Quantenkryptographie Erste abhörsichere Banküberweisung


Zum ersten Mal weltweit haben österreichische Forscher eine Überweisung mit Hilfe der Quantenkryptographie durchgeführt, bei der mittels quantenphysikalischer Methoden ein Datenschlüssel zur Codierung erzeugt wird.

Schlechte Zeiten für Hacker: Österreichische Forscher haben zum weltweit ersten Mal eine Banküberweisung mit Hilfe der absolut abhörsicheren Quantenkryptographie ausgeführt. Das Team um Anton Zeilinger von der Universität Wien übermittelte die von Hackern nicht zu knackenden Daten über eine zwei Kilometer lange Glasfaserstrecke vom Wiener Rathaus zu einer Filiale der Bank Austria-Creditanstalt. Der Verschlüsselungsmethode wird ein großer Markt etwa bei Banken, Versicherungen und anderen Institutionen vorausgesagt, die mit sensiblen Daten arbeiten.

Bei der Quantenkryptographie wird mittels quantenphysikalischer Methoden ein Datenschlüssel zur Codierung erzeugt. Damit löse die Technik zwei Probleme der heute üblichen Verschlüsselungsmethoden, betonten die Wiener Forscher: Die Erzeugung absolut zufälliger Schlüssel und deren Übermittlung. So beruht die Verschlüsselung in der Quantenkryptographie auf Naturgesetzen und nicht auf - schwer lösbaren - mathematischen Verfahren. Und da der Datenschlüssel gleichzeitig beim Sender und Empfänger erzeugt wird, ist weder ein Bote zur Übermittlung des Schlüssels nötig, noch kann der Schlüssel unterwegs abgefangen werden. Zudem würde sich ein Lauscher an der Leitung aus physikalischen Gründen unvermeidlich verraten.

In wenigen Jahren marktreif?

Das System sei schon jetzt in der Lage, Störversuche vor der Übermittlung zu erkennen, berichtete Zeilinger. Allerdings sei nach heutigen Erkenntnissen eine Übermittlung über Glasfaserkabel nur einige Kilometer weit möglich. Über größere Entfernungen müssten künftig erdnahe Satelliten eingesetzt werden. Zeilinger geht davon aus, dass seine quantenkryptographischen Systeme und Geräte "vermutlich in weniger als fünf Jahren" bis zur Marktreife gebracht werden können.

In Japan entwickelten zurzeit bereits fünf große Unternehmen ähnliche Systeme, sagte Zeilinger. Und eine Schweizer Firma bietet bereits ein Quantenkryptographiesystem an. In Deutschland hatten die Münchner Physiker Harald Weinfurter und sein Kollege Christian Kurtsiefer im vergangenen Jahr für ihre Arbeiten zur Quantenkryptographie den Forschungspreis der Philip Morris Stiftung erhalten.

DPA DPA

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