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Rekorde: Ein Kirchturm kippt

Zwei deutsche Kirchtürme stehen in direkter Konkurrenz zum schiefem Turm von Pisa. Die Gotteshäuser in Ostfriesland und Thüringen wollen mit ihrer Neigung ins Guinness-Buch der Rekorde - und haben berechtigte Hoffnungen auf einen Eintrag.

Zwei Kirchtürme in Deutschland machen dem schiefen Turm von Pisa Konkurrenz. Nachdem bereits der kleine ostfriesische Ort Suurhusen in der vergangenen Woche für seinen Kirchturm beansprucht hatte, mit einem Neigungswinkel von 5,19 Grad schiefer als der Turm in Italien zu sein, hat nun auch die thüringische Stadt Bad Frankenhausen Anspruch auf den Superlativ angemeldet.

Der schiefe Turm der Oberkirche stehe mittlerweile 4,45 Meter aus dem Lot, sagte der Architekt Volker Trautvetter am Dienstag und bestätigte damit Medienberichte. Dies entspreche einer Neigung von etwa 5,2 Grad. Damit ist der 56 Meter hohe Kirchturm in dem Heilkurort jetzt um knapp ein Grad schiefer als der Campanile in Pisa und etwa genauso schief wie der Kirchturm in Suurhusen.

Die Thüringer Kirche wurde vor 625 Jahren auf einem Gipskarstgebiet mit großen Hohlräumen errichtet. "Der Turm neigt sich pro Jahr um fünf bis sechs Zentimeter", sagte Trautvetter. Wegen des Untergrunds sei es unmöglich, das Absinken des Turms zu stoppen. Stattdessen soll er nun mit Hilfe von hydraulischen Pressen immer wieder aufgerichtet werden. Im osfriesischen Suurhusen machen sich die Menschen unterdessen berechtigte Hoffnungen auf einen Eintrag ins Guinness-Buch der Rekorde. "Nach den bisher vorliegenden Informationen denke ich, dass die Anerkennung erfolgen wird", hatte Olaf Kuchenbecker von Guinness World Records in Hamburg erklärt.

dpa / DPA
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