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Digitale Musik: Ewiges Leben für Oldies

Videos, Musikcassetten und Schallplatten verlieren ständig an Qualität. Digitalisiert lassen sie sich aufpolieren und auf CD oder DVD brennen.

Ob Schallplatte, Musik- oder Videocassette - unaufhaltsam nagt der Zahn der Zeit an diesen analogen Unterhaltungsmedien. Ihr trauriges Schicksal ist nicht unausweichlich: Lieb gewordene Aufnahmen können über den Heimcomputer auf CD oder DVD kopiert werden.

Manches geht nur mit Vorverstärker

An jede Soundkarte im PC kann man die Stereoanlage mit einem Überspielkabel direkt anstöpseln. Für einen Plattenspieler benötigt man einen Vorverstärker, ohne den das Signal zu schwach ist. Die Firmen Steinberg und Terratec bieten solche Vorverstärker für den PC mit ihren Phonoprogrammen "Clean Plus 4.02" (ca. 100 Euro) oder "phono PreAmp Studio" (ca. 90 Euro).

Ruhe in Frieden, Vinyl

Wer nur wenige Aufnahmen kopieren will, dem wird die Freeware Audacity genügen. Das Programm kann man kostenlos auf den Rechner laden. Mit ihm lassen sich Aufnahmen aussteuern und Störgeräusche herausfiltern. Die knapp sieben Euro teure Software RIP Vinyl erkennt selbst kurze Pausen zwischen den Aufnahmen automatisch und legt für jedes Stück eine neue Datei an.

Ohne Speicherplatz geht gar nichts

Unkomprimiertes Audiomaterial im WAV- oder im AIFF-Format belegt um die zehn Megabyte pro Minute. Deshalb sollte man viel freien Platz auf der Festplatte haben. Für den Anfang dürften zehn Gigabyte Speicherplatz ausreichen. Filme fressen sehr viel mehr Speicherplatz auf dem PC als Musik. Unter 20 GB freien Speicher hat es keinen Zweck, seine VHS-Cassetten zu digitalisieren, besser sind 60 GB. Solche Festplatten sind oft schon für 120 Euro erhältlich.

Bereits ein 20-minütiges Video belegt im unkomprimierten, angenehm zu bearbeitenden DV-Format um die vier Gigabyte und lässt sich im MPEG-Format oft gerade mal auf ein Viertel der Größe eindampfen. Am einfachsten kommt analoges Video per digitalen Camcorder in den Computer. Über den Videorecorder können VHS-Cassetten in die Kamera kopiert und weiter auf den Computer überspielt werden.

Digitalisieren fordert den PC

Nur mit High-End-Rechner empfiehlt es sich, den Videorecorder direkt über eine TV-Karte anzuschließen, um das Filmmaterial dann per Software digitalisieren zu lassen - etwa mit der Freeware VirtualDub. Besser ist es, sich einen zusätzlichen Hardware-Encoder bzw. Konverter zu kaufen. Die Firma ADS Technologies bietet mit dem USB Instant DVD ein externes Gerät für Mac und Windows (Preis: ab rund 250 Euro) an, mit dem sich Videos von analogen Quellen in komprimierte MPEG-Dateien im DVD- oder im Video-CD-Format umwandeln lassen. In diesem Format können die Filme ausgezeichnet auf die Silberlinge gebrannt, aber nur mit Einschränkungen bearbeitet werden.

Hardware hilft

Hersteller Pinnacle Systems dagegen bietet mit seinem Studio Deluxe eine fast schon professionelle Videoschnittlösung für Windows-PCs an, mit der man Filme von nahezu jedem Ausgabegerät im leichter zu bearbeitenden DV-Format sichern kann. Für 449 Euro erhält man hier eine in den Computer einzubauende PCI-Videoschnittkarte sowie eine externe Anschlussbox und die hoch gelobte Videoschnittsoftware Studio 8. Für Windows- und Mac-User gleichermaßen interessant sein dürfte der von Terratec für diesen November angekündigte externe Filmformatwandler Cameo Convert. Der 349 Euro teure Digitalisierer für die schnelle Firewire-Schnittstelle soll sich auch an mobilen Rechnern bequem betreiben lassen.

Auch wenn die beschriebenen Prozeduren kompliziert klingen mögen - die dank der entsorgten Analog-Altlasten gewonnenen Regalmeter sind den Aufwand allemal wert.

Sönke Jahn / print
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