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LED-Technik: Kaltes Licht - eine heiße Technik

Sie kann nicht platzen, kommt ohne Hohlkörper aus, hält 20 Mal länger und ist in punkto Stromverbrauch deutlich effizienter als die Glühbirne. Und doch fristet die LED-Leuchte ein Schattendasein. Noch.

Geflucht haben mag Thomas Edison, als ihm zum ersten Mal eine Glühlampe platzte. Vor gut 100 Jahren hielt das Glas oder der Glühfaden nicht immer der Hitze stand. Bis heute strahlt der Glühfaden mehr Wärme als Licht ab. Eine Lösung für dieses Problem ist nicht in Sicht, dafür hat sich mittlerweile eine Alternative aufgetan, die die Glühbirne verdrängt: Die Leuchtdiode, kurz LED, kommt gänzlich ohne Hohlkörper aus und kann nicht platzen. Sie hält sogar problemlos Erschütterungen aus.

Auf dem Vormarsch

Einst unscheinbar an Videorecordern oder Fernsehern als rotes oder grünes Anzeigelämpchen angebracht, finden LEDs mittlerweile in vielen Bereichen ihren Einsatz. Ampeln, Taschenlampen und auch Innenraumbeleuchtungen werden schon mit den kleinen Dioden angeboten. Eine Marktanalyse des amerikanischen Unternehmens Ecos Consulting geht davon aus, dass 2025 fast jede dritte Lichtquelle auf LED-Technik beruhen wird. Die Lichtleistung der LED verdoppelt sich gegenwärtig etwa alle zwei Jahre.

Während eine Glühlampe knapp 2000 Stunden leuchten kann, überdauert eine Leuchtdiode im Schnitt rund 50.000 Stunden. Dabei sind sie äußerst effizient: Die einen Millimeter großen Dioden wandeln 90 Prozent der eingespeisten elektrischen Energie in Licht um, während ein Glühfaden nur schlappe zehn Prozent verwertet und den Rest als Wärme abstrahlt. "In punkto Effizienz übertreffen die LEDs mittlerweile sogar die Halogenlampen und sind heute mit einer Energiesparlampe vergleichbar", betont Andreas Hangleiter, Physiker an der Technischen Universität Braunschweig.

Effiziente Lichtquelle

Mit der neuen Lichttechnik können Ampeln 60 bis 90 Prozent Energie sparen. "Da sind die Dioden einfach unschlagbar, weil sie aufgrund ihrer langen Betriebsdauer einen sehr geringen Wartungsaufwand haben. Außerdem erzeugen sie ohnehin farbiges Licht" schwärmt Hangleiter. In deutschen Städten wie Aachen werden einzelne Anlagen bereits mit Dioden ausgestattet. Andernorts ist man weiter. In Japan seien LED-Ampeln ein Selbstläufer, berichtet Hangleiter und fügt hinzu: "Aufgrund der Energieeffizienz wäre es unvernünftig, etwas anderes zu verwenden".

Die Dioden werden aus Halbleitern aufgebaut, die stets eine Eigenfarbe besitzen. Mittlerweile existieren blaue, gelbe, rote und grüne LEDs und auch nahezu jede Farbnuance dazwischen. Um farbloses Licht zu erzeugen, muss entweder das Licht mehrerer LEDs so gemischt werden, dass es dem menschlichen Auge als weiß erscheint. Oder es wird eine blaue LED verwendet und ein gelb-grünlicher Leuchtstoff zugefügt. Die Komplementärfarben addieren sich dann ebenfalls zu weißem Licht. So gibt es mittlerweile Bürotischleuchten und Taschenlampen mit farblosem Diodenlicht zu kaufen. "Das einzige Manko der LEDs ist bislang, dass sie einzeln noch nicht sehr hell strahlen", sagt Hangleiter. Sechs der modernen Lichtquellen leuchten etwa so stark wie eine 20-Watt-Birne. Möchte man es heller haben, müssen noch mehr LEDs kombiniert werden.

