer bereits Ende April in einem Interview mit dem TV-Sender CNN: "Es gibt Leute, die wollen das durch eine politische, nicht durch eine wissenschaftliche Brille betrachten", so Gates. "Das kann dich zu seltsamen Ansichten führen." 

mod / DPA

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