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U-2 schaltet Luftkontrolle aus: Uraltes Spionageflugzeug verursacht Flugchaos

Eine Lookheed U-2 Dragon Lady ließ die Software der Luftüberwachung in Kalifornien abstürzen. Hunderte von Flugzeugen konnten stundenlang nicht abheben oder landen.

Die U-2 ist eine legendäre Flugzeugkonstruktion der 50er Jahre. Ein Spionageflugzeug gedacht für den kalten Krieg, das lange Zeit in der Lage war, oberhalb der Reichweite der russischen Luftabwehr zu operieren. Heute sind die hochfliegenden Aufklärer vollgestopft mit Geräten für die elektronische Kriegsführung.

20 Kilometer über Südkalifornien führte ein Software-Fehler der U-2 vor einigen Tagen dazu, dass die Luftüberwachung versagte und durch einen "Overload"-Fehler abstürzte. Auch das Back-Up-System stürzte sofort ab, vermutlich wurde das Back-Up ebenfalls von der U-2-Software attackiert.

Das vermuten jedenfalls Technik-Seiten, das Pentagon wiegelt ab: Demnach soll die ebenfalls sehr altertümliche Software der Luftüberwachung die Signale der U-2 falsch interpretiert haben.

So oder so: Über 500 Flugzeuge mussten ihre Flüge verlegen oder am Boden bleiben. Das ist eine reife Leistung für die 60 Jahre alte Lady. Trotz der Bedeutung von Satelliten sind moderne Versionen der U-2 weiterhin im Einsatz etwa über Afghanistan. Allerdings wurden die riesigen Kameras des Originals beim Nachfolger U-2S durch Elektronik ersetzt. Was der Pilot an Bord erlbet soll einmalig sein: Er fliegt ganz allein an Bord und ist dem All näher als der Erde.

Die Satellitenära konnte die U-2 wegen ihrer besseren Manövrierbarkeit überleben, doch nun drohen Drohnen wie RQ-4 Global Hawk, die Spionageflugzeuge zu ersetzen.

Gernot Kramper