Mehr als ein Signallicht

Ihren Siegeszug haben die kleinen Leuchten aus diesem Grund zunächst als Signallampen etwa beim Auto angetreten oder als sanfte Ausleuchtung von Vitrinen und Schaufenstern. Im Kraftfahrzeug strahlen Blinker, Bremsleuchten, aber auch das Leselicht im Inneren mit den Dioden. "Der Bauraum im Auto ist heiß umkämpft, auch deshalb werden viele Hersteller LEDs für ihre Signalleuchten benutzen", glaubt Jörg Wallaschek, Vorstand des Forschungszentrums L-Lab in Paderborn. Das Zentrum wird von der Universität Paderborn sowie dem Automobilzulieferer Hella betrieben und befasst sich damit, Autolichter mit Dioden auszurüsten. "Mit den LEDs muss man nicht mehr so tief in die Karosserie einschneiden", erklärt Wallaschek. Ein Rücklicht sitzt heute mehrere Zentimeter tief. Mit einer Diode lässt es sich auf einem Zentimeter Tiefe unterbringen.

Für Bremsleuchten sind die LEDs bei neueren Fahrzeugmodellen bereits Standard. Mit dem Audi A8 wurde im vergangenen Jahr auch erstmals ein Wagen mit LED-Tagfahrlicht präsentiert. Studien zeigen, dass sich mit der neuen Lichtquelle etwa 0,2 Liter Benzin auf 100 Kilometern einsparen lassen. "Im Moment wird an der Entwicklung von LED-Scheinwerfern gearbeitet. Das ist technisch sehr anspruchsvoll, weil rund 20 LEDs nebeneinander angeordnet werden müssen", meint Wallaschek. Doch er gibt sich zuversichtlich. Ab 2008 sei mit den ersten LED-Scheinwerfern zu rechnen.

Der Preis ist heiß

Auch Hangleiter sagt den Dioden eine strahlende Zukunft vorher. "Ich erwarte noch deutliche Fortschritte für die LEDs aus der Forschung." Erst kürzlich konnte er die Effizienz der blauen Sorte um 50 Prozent steigern. Je mehr Vorteile die Dioden bieten, desto begehrter werden sie auf dem Markt werden. Und bei steigenden Stückzahlen werde auch der Preis sinken, prognostiziert der Braunschweiger Physiker. Noch schrecken allerdings viele Käufer vor den Kosten zurück. Eine LED ist gut zehnmal teurer als die gute alte Glühlampe.

Susanne Donner/DDP / DDP
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Kann ich mich auf Geschwindigkeitsanzeige FritzBox verlassen?
Hallo zusammen, erstmal herzlichen Dank für die Leute, die sich Zeit nehmen Fragen zu beantworten oder ihre Erfahrungen mit anderen teilen. Das ist oft hlifreich, wenn man sich nicht so auskennt. Ich hoffe, dass mir jemand weiterhelfen kann. Die Telekom hat hier nach langer und ersehnter Zeit schnelle Leitungen verlegt. Mitarbeiter waren auch zu Besuch da und auch nett:-) Sie wollten ja auch, dass ich von 1und1 wieder zurück wechsel. Das ist für mich in Ordnung und gehört zum Wettbewerb. Da jedoch die Mitarbeiter mir sagten, dass die Telekom für paar Jahre das Vorrecht hätte, könnte ich schnelles Internet nur über Telekom beziehen. Sprich entweder Telekom und schnelles Internet oder langsames Internet. Da habe ich im Internet recherchiert und rausgefunden, dass das so nicht mehr stimmt. Das war der Grund, warum ich dann bei 1und1 DSL100 abgeschlossen habe, da man mir am Telefon gesagt, dass es ohne Probleme möglich wäre. Nun ist es jedoch so, dass wir gar nicht so merken, dass unser Internet schneller ist. Gerade in der oberen Etage kann man nicht ohne Router surfen oder Sky über Internet Fernsehen. Nun meine Frage: Bei der Fritzbox wird es jedoch angezeigt. Kann ich mich drauf verlassen? Oder wie macht ihr eure Messungen? Ich weiss, dass es Software gibt, aber der feste Rechner ist bereits alt und hat einen alten Internet Explorer drauf. Wenn ich mit einem Laptop im Wlan mich reinhänge, wird sicher die Geschwindigkeit sowieso niedriger und nicht verwertbar sein, oder? Vielen Dank für die Antworten.