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Mobiles Entertainment: Handy-TV geht an Mobilfunkern vorbei

Das erwartete Milliardengeschäft mit Handy-TV wird zum größten Teil an den Mobilfunkbetreibern vorbeigehen. Die Landesmedienanstalten haben in Berlin dem Konsortium Mobile 3.0 den Zuschlag für die Sendeplattform auf Basis der DVB-H-Technik erteilt.

Von Volker Müller

Sie forderten das Unternehmen auf, bis zum 9. November einen Plan vorzulegen, mit welchen Sendern die Kanäle belegt werden sollen. Hinter Mobile 3.0 stehen verschiedene Medienkonzerne. Ihr Ziel ist, den Sendebetrieb bis zum Beginn der Fußball-Europameisterschaft im Juni 2008 zu starten.

Die Entscheidung der 15 Medienanstalten ist eine bittere Niederlage für T-Mobile, Vodafone und O2. Sie hatten sich ebenfalls zu einem Konsortium zusammengeschlossen und sich um die Sendelizenz beworben. Das mobile Fernsehen sollte ihnen wesentliche Wachstumsimpulse im zunehmend stagnierenden Mobilfunkmarkt verschaffen. Experten warnten allerdings, Mobile 3.0 könne nun von den Netzbetreibern ausgebremst werden.

Lizenz auf drei Jahre beschränkt

Nach den Vorgaben der Medienwächter werden ARD und ZDF jeweils einen, die privaten Sendergruppen RTL und Pro Sieben Sat 1 Media jeweils zwei Kanäle erhalten. Dazu sind ein Regionalprogramm sowie ein Spartenangebot verpflichtend. Damit kann Mobile 3.0 nur über etwa ein Drittel der Kanäle frei verfügen. Hier plant Paulus Neef, Chef des Konsortialpartners Neva, auch mit Sendeformaten, die speziell auf das Handy zugeschnitten sind. Neef hatte einst die Multimediaagentur Pixelpark gegründet.

Mit der Lizenzvergabe, die formal zunächst auf drei Jahre begrenzt ist, beginne eine schwierige Aufbauphase für das Konsortium, urteilt Branchenexperte Ralf-Gordon Jahns vom Unternehmensberater Capgemini: "Über den Erfolg entscheiden der Preis für den Kunden und die Empfangbarkeit der TV-Signale in der Fläche." Bis 2015 muss das Handy-TV mehr als 90 Prozent der Bevölkerung erreichen. Allein dafür seien Investitionen bis zu 400 Mio. Euro notwendig, schätzt Jahns. Bei höchstens drei Millionen Kunden, die sich seiner Auffassung nach bis 2012 für ein Abonnement von Handy-TV entscheiden werden, sei damit kein Geschäft zu machen.

Monatlich sieben Euro für Handy-TV

Erschwerend komme hinzu, dass Mobile 3.0 zwar die Sendelizenz erhalten habe, die Sendefrequenzen am Montag von der Bundesnetzagentur allerdings T-Systems zugeteilt worden sind. Beide müssten nun ein faire Verteilung der Investitionskosten erreichen, sagte Jahns: "Hier muss die Telekom-Tochter mit ins Risiko gehen, wenn sie den Erfolg des Handy-TV nicht gefährden will."

Nach FTD-Informationen rechnet das Konsortium hingegen damit, binnen drei Jahren mit 2,5 Millionen Kunden die Gewinnschwelle erreichen zu können. Dabei legt Mobile 3.0 einen monatlichen Preis von 7 Euro für das Handy-TV-Basispaket zugrunde. Die Rechnung fällt damit deutlich zurückhaltender aus als bisherige Studien zu Handy-TV. Sie sagen bis zu sechs Millionen Kunden im Jahr 2012 und Umsätze von mindestens 500 Mio. Euro voraus. Dabei würde mobiles Fernsehen nicht nur unterwegs genutzt. Bis zu 50 Prozent der Zeit würde Handy-TV sogar zu Hause geschaut, berichtet der Marktforscher Goldmedia mit Hinweis auf die Erfahrungen in Großbritannien und Frankreich.

Kein Erfolg ohne Mobilfunkbetreiber

Als Hindernis könnten sich allerdings die nun unterlegenen Mobilfunkbetreiber erweisen. Sie sind es, die die Mehrzahl aller neuen Handys in den Markt bringen. Ohne ihre Verkaufsunterstützung ist nach Einschätzung der Branche in Deutschland kein Erfolg zu erzielen. Diese Erfahrung musste bereits Mobiles Fernsehen Deutschland (MFD) machen. Seit Herbst 2006 bietet das Kölner Unternehmen auf Basis der DMB-Technik ein Handy-TV-Paket an - ohne Unterstützung der Netzbetreiber und ohne nennenswerten Erfolg. MFD gründete daher mit Neva im Frühjahr Mobile 3.0.

Neef sieht hingegen ein Eigeninteresse der Netzbetreiber, das mobile Fernsehen tatkräftig zu unterstützen: "Unser Modell sieht eine Beteiligung der Netzbetreiber vor: bei den Aufgaben und beim Umsatz", sagte er. Für eine weitere Motivation sollen Verkaufsprämien für Händler sorgen, erfuhr die FTD aus Branchenkreisen.

FTD
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Kann ich mich auf Geschwindigkeitsanzeige FritzBox verlassen?
Hallo zusammen, erstmal herzlichen Dank für die Leute, die sich Zeit nehmen Fragen zu beantworten oder ihre Erfahrungen mit anderen teilen. Das ist oft hlifreich, wenn man sich nicht so auskennt. Ich hoffe, dass mir jemand weiterhelfen kann. Die Telekom hat hier nach langer und ersehnter Zeit schnelle Leitungen verlegt. Mitarbeiter waren auch zu Besuch da und auch nett:-) Sie wollten ja auch, dass ich von 1und1 wieder zurück wechsel. Das ist für mich in Ordnung und gehört zum Wettbewerb. Da jedoch die Mitarbeiter mir sagten, dass die Telekom für paar Jahre das Vorrecht hätte, könnte ich schnelles Internet nur über Telekom beziehen. Sprich entweder Telekom und schnelles Internet oder langsames Internet. Da habe ich im Internet recherchiert und rausgefunden, dass das so nicht mehr stimmt. Das war der Grund, warum ich dann bei 1und1 DSL100 abgeschlossen habe, da man mir am Telefon gesagt, dass es ohne Probleme möglich wäre. Nun ist es jedoch so, dass wir gar nicht so merken, dass unser Internet schneller ist. Gerade in der oberen Etage kann man nicht ohne Router surfen oder Sky über Internet Fernsehen. Nun meine Frage: Bei der Fritzbox wird es jedoch angezeigt. Kann ich mich drauf verlassen? Oder wie macht ihr eure Messungen? Ich weiss, dass es Software gibt, aber der feste Rechner ist bereits alt und hat einen alten Internet Explorer drauf. Wenn ich mit einem Laptop im Wlan mich reinhänge, wird sicher die Geschwindigkeit sowieso niedriger und nicht verwertbar sein, oder? Vielen Dank für die Antworten.