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Heftige Unwetter Tornado beschädigt 90 Gebäude in Belgien – Kirchturmspitze abgerissen

Tornado in Belgien
Schwer beschädigte Häuser im belgischen Beauraing
© Anthony Dehez / DPA
In Belgien hat ein Tornado schwere Schäden an Gebäuden angerichtet und 17 Menschen leicht verletzt. In Frankreich wurde einem Kirchturm die Spitze abgerissen, in den Niederlanden Tausende Bäume plattgemacht. Auch in Deutschland krachte es teils heftig.

Starke Unwetter haben am Wochenende in Deutschland und mehreren Nachbarländern schwere Schäden angerichtet. Besonders heftig traf es den südbelgischen Ort Beauraing, wo ein Tornado 92 Gebäude beschädigte und 17 Menschen leicht verletzte, wie die Nachrichtenagentur Belga am Sonntag unter Berufung auf die Stadtverwaltung berichtete.

Bilder lokaler belgischer Medien zeigen zerstörte Dächer von Wohnhäusern, zerbrochene Scheiben, kaputte Autos und umgekippte Strommasten. Etwa zehn Wohnhäuser sollen unbewohnbar geworden sein. Die meisten der Verletzten wurden von dem Wirbelsturm auf der Terrasse eines Cafés überrascht. Beauraing liegt an der französischen Grenze südlich der belgischen Stadt Namur. 

Ein Tornado riss der Kirche in Saint-Nicolas-de-Bourgueil ihre Spitze ab
Ein Tornado riss der Kirche in Saint-Nicolas-de-Bourgueil ihre Spitze ab
© Guillaume Souvant / DPA

Kirchturmspitze in Frankreich abgerissen

In Frankreich kam es ebenfalls zu einem spektakulären Tornado-Schaden: In der Gemeinde Nicolas-de-Bourgueil riss der Wirbelsturm die Spitze eines Kirchturms ab. Verletzt wurde Medienberichten zufolge dabei niemand, nur der Wetterhahn musste dran glauben.

Auch in den Niederlanden tobte ein Sturm, bei dem es sich laut Behörden, möglicherweise um einen Tornado gehandelt hat. In der Region des Nationalparks Utrechtse Heuvelrug wurden Tausende Bäume umgeknickt - einige waren mehr als 150 Jahre alt. "Ganze Waldstücke wurden plattgelegt", sagte ein Sprecher der Forstverwaltung. Weil immer noch Bäume umfallen und Äste abrechen könnten, sei die Gegend für Besucher gesperrt worden. Westlich von Utrecht wurden sechs Häuser so stark beschädigt, dass sie vorläufig nicht mehr bewohnbar sind, wie die niederländische Nachrichtenagentur ANP am Samstag berichtete. Neun Menschen wurden durch Folgen des Sturms verletzt, der am Freitag lokal begrenzt wütete.

Auch in Deutschland kracht es

In Deutschland verursachten Gewitter und Starkregen vor allem Westen viele Feuerwehreinsätze. Allein in Köln gab es nach Angaben eines Feuerwehrsprechers 244 witterungsbedingte Einsätze in der Nacht zum Sonntag. Hauptsächlich ging es dabei um vollgelaufene Keller. Verletzt worden sei niemand. Im Rhein-Sieg-Kreis wurde die Feuerwehr zu 120 Einsätzen in der Nacht gerufen. In Rheinland-Pfalz gerieten nach Blitzeinschlägen drei Dachstühle in Brand.

Zum Ausklang des Wochenendes könnte es erneut krachen. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) geht davon aus, dass sich im Lauf des Tages Schauer oder Gewitter vor allem von Franken über Ostthüringen bis an die Oder ausbreiten. Am Nachmittag und am Abend ziehen Gewitter dann von Frankreich und der Schweiz nach Süden und in den Südwesten Deutschlands, wie es heißt. In der Nacht ziehen vom Südwesten und dem Süden kräftige, teils unwetterartige Gewitter mit Starkregen, Hagel und Sturmböen über die Mitte nach Norden, teilten die Meteorologen mit. Auch im Westen und im Nordwesten der Republik dürften gebietsweise Starkregen, Sturmböen und Hagel niedergehen. Im Südosten sowie an Oder und Neiße bleibe es hingegen meist trocken.

bak DPA

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