Prototyp Sprit sparen per Navi


Neben der kürzesten und schnellsten Strecke sucht ein neuartiges Navigationsgerät aus Schweden auch den Weg mit dem geringsten Spritverbrauch. Bis das System auch in anderen Ländern eingesetzt werden kann, sind noch einige Hürden zu überwinden.

Ein experimentelles Navigationssystem aus Schweden leitet Autofahrer nicht auf der schnellsten, sondern auf der sparsamsten Route zum Ziel. Bei einem Test im südschwedischen Lund sparten die Prototypen bei fast der Hälfte der Fahrten bis zu acht Prozent Sprit ein, wie die Entwickler vom Technologieinstitut Lund im Fachblatt "Transportation Research C" berichteten. Das Team um Eva Ericsson ist sich sicher: Ein solches kommerzielles Satelliten-Navigationssystem könne Benzinverbrauch und die Umweltbelastung im Straßenverkehr verbessern.

Doch die sparsamste Route ist nicht unbedingt die kürzeste, wie das britische Fachmagazin "New Scientist" berichtet. Für den umweltfreundlichen Routenplaner bestimmten die Schweden den Benzinverbrauchsfaktor von 22 Straßenklassen. Dabei flossen Straßeneigenschaften wie Fahrbahnbreite, typisches Verkehrsaufkommen und Geschwindigkeitsbegrenzungen ein. Aus diesen Informationen berechnet das System die optimale Route.

Ein Praxistest zeigte, dass 46 Prozent der Fahrer im Hinblick auf den Verbrauch spontan nicht die günstigste Strecke wählten. Bei diesen Fahrten ließen sich im Test 8,2 Prozent Sprit einsparen. Auf alle Fahrten gerechnet, könnten die Navi-Nutzer so etwa vier Prozent Sprit sparen.

Die größte Hürde für ein kommerzielles Spritspar-Navigationssystem ist die weltweite Bestimmung der Benzinverbrauchswerte für alle Straßen. Der "New Scientist" schreibt, dass Freiwillige die erforderlichen Daten sammeln könnten, in dem sie die Straßen abfahren. Der gesparte Kraftstoff könnte ein gutes Marketing-Argument für ein kommerzielles System sein.

chm mit Material von DPA

Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker