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MP3-Player-Studie: Jeder zehnte Deutsche mag Taschenmusik

Einer Studie zufolge ist Deutschland das Land mit der zweithöchsten Dichte an MP3-Playern in Europa. Der Online-Musikmarkt wächst stark, doch die Musikindustrie klagt.

Die Deutschen sind nach den Niederländern europaweit die fleißigsten Nutzer von tragbaren MP3-Playern, mit denen man unterwegs Musik hören kann. Hier zu Lande besitzt bereits jeder Zehnte ein solches portables Abspielgerät, im Nachbarland sind es mit 11,9 Prozent etwas mehr.

Ende 2005 wurden in Europa insgesamt 29 Millionen MP3-Player genutzt und schon 2010 werden es mehr als 80 Millionen sein, wie eine von den Beratungsunternehmen Screen Digest und Goldmedia am Montag in Berlin veröffentlichte Studie zeigt. Ebenso rasant wächst der Online-Musik-Markt in Westeuropa; er hat sich innerhalb eines Jahres mehr als verdoppelt. In diesem Jahr werden der Studie zufolge voraussichtlich rund 280 Millionen Euro umgesetzt gegenüber 121 Millionen Euro im Jahr 2005. Schon für 2010 wird in Westeuropa ein fast zehnfach höheres Volumen von 1,1 Milliarden Euro erwartet. Deutschland ist nach Großbritannien der zweitstärkste europäische Online-Musikmarkt. Für 2010 werden von Screen Digest und Goldmedia in Deutschland Umsätze von 274 Millionen Euro prognostiziert.

Allgemeine Lage schlecht

Die allgemeine Lage der europäischen Musikindustrie ist der Studie zufolge schlecht. Seit 2001 sei ein Umsatzrückgang von 22 Prozent zu beklagen, hieß es. Die Analysten prognostizieren, dass die Umsatzentwicklung bis 2010 rückläufig bleibt. Erst dann sei das Online-Musikgeschäft in Europa stark genug, um zusammen mit anderen neuen Vertriebsformen die Umsatzverluste Geschäft mit CDs auszugleichen.

Weniger Verkaufsfläche für Musik-CDs Die Studie analysiert ausführlich die Gründe für die Misere. Es erscheine zu kurz gegriffen, dies vor allem mit der Internet-Piraterie zu erklären, zumal Daten des internationalen Musikverbandes IFPI belegten, dass die Piraterie eher rückläufig sei. So ging die Anzahl der verfügbaren Tracks auf illegalen Filesharing-Netzwerken von 1,1 Milliarden 2003 auf 885 Millionen 2005 zurück, erklärten die Unternehmen. Stattdessen seien andere Faktoren nicht zu vernachlässigen, etwa die schleichende Reduzierung der Verkaufsflächen für Musikprodukte in großen Handelsunternehmen zu Gunsten von DVDs, Büchern und Mobilfunkprodukten.

AP / AP
